01. Juli 2026, 16:23 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Die aktuelle Ausstellung „Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen erhält im Juli eine hörbare Erweiterung: Gleich zwei Mal, am 4. und am 9. Juli, wird in der ehemaligen Kirche St. Mariä Himmelfahrt an der Goldbergstraße in Buer das Liedgut von Arbeitskämpfen aus mehreren Jahrzehnten erklingen. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen kooperiert für dieses Projekt mit dem Musiktheater im Revier und der katholischen Kirchengemeinde St. Urbanus, die die profanierte Kirche als Konzertraum zur Verfügung stellt. Das Projekt wurde als lokale Initiative in das Manifesta16-Plus-Programm aufgenommen.
Gesang ist seit jeher ein zentraler Bestandteil von Arbeitskämpfen – so auch im Ruhrgebiet. Thematisch angebunden an die Ausstellung „Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen präsentieren der Opernchor des Musiktheaters im Revier, der Turnalar-Chor, der AWO-Chor sowie die Solistin Rosamond Thomas vom Opernstudio NRW in der ehemaligen Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt in Gelsenkirchen-Buer historisches Liedgut mit besonderem Fokus auf Arbeitskämpfe und Streik.
Mitsingen ausdrücklich erwünscht
Auf dem Programm steht eine Auswahl von 18 regionalen, nationalen und internationalen Liedern, die für Arbeitskämpfe gedichtet wurden. Mitsingen werden auch fünf eigens gecastete Laiensängerinnen und -sänger, die sich auf den „Open Call“ des Projektes beworben hatten. Eine vierköpfige Jury, besetzt mit Julia Höner (Direktorin des Kunstmuseums Gelsenkirchen), Kim Lensing (Leiterin des Projektes „Sing our Songs!“) sowie Etienne Walch und Jürgen Reitzler vom Musiktheater im Revier haben die passenden Stimmen ausgewählt.
Wer erfahren möchte, wie Arbeitskampf geklungen hat, oder auch heute noch klingt, sollte sich folgende Termine vormerken:
Samstag, 4. Juli, und
Donnerstag, 9. Juli,
jeweils ab 19 Uhr in der
ehemaligen Kirche St. Mariä Himmelfahrt
an der Goldbergstraße 11 in 45894 Gelsenkirchen.
Ein Besuch der Konzerte ist nur mit Eintrittskarte möglich. Die kostenlosen Eintrittskarten sind zuvor im Kunstmuseum und im Musiktheater im Revier erhältlich oder durch eine Anmeldung an die E-Mail-Adresse kunstmuseum@gelsenkirchen.de.
Mitmachen ist durchaus erwünscht: Auch das Publikum ist eingeladen mitzusingen. Alle gemeinsam sollen den Kirchenraum mit Gesang und den unterschiedlichen Perspektiven von Arbeiterinnen- und Arbeiterkämpfen füllen. Lieder aus der Region – wie das Lied „Keiner schiebt uns weg“, welches die Arbeiterinnen des Gelsenkirchener Fotolabors Heinze sangen, die Lohngleichheit durchgesetzt haben - oder solche aus dem Bergbau werden ebenso einbezogen wie globale Perspektiven, etwa die der italienischen „Lohn für Hausarbeit“-Bewegung, von denen Ombretta Collis „Tremate, Tremate (Le Streghe Son Tornate“ überliefert ist.
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen ist an beiden Tagen eine halbe Stunde länger als üblich, nämlich bis 18.30 Uhr, geöffnet und lädt zum Besuch der Ausstellung „Radikale Hoffnung“ ein – quasi als Einstimmung auf den außergewöhnlichen Liederabend. Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt ist vom Museum aus fußläufig erreichbar.