10. März 2026, 16:35 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Am Wildenbruchplatz beginnt die Planung für den Neubau einer fünfzügigen Grundschule mit Platz für rund 500 Schülerinnen und Schüler. Die Inbetriebnahme und Neugründung der Schule ist zum Schuljahresbeginn 2028/2029 vorgesehen. Mit dem neuen Schulstandort reagiert die Stadt auf den steigenden Bedarf an Schulplätzen in der Innenstadt und stärkt nachhaltig die Bildungsinfrastruktur. So betonte denn auch Oberbürgermeisterin Andrea Henze bei der Vorstellung der ersten Konzeptstudien: „Es geht Schlag auf Schlag. Wir sind mitten drin in der größten Schulbauoffensive der letzten 50 Jahre in Gelsenkirchen. Vier neue Grundschulen, drei weiterführende Schulen sowie der komplette Umbau unserer Schulen der beruflichen Bildung, dazu zahlreiche Anbauten – all das läuft bei uns gerade quasi parallel.“ Daher sei es entscheidend, bei dieser Herausforderung als Stadt leistungsstarke Partner an der Seite zu haben.
Die Umsetzung erfolgt als Totalübernehmerprojekt, bei dem Planung und Bauausführung aus einer Hand realisiert werden. Ziel ist eine planmäßige Fertigstellung des zeitkritischen Vorhabens. Verantwortet und betreut wird das Projekt durch die stadteigene Gelsenkirchener Entwicklungsgesellschaft mbH in enger Abstimmung mit den zuständigen Vorstandsbereichen und Fachreferaten der Stadtverwaltung. Die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer werden mit ihrer schulfachlichen Expertise kontinuierlich in die Planungsprozesse eingebunden.
Der Bauantrag soll noch im ersten Halbjahr 2026 gestellt werden.
Im vorgeschalteten Verhandlungsverfahren mit Konzeptstudie hat sich die familiengeführte Brüninghoff Group durchgesetzt. Das Unternehmen ist als Planungs-, Bau- und Produktionsgruppe mit rund 700 Mitarbeitenden an sieben Standorten in Deutschland tätig und hat seinen Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen. Organisiert in sechs Gesellschaften und mit einem Jahresumsatz von rund 245 Millionen Euro steht Brüninghoff seit über 50 Jahren für industriell vorgefertigtes Bauen in der Kombination aus Holz, Beton, Stahl und Aluminium. Der Fokus liegt auf nachhaltigem, kreislauffähigem Bauen und einer konsequenten Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden. „Wir sind sehr froh, einen solchen kompetenten und erfahrenen Partner zur Umsetzung unserer ambitionierte Schulbauplanung gefunden zu haben“, so Stadtbaurat Christoph Heidenreich.
Der Neubau ist als kompakter, mehrgeschossiger Baukörper konzipiert, der sich in die bestehende städtebauliche Struktur einfügt und den Wildenbruchplatz räumlich fasst. Das rund 9.000 Quadratmeter große Gebäude wird über Zugänge im Bereich der Wildenbruchstraße sowie über den Schulhof unterhalb der Augustastraße erschlossen. Herzstück des Gebäudes ist ein großzügiges Forum, das mit der angrenzenden Mensa inklusive Schulküche kombinierbar ist und unterschiedliche Veranstaltungs- und Nutzungsszenarien ermöglicht. Von hier aus werden die drei Obergeschosse erschlossen.
Auf jeder Ebene sind jeweils zwei jahrgangsübergreifende Cluster vorgesehen, die über eine Geschossgalerie miteinander verbunden sind. Offene und flexible Lernzonen unterstützen moderne pädagogische Konzepte. „Für uns ist es eine wunderbare Gelegenheit, denjenigen eine optimale, ja, die bestmögliche Bildungsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die es verdient haben, die sie brauchen, die vielleicht etwas mehr Unterstützung benötigen, um ihre eigene, ganz persönlichen Aufstiege in ihrem Lebenslauf zu gestalten“, so Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
Darüber hinaus sind ein Familienzentrum, Fach- und Förderräume, eine Bibliothek, Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie ein „grünes Klassenzimmer“ Bestandteil der Planung. Aufgrund der urbanen Lage wird ein kompakter Baukörper auf einem kompakten Grundstück realisiert. Zur optimalen Flächennutzung und zur Erweiterung des pädagogischen Angebots werden Teile des Schulhofs sowie Sportflächen auf Dachflächen verlagert und als
zusätzliche Aufenthalts- und Lernbereiche gestaltet. „Der Neubau am Wildenbruchplatz ermöglicht dank eines offenen und sehr flexiblen Raumkonzepts für alle unsere Kinder die Umsetzung modernster pädagogischer Ansätze wie z.B. das Selbstregulierte Lernen und das Jahrgangsübergreifende Lernen, um bestmöglich zu fördern, aber auch zu fordern. Es wird hier ein sehr moderner und ansprechender Lernort, ja Lebensort entstehen. Ein Benefit für unsere Kinder und ein ausgezeichneter Beitrag zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit. Denn wir möchten kein Kind zurücklassen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft“, betonte Bildungsdezernentin Anne Heselhaus.
Das Gebäude wird in nachhaltiger, ressourceneffizienter Holz-Beton-Hybridbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad errichtet. Neben einer CO₂-reduzierten Bauweise setzt die Projektgesellschaft auf natürliche, wohngesunde Baustoffe sowie eine energieeffiziente Gebäudetechnik. Photovoltaikanlagen, extensive und intensive Dachbegrünungen,
Retentionsflächen sowie ein Wasserspeichermanagement sind Bestandteil des Energie- und Nachhaltigkeitskonzepts. Ziel ist eine weitgehend energieautarke, wirtschaftliche und klimafreundliche Betriebsweise. Die Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt den gesamten
Lebenszyklus des Gebäudes – von der Materialwahl über Ressourcenschonung bis hin zur möglichen Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen.
Angestrebt wird eine Zertifizierung nach dem DGNB-Gold-Standard. Mit dem Schulneubau am Wildenbruchplatz entsteht ein zukunftsfähiger Bildungsstandort im innerstädtischen Umfeld, der pädagogische Qualität, nachhaltige Bauweise und städtebauliche Integration miteinander verbindet.
Hinweis an die Redaktion: Dieser Presse-Information sind zwei Renderings beigefügt. Visualisierungen: Brüninghoff Group/ Gelsenkirchener Entwicklungsgesellschaft mbH