16. März 2026, 15:47 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. In der vergangenen Woche wurde dem Veterinäramt Gelsenkirchen ein Tierschutzfall gemeldet, welcher selbst für die Mitarbeitenden der Tierschutzabteilung ein außergewöhnlich dramatisches Bild offenbarte.
In einer Wohnung in Hassel, sowie im Hinterhof und einem dazugehörigen Garagenanbau wurden noch am selben Tag 14 Hunde sowie 9 Katzen sichergestellt, die in extremst verwahrlostem Zustand aufgefunden wurden. Teilweise eingepfercht in Gitterkäfigen und in ihren eigenen Exkrementen vor sich hinvegetierend, teils ohne Unterschlupf oder Witterungsschutz im Garten gehalten. Viele der Hunde wiesen ein von Urin nasses Fell auf. Das Fell war hochgradig verfilzt. Im Fell und den Filzplatten klebte der Kot der Tiere. Die Verfilzungen waren so massiv, dass sich die Hunde zum Teil nicht mehr richtig fortbewegen konnten. Die Tiere machten größtenteils einen vollkommen verstörten Eindruck.
Alle Tiere waren in desolatem Pflege- und Gesundheitszustand, mit teilweise offenen Hautstellen. Erschwerend hinzu kam, dass den abgemagerten Tieren offenbar über einen längeren Zeitraum weder Wasser, noch Futter zur Verfügung gestellt worden war. Die gesamten Wohnräume waren hochgradig kot- und urinverunreinigt, die Geruchsbelastung innerhalb der Wohnung war trotz Verwendung von Atemschutzmasken so immens, dass die Sicherstellungsmaßnahme immer wieder unterbrochen werden musste.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Halterin noch über eine weitere Wohnung verfügt, in der zusätzliche Hunde gehalten wurden. Hierbei handelte es sich um eine Hündin mit einem Welpen. Die restlichen Welpen aus dem Wurf waren schon verkauft worden. Die Bedingungen in dieser Wohnung waren ähnlich dramatisch.
Aufgrund der extrem vielen Käfige, die in den Wohnungen gefunden wurden und dem stattgefundenen Verkauf von Welpen, muss davon ausgegangen werden, dass die Halterin eine illegale Tierzucht und einen illegalen Tierhandel betrieben hat.
Die völlig verstörten Tiere wurden zur tierärztlichen Untersuchung und Versorgung an den Tierschutzverein Gelsenkirchen übergeben. Die Behörde erstattet Strafanzeige gegen die Halterin.
Nach Aussagen von Nachbarn wurde ein Geruch nach Exkrementen bereits seit 2024 wahrgenommen, jedoch nie gemeldet. Es ist daher leider davon auszugehen, dass die Tiere über einen langen Zeitraum immens gelitten haben.
Das Veterinäramt Gelsenkirchen bittet daher die Bürgerinnen und Bürger eindringlich darum, aufmerksam zu sein und bei Verdachtsfällen zu tierschutzwidrigen Umständen telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen und diese zu melden (www.gelsenkirchen.de - Veterinäraufsicht - 71/2). Für eine effektive Tierschutzarbeit in Gelsenkirchen ist dies unerlässlich, damit solche unwürdigen Zustände schnellstmöglich aufgedeckt und beseitigt werden können. Meldungen werden vom Veterinäramt vertraulich behandelt.