28. August 2026, 17:12 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich heute, Freitag, 28. August, bei einem Besuch in Gelsenkirchen gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Andrea Henze über aktuelle Entwicklungen und wichtige Zukunftsprojekte der Stadt ausgetauscht. Auf dem Programm standen unter anderem die Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele, die Internationale Gartenausstellung 2027, die wegweisenden Stadtentwicklungsprojekte sowie die industrielle Transformation im Klimahafen Gelsenkirchen.
„Gelsenkirchen steht beispielhaft dafür, wie eine Stadt es anpackt, ihre Probleme zu lösen, für eine internationale Stadt und für eine Stadt des Miteinanders“, so Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Olympia: Gelsenkirchen als Gastgeberin einer olympischen Kernsportart / „Kleines Olympisches Dorf“ im Berger Feld
Erste Station des gemeinsamen Programms war die VELTINS-Arena. Ministerpräsident Wüst und Oberbürgermeisterin Henze besuchten eine Trainingseinheit des FC Schalke 04 und informierten sich über die Arena als mögliche Sportstätte der Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Dabei gab es gleich eine Überraschung. Wenn die Schwimm- und Sprungwettbewerbe tatsächlich in der Arena ausgetragen werden, dann übernachten die Sportlerinnen und Sportler auch in Gelsenkirchen. Das Olympische Dorf werde zwar weiterhin in Köln sein, aber aus den Sportverbänden sei der Wunsch gekommen, dass in unmittelbarer Nähe der Arenen Übernachtungsmöglichkeiten zwischen den Wettkämpfen angeboten werden, so Wüst.
Im Berger Feld würden dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernachten und sich auch sportmedizinisch betreuen lassen. „Das ist ganz großartig. Wenn man nach den Vorläufen oder dem Training schwere Beine hat, freut man sich, wenn man nicht noch weit fahren muss“, so Anne Poleska, Gewinnerin der Bronzemedaille über 200 Meter Brust in Athen.
Geplant ist, olympische und paralympische Schwimmwettbewerbe in der Arena vor rund 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauern auszutragen. Damit könnte Gelsenkirchen Gastgeber einer olympischen Kernsportart werden und erneut ein internationales Großereignis mit Gästen aus aller Welt ausrichten.
„Olympia in Gelsenkirchen wäre eine große Chance, die Stärken unserer Stadt neu und optimistisch zu präsentieren“, so Oberbürgermeisterin Andrea Henze. „Und wir können Großveranstaltungen in Gelsenkirchen seit vielen, vielen Jahren mit all den Fußballspielen vor 62.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, Biathlon, dutzenden Livekonzerten von Weltstars und viele andere Wettbewerbe.“ Andrea Henze erinnerte auch noch einmal daran, dass sich die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener mit fast einer Dreiviertelmehrheit für die Ausrichtung der Spiele entschieden hätten.
Neue Perspektive an der Emil-Zimmermann-Allee
Anschließend besuchten Ministerpräsident Wüst und Oberbürgermeisterin Henze die Baustelle an der Emil-Zimmermann-Allee 1. Wo mehr als 20 Jahre lang ein leerstehendes und zunehmend verfallenes Hochhaus das Stadtbild geprägt hatte, entsteht inzwischen ein neues Wohn- und Betreuungsangebot.
Investor Michael Türk hatte das Grundstück mit dem Hochhaus und zwei Nebengebäuden erworben und die Gebäude vollständig abreißen lassen. Auf dem Gelände entstehen mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen 41 Wohnungen und eine Kindertagesstätte in Trägerschaft von GeKita. Insgesamt investiert Türk rund 22 Millionen Euro in das Vorhaben. Das Land unterstützt das Projekt mit rund elf Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung.
„Das Projekt Emil-Zimmermann-Allee ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir mit Unterstützung des Landes NRW und auch des Bundes nicht nur alte Lasten beseitigen, sondern auch neue Perspektiven schaffen“, so Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
Dem Abbruch war ein langwieriger rechtlicher und ordnungsrechtlicher Prozess vorausgegangen. Ein Kompetenzteam der Stadt Gelsenkirchen aus den Bereichen Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Recht, Stadtplanung und Bauordnung hatte über Jahre verschiedene Instrumente eingesetzt. Schließlich wurde das Rückbaugebot nach § 179 BauGB im März 2024 vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigt. Das Verfahren gilt als bundesweit beachtetes Beispiel.
Klimahafen: Gelsenkirchen treibt Wasserstoffwirtschaft voran
Bei ZINQ im Stadthafen informierten sich Oberbürgermeisterin Andrea Henze und der Ministerpräsident über die Initiative „Klimahafen Gelsenkirchen“ und die Perspektiven des Industriestandortes.
Der Stadthafen ist als Logistik-Drehscheibe und industrielles Zentrum ein wichtiger Standort für den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft. Im Projekt H2GE soll auf einem von der Stadt erworbenen Gelände ein Elektrolyseur grünen Wasserstoff erzeugen. Zudem ist eine Wasserstoff-Tankstelle für den Schwerlastverkehr vorgesehen.
„Gelsenkirchen war Energie- und Industriestadt und soll auch eine führende Rolle bei der Transformation zur klimaneutralen Industriestadt übernehmen“, sagte Oberbürgermeisterin Henze. „Wasserstoff kann dabei ein wichtiger Baustein sein. Mit dem Klimahafen und weiteren Projekten schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass industrielle Wertschöpfung auch unter veränderten Rahmenbedingungen in unserer Stadt Zukunft hat.“
Im Klimahafen arbeiten 17 Unternehmen daran, eine Blaupause für die klimaneutrale Transformation eines Industrie- und Logistikareals zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Dekarbonisierung der Prozesswärme durch eine möglichst schnelle Anbindung an eine leitungsgebundene Versorgung mit grünem Wasserstoff.
IGA 2027: Zukunftsgarten nimmt Gestalt an
Zum Abschluss des Besuchs machten sich Ministerpräsident Wüst und Oberbürgermeisterin Henze ein Bild von den Fortschritten beim Zukunftsgarten Gelsenkirchen der Internationalen Gartenausstellung 2027 Ruhrgebiet.
Auf dem Gelände wird die bestehende Industriearchitektur für die IGA 2027 weiterentwickelt und neu genutzt. So entsteht als Leuchtturmprojekt der Greentower als ein markantes Symbol des Wandels. Der ehemalige Kohlenbunker entwickelt sich zur grünen Landmarke. Seine üppig begrünte Fassade verwandelt das frühere Industriegebäude in ein lebendiges Beispiel für nachhaltige Architektur und klimagerechte Umnutzung von Bestandsbauten. Auf dem Dach eröffnet sich ein beeindruckender Blick über den Park, ergänzt durch eine öffentlich zugängliche Dachterrasse. Ein Café im Erdgeschoss macht den Greentower zusätzlich zu einem neuen Treffpunkt im Park. Damit wird das Gebäude zum architektonischen Highlight des Zukunftsgartens.
„Die IGA 2027 ist für Gelsenkirchen eine große Chance. Sie verbindet Stadtentwicklung, Freiraumgestaltung, Industriekultur und Klimaanpassung und macht sichtbar, wie sich unsere Stadt weiterentwickelt“, sagte Andrea Henze. Ministerpräsident Wüst zeigte sich bei seinem Rundgang beeindruckt von den sichtbaren Fortschritten auf dem Gelände und in der Stadt: „Es geht voran in Gelsenkirchen, Olympia mit 60.000 Menschen, der Kampf gegen Problemimmobilien und hier die IGA. Hier wird angepackt.“