19. April 2012, 11:44 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Die optimale Förderung von Kindern in Gelsenkirchen bedeutet auch, den Ganztag konsequent in die Schulen zu bringen. Schule muss neu gedacht werden. Gelsenkirchen entwickelt mit großem Engagement die Schule von einem Lernort zu einem Lebensort für Kinder – einem Haus des Lernens. Einem Haus, in dem Kinder in vielerlei Hinsicht gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden – mit präzise ineinander greifenden Bildungsangeboten. Eine chancengleiche Bildung ist dabei wichtiges Ziel der Stadt Gelsenkirchen
Hier übernehmen „Ganztagsschulen“ eine wichtige Aufgabe. Sie ermöglichen Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Vor allem Alleinerziehenden wird damit die Teilnahme an der Gesellschaft erleichtert.
In der Primarstufe setzte die Entwicklung ein: hier wurde ein flächendeckendes Netz von Offenen Ganztagsschulen geschaffen. Der Ausbau ganztägiger Förder- und Betreuungsangebote wurde folgerichtig in der Sekundarstufe fortgesetzt. So haben bereits drei Hauptschulen, drei Realschulen, eine Förderschule, fünf Gesamtschulen und zwei Gymnasien den „Gebundenen Ganztag“ im Stadtgebiet eingeführt. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs verbindlich am Ganztagsangebot teilnehmen. Mit einem gezielten Programm hat Gelsenkirchen 22 Schulen für die Übermittagsbetreuung fit gemacht.
Auch hier heißt das beachtliche Ergebnis in Gelsenkirchen: flächendeckender Ausbau!
In den Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten fließt viel Geld. Gut 3,7 Millionen Euro hat die Stadt in den Ausbau von „Ganztagsschulen“ der Sekundarstufe I gesteckt. Mit dem Eigenanteil von 2,2 Millionen Euro nahm die Stadt mehr Geld in die Hand als von den Förderungsregelungen des Landes vorgegeben worden sind.
1,5 Millionen Euro stammen aus dem Investitionsprogramm des Landes, das 2008 als „Ganztagsinitiative Sekundarstufe I“ unter anderem vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung bis zum Abitur aufgelegt wurde. Innerhalb dieses Programms konnten Räumlichkeiten und Ersteinrichtungen für Aufenthalts- und Verpflegungszwecke in Schulen der Sekundarstufe I gefördert werden. Für jede Schule wurde ein Landeszuschuss in Höhe von maximal 100.000 Euro gewährt, wenn der Schulträger mindestens in gleicher Höhe mitfinanziert.
Das Kommunale Bildungsbüro hat gemeinsam mit den Schulen einheitliche Standards festgelegt. So wurden keine großen Mensen geschaffen, sondern kleine Essensräume bevorzugt, die multifunktional genutzt werden können. Auch Pausen- bzw. Aufenthaltsräume wurden geschaffen.
Bildungsstadtrat Dr. Manfred Beck: „Unser Credo ist, gemeinsam mit Schulen optimale Lösungen im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu erarbeiten. Dadurch erreichen wir ein Höchstmaß an Zufriedenheit bei allen Beteiligten.“
Durch die Einführung des offenen Ganztages im Primarbereich wurden an den Förderschulen bereits Küchen und Essbereiche eingerichtet. Diese Räumlichkeiten werden jetzt bei Bedarf auch von den Sekundarschülerinnen und -schülern genutzt.
Die Investitionen im Einzelnen:
Ricarda-Huch-Gymnasium
Für den Ganztag wurde ein Essbereich und die entsprechenden Küchen für die jüngeren Schülerinnen und Schüler eingerichtet, dazu gibt es einen Aufenthalts- und Ruheraum sowie eine Cafeteria für die älteren Schülerinnen und Schüler. Investitionen: 236.000 Euro (136.000 Euro Eigenanteil).
Grillo-Gymnasium
Hier entstanden an der Nebenstelle Schultestraße 14 a ein Ess- und Aufenthaltsbereich mit den dazugehörigen Küchen. Die vorhandenen Räumlichkeiten wurden umgebaut und für die Übermittagsverpflegung- und betreuung ausgestattet. Investitionen: 306.000 Euro (206.000 Euro Eigenanteil).
Getrud-Bäumer-Realschule
In den Nebenräumen der „alten“ Aula sind die benötigten Küchen eingebaut worden. Das Mittelschiff der Aula ist zum Ess- und Aufenthaltsbereich ausgebaut worden. Investitionen: 343.000 Euro (243.000 Euro Eigenanteil).
Mulvany-Realschule
Hier ist der Gebundene Ganztag in einen Pavillon eingezogen. Es wurden zwei Küchen untergebracht und als Essbereich stehen zwei klassengroße Räume zur Verfügung. Durch eine mobile Trennwand ist eine flexible Nutzung der Räume möglich. Zwei weitere Räume werden in das Ganztagskonzept als Aufenthaltsräume oder zusätzlichen Essbereich einbezogen. Investitionen: 205.000 Euro (105.000 Euro Eigenanteil)
Realschule St. Michael-Straße
An der Realschule war bereits eine Cafeteria vorhanden. Diese wurde durch einen kleinen Anbau erweitert. Im Anbau wurden die Zubereitungsküche und eine Erweiterung des Essbereiches untergebracht. Zusätzlich wurde ein behindertengerechtes WC im Anbau installiert. Investitionen: 345.000 Euro (245.000 Euro Eigenanteil)
Gauß-Gymnasium
Der alte Werkraum im Kellergeschoss der Schule wurde zu einem Aufenthaltsraum umgestaltet. Ein weiterer Raum wurde für einen späteren Bedarf mit Leitungen und Anschlüssen für die Zubereitungsküche hergerichtet. Direkt neben der Zubereitungsküche wurde die Spülküche eingerichtet. Ein weiterer Raum wurde zu einem Aufenthaltsbereich umgestaltet. Der für die Übermittagbetreuung benötigte Werkraum, wurde in anderen Räumlichkeiten des Kellergeschosses untergebracht und dementsprechend für diesen Zweck umgestaltet. Investitionen: 232.000 Euro (132.000 Euro Eigenanteil)
Schalker-Gymnasium
Die Küchen wurden in der geräumigen Eingangshalle der Schule, wo sich ursprünglich bereits eine kleine Küche der Schule befand, untergebracht. In den an den Küchen angrenzenden Klassenräumen wurden multifunktionale Aufenthaltsräume erstellt. Investitionen: 217.000 Euro (117.000 Euro Eigenanteil)
Leibniz-Gymnasium
Der Bereich der pädagogischen Übermittagsbetreuung wurde im Erdgeschoss des Neubaus integriert. Die Küche wurde umgestaltet und der Bewirtschaftung durch einen Caterer angepasst. Es wurden mobile Trennwände eingebaut, damit die Räume multifunktional genutzt werden können. Im ersten Obergeschoss wurde als weiterer Aufenthaltsbereich eine Dachterrasse eingerichtet und ausgestattet. Investitionen: 207.000 Euro (107.000 Euro Eigenanteil)
Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium und Max-Planck-Gymnasium
Die Schulen kooperieren miteinander und stimmen sich konzeptionell bei der Mittagsverpflegung ab. Aus diesem Grund wurde für die Mittagsverpflegung ein gemeinsamer Bereich am Schulstandort des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums erstellt. Der überdachte Pausenbereich wurde zu einem gemeinsamen Essbereich umgestaltet. Im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium wurde ein weiterer Aufenthaltsbereich mit einer kleinen Küchenzeile im separaten Gebäude „Kontrapunkt“ geschaffen. Im angrenzenden Raum wurde eine kleine Küchenzeile untergebracht. In diesem Bereich werden Snacks und eine Betreuungsmöglichkeit angeboten. Das Max-Planck-Gymnasium hat ebenfalls einen eigenen Aufenthaltsbereich im Erdgeschoss des eigenen Schulgebäudes erhalten. Der vorhandene Aufenthaltraum wurde erweitert. Auch hier wurde eine kleine Küchenzeile installiert. Investitionen: 541.000 Euro (341.000 Euro Eigenanteil).
Lessing-Realschule
Im überdachten Pausenbereich neben dem Haupteingang der Schule wurde der Küchenbereich mit der Spülküche und Catererküche eingebaut. Die überdachte Pausenhalle wurde komplett durch Glaswände geschlossen, um so einen Ess- und Aufenthaltsbereich zu schaffen. Investitionen: 203.000 Euro (103.000 Euro Eigenanteil).
Realschule Mühlenstraße
Der überdachte Pausenbereich wurde zum Teil geschlossen und als Aufenthalts- und Essbereich mit zwei Küchen umgebaut. Es wurde eine Durchreiche Richtung Aulavorraum eingebaut, so besteht bei hohen Essenzahlen die Möglichkeit auch im Aulavorraum die Mittagsverpflegung einzunehmen. Investitionen. 232.000 Euro (132.000 Euro Eigenanteil)
Gerhart-Hauptmann-Realschule und Hauptschule Frankampstraße
Auch diese beiden Schulformen kooperieren miteinander und stimmen sich bei der Mittagsverpflegung ab. Aus diesem Grund wurde für die Mittagsverpflegung ein gemeinsamer Bereich geschaffen. Im letzten Schulpavillon der Hauptschule an der Frankampstraße wurden für beide Schulen die benötigten Küchen und der Essbereich eingerichtet. Der Essbereich ist durch eine mobile Trennwand flexibel einsetzbar. Die Gerhart-Hauptmann-Realschule hat zusätzlich am eigenen Standort eine Aufenthaltsmöglichkeit mit einer Küchenzeile im Erdgeschoss erhalten.
An der Außenstelle (Surkampstraße) der Hauptschule wurde ebenfalls ein Raum als Aufenthaltsbereich hergerichtet. Investitionen: 262.000 Euro (132.300 Euro Eigenanteil).
Hauptschule Am Dahlbusch
In zwei Klassenräume an der Nebenstelle der Hauptschule Am Dahlbusch, Steeler Straße 20, entstanden die Räumlichkeiten der Übermittagsbetreuung. Ein Klassenraum wurde zum multifunktionalen Ess- und Aufenthaltsraum umgestaltet. In dem zweiten Klassenraum wurde ein Teil der Räumlichkeiten, für den Bau der Küche, abgetrennt. Der restliche Raum wird ebenfalls als Ess- und Aufenthaltsraum genutzt. Investitionen: 135.000 Euro (67.500 Euro Eigenanteil).
Hauptschule Grillostraße
In zwei Klassenräumen der Hauptschule Grillostraße wurden die Räumlichkeiten der Übermittagsbetreuung eingerichtet. Ein Klassenraum wurde zum multifunktionalen Ess- und Aufenthaltsraum umgebaut. In dem zweiten Klassenraum wurde ein Teil für den Bau der Küche abgetrennt. Der restliche Raum wird als Ess- und Aufenthaltsraum genutzt. Investitionen: 135.000 Euro (67.500 Euro Eigenanteil).
Hauptschule Mehringstraße
In der vorhandenen Lehrküche wird die Mittagsverpflegung angeboten. Die Schüler nutzen zum Mittagessen den vorhandenen Essbereich der Lehrküche. Investitionen: 10.000 Euro (5.000 Euro Eigenanteil).
Förderschule Michael-Ende-Schule, Surressestraße
Hier wurden die Räume im Erdgeschoss hergerichtet und mit Mobiliar ausgestattet. Für die Außenspielgeräte wurde eine Unterstellmöglichkeit geschaffen. Investitionen: 34.000 Euro (17.000 Euro Eigenanteil).
Förderschule Rungenbergschule, Horster Straße
Der Betreuungsraum befindet sich im Untergeschoss. Er wurde saniert und mit neuem Mobiliar ausgestattet. Investitionen: 30.000 Euro (15.000 Euro Eigenanteil).
Förderschule Schlossparkschule Horst; Turfstraße
Der Betreuungsraum wurde umgebaut und ergänzend mit Mobiliar ausgestattet. Investitionen: 5.000 Euro (2.500 Euro Eigenanteil).
Förderschule Malteser; Malteserstraße
Hier wurde der Betreuungsraum mit neuem Mobiliar ausgestattet. Investitionen: 5.000 Euro (2.500 Euro Eigenanteil).
Förderschule Uhlenbrockschule, Polsumer Straße
Der Raum für die Betreuung wurde mit neuem Mobiliar ausgestattet. Investitionen. 5.000 Euro (2.500 Euro Eigenanteil).
Mit den zur Verfügung stehenden Bundes- und Landesmitteln sowie den von der Stadt Gelsenkirchen eingesetzten Eigenmitteln konnten für alle Schulen mit Sekundarstufe I die Voraussetzungen für die Übermittagbetreuung geschaffen werden.