10. März 2026, 16:38 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Unter der Überschrift „KI meets Ordnung“ hat die Stadt Gelsenkirchen in einer Kombination aus Künstlicher Intelligenz (KI) und Radar bereits Orte wie Schulhöfe oder Spielplätze überwacht, um zum Beispiel unbefugten Aufenthalten zu begegnen. Hier hatte Gelsenkirchen eine viel beachtete Vorreiterrolle. Die Effizienz der Arbeit des Kommunalen Ordnungsdienstes konnte deutlich gesteigert werden, und auch die Beschwerden gingen zurück.
Die Verwaltung wurde daher beauftragt, die Überwachung um technische Möglichkeiten zu ergänzen und auch weitere Orte zu überwachen. Nun folgt der nächste Schritt. „Im Laufe des Frühjahrs wird ein mobiler, multifunktionaler Überwachungsturm eingesetzt, der mit Video, Radartechnik und auch mit Infrarot arbeitet“ so Stephan Kühn, Abteilungsleiter Lage und Strategie der Stadt, im Ausschuss für Ordnung, Prävention und Verbraucherschutz am Dienstag, 10. März. Als Pilotprojekte nannte Kühn die Videoüberwachung von Depotcontainer-Standorten gegen illegale Müllablagerungen und perspektivisch auch den Einsatz von Infrarot in Grünanlagen, wo trotz Verbot häufig gegrillt wird.
In den Blick genommen werden wechselnd die Containerstandorte am Junkerweg, an der Walpurgisstraße und an der Achternbergstraße. Dort führen die illegalen Müllablagerungen immer wieder zu unterschiedlichen Gefährdungen. So locken an der Achternbergstraße vor allem organische Abfälle wie Lebensmittelreste immer wieder Schadnager an. „Die Videoüberwachung wird zur Gefahrenabwehr eingesetzt, um den engen Regelungen des Datenschutzgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen gerecht zu werden“, führte Stephan Kühn weiter aus. Zudem würden alle Bilder zunächst verpixelt ausgewertet. Nur im Fall einer durch die illegale Müllablagerung entstandenen besonderen Gefahr, werden die Bilder entpixelt.
„Mit der Radarüberwachung sind wir bereits bestens vertraut. Vor allem die Videoüberwachung ist jedoch an sehr enge rechtliche Vorgaben gebunden“, erläuterte Stadtrat Simon Nowack, Vorstand Wirtschaftsförderung, Gelsendienste, Recht und Ordnung, Bürgerservice. So werden sowohl die Gesichter als auch Autokennzeichen verpixelt übermittelt. Er wies allerdings auch darauf hin, dass das städtische Referat Öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Vergangenheit immer wieder darauf drängte, ordnungsrechtliche Entwicklungen in den Städten auch bei Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen. Simon Nowack verwies auf entsprechende Regelungen in anderen Bundesländern. „Der rechtliche Rahmen zur Videoüberwachung sollte für die kommunalen Verwaltungen an die heutigen Gegebenheiten endlich angepasst werden“, so Simon Nowack.
Die mobile Überwachungseinheit wiegt rund eine halbe Tonne und hat einen etwa sechs Meter hohen Turm. Die Daten des Radarsensors und der Infrarotkamera werden über das Mobilfunknetz an die kommunale Leitstelle für Sicherheit und Ordnung übertragen. „Bei Auffälligkeiten wird dann der Kommunale Ordnungsdienst tätig, wie dies zum Beispiel auch bei den überwachten Schulhöfen und Spielplätzen Praxis ist“, erläuterte Stephan Kühn. Im Fall einer illegalen Müllablagerung erfolgt die Beseitigung durch GELSENDIENSTE.
Nach einem Jahr wird bilanziert, ob und wie sich der Einsatz des mobilen Überwachungsturms bewährt hat.