20. April 2012, 10:17 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Schon vor dem Kulturhauptstadtjahr 2010 kam es auf Initiative einzelner Museumsdirektoren zur Bildung des Netzwerkes der RuhrKunstMuseen. Der bisher beispiellose Zusammenschluss von zwanzig kommunalen und privaten Kunstmuseen, darunter auch das Kunstmuseum Gelsenkirchen, einer Region zu einer Interessens- und Arbeitsgemeinschaft erwies sich so erfolgreich, dass er sich mittlerweile institutionalisiert hat.
Nach einer professionellen Evaluation mit Unterstützung von Ruhr2010 entwickelten die Direktorinnen und Direktoren eine Organisations- und Arbeitsstruktur, die in der gegenwärtigen Kulturdiskussion als Richtung weisend gelten kann. Die Direktoren der RuhrKunstMuseen haben sich basisdemokratisch strukturiert und werden nach außen durch periodisch gewählte Sprecherinnen und Sprecher vertreten.
Nachdem Prof. Dr. Kurt Wettengl vom Museum Ostwall im Dortmunder U gemeinsam mit Dr. Hartwig Fischer vom Folkwang Museum Essen im Wechsel als 1. Sprecher und dann jeweils als Vertreter die erste Phase der Netzwerkbildung und dessen äußerst effektiver Arbeit in vielfältiger Weise mitinitiierten, kommunizierten und stabilisierten, sind sie nun dem Rotationsprinzip folgend zu Aprilbeginn ausgeschieden.
Zu ihren Nachfolgern wählten die Direktorinnen und Direktoren Dr. Hans Günter Golinski vom Kunstmuseum Bochum zum 1. Sprecher und Dr. Christine Vogt als seine Vertreterin.
Hans Günter Golinski, seit zwei Jahrzehnten im Ruhrgebiet wirkend, gehört zum Gründungskern dieses Zusammenschlusses. Für ihn war es von Beginn Ziel, auf mehr als nur eine Arbeitsgemeinschaft zu zielen, ihm geht es darum, die kulturpolitische Bedeutung der RuhrKunstMuseen bewusst zu machen und zu festigen.
Christine Vogt von der Ludwig Galerie in Oberhausen bewies in den vier Jahren im Ruhrgebiet, dass es auch unter finanziell schwierigen Bedingungen möglich ist, erfolgreiche Ausstellungsprojekte zu entwickeln.
Neben der weiteren Konsolidierung der Institution RKM sehen die frisch gewählten Sprecher innerhalb ihrer Amtszeit die Weiter- und Neuentwicklung folgender inhaltlicher Schwerpunkte:
Einbeziehung aller beteiligten Kunstsammlungen der Region, um durch temporären Tausch bzw. Dauerleihgaben stilistische oder thematische Schwerpunkte zu setzen. Einzelne Museen kooperieren innerhalb eines gemeinsamen Ausstellungsprojektes wie beispielsweise das für 2013 / 2014 geplante Thema „Wechselwirkungen von Moderne und außereuropäischen Kulturen.“
Begleitende und vor allem eigenständige Vermittlungsprogramme für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen sollen vermehrt interkulturelle Öffnung praktizieren. Hierbei soll auf Landesebene mit den Ministerien für Familie, Kinder, Jugend und Sport sowie für Schule und Weiterbildung NRW zusammengearbeitet werden. Insgesamt gilt es, die Vernetzung zwischen unterschiedlichen öffentlichen und privaten Kulturschaffenden und Kulturträgern in der Region sowie kommunaler, regionaler und landesweiten Politik zu intensivieren. Dank der engen Kooperation mit der Ruhr Tourismus GmbH wird die einzigartige Museumslandschaft Ruhrgebiet auch nach 2010 touristisch national und international weiterhin erschlossen.