06. März 2026, 13:51 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Mit dem Landesprogramm "4K" möchte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Schülerinnen und Schüler ganz gezielt auf eine digitalisierte Arbeit- und Lebenswelt vorbereiten. Im Mittelpunkt steht die Förderung der 4K-Kompetenzen (Kollaboration, Kreativität, Kritisches Denken, Kommunikation) im schulischen Kontext.
Bei der Kollaboration geht es etwa um Zusammenarbeit und um das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen. Mittels Kreativität soll neues Denken und die Entwicklung innovativer Ideen vorangetrieben werden. Kritisches Denken wird mit Analysen und dem Hinterfragen von Informationen geschult und bei der Kommunikation stehen Austausch, Feedback sowie die Zusammenarbeit mit KI im Fokus. Diese Kompetenzen gelten als Schlüsselqualifikationen für das 21. Jahrhundert und sollen Schülerinnen und Schüler auf eine digitalisierte Arbeits- und Lebenswelt vorbereiten.
Lasercutter und 3D-Drucker
„Im Rahmen des ‚Digitalpakt Schule‘ hat die Landesregierung das Pilotprojekt ‚Digital Making Places‘ initiiert und allen Medienzentren in NRW auf Wunsch zahlreiche digitale Geräte zukommen lassen, darunter etwa 3D-Drucker, Lasercutter und Stickmaschinen“, erklärt Bianca Herms, die Leiterin des bei der Stadtbibliothek angesiedelten Medienzentrums im Bildungszentrum an der Ebertstraße 19. Zum Ausstattungspaket gehören auch Hochleistungscomputer, eine Produktionsumgebung für audiovisuelle Medien, Mikrocontroller und ein Roboterarm. Oben unter dem Dach des Bildungszentrums sind diese Geräte nun im „Log in“ zu finden. „Jede Lehrkraft aus Gelsenkirchen kann diese Geräte mit den Schülerinnen und Schülern hier vor Ort für den Unterricht nutzen. Kleinere Geräte verleihen wir natürlich auch, aber bei den Großgeräten ist das leider rein logistisch nicht möglich. Stattdessen können hier Zeiträume für die Nutzung vor Ort gebucht werden“, so Herms. Die Nutzung ist kostenfrei. Die „Digital Making Places“ decken die vier Kreativbereiche Visual, Audio, Coding/Flex (Programmieren) und Haptic/Tinker (an diesen Stationen entstehen mit Hilfe digitaler Anwendungen Dinge, die man anfassen kann) ab.
Zukunftsorientierter Schulunterricht
Und damit die Lehrerinnen und Lehrer auch wissen, wie die Geräte in den Unterricht integriert werden können, finden im März zwei Fortbildungstage im Gelsenkirchener Medienzentrum statt: Diese sollen Lehrkräften und angehenden Lehrkräften einen niederschwelligen Zugang zu vielfältigen innovativen digitalen Technologien eröffnen. Durch das experimentelle Arbeiten mit dieser Technologie und durch Impulse für den eigenen Unterricht soll das Prinzip des „Makings“ Bestandteil einer zukunftsorientierten Schul- und Unterrichtsentwicklung werden.
Der Weg ist das Ziel
„Gelsenkirchen ist natürlich die perfekte Umgebung für dieses Pilotprojekt, da hier bereits alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mit iPads ausgestattet sind“, betont Carsten Schellnock, der selbst Lehrer an einer Realschule in Dülmen ist und im „Log In“ mit einem ganzen Team aus Lehrerinnen, Lehrern und Medienpädagogen das Konzept des „Digital Making Places“ näherbringt. Einer der beiden März-Workshops fand in dieser Woche statt. Die Aufgabe des Tages: In Kleingruppen sollten die Gelsenkirchener Lehrkräfte eine „smarte“ Verpackung für eine Pizza entwickeln, das Produkt mittels Lasercutter aus Holz herstellen und mit einem Temperaturmessgerät ausstatten. Zudem sollte der Prozess filmisch begleitet werden und parallel dazu ein Podcast entstehen, um das neue Produkt zu bewerben. „Hier geht es in erster Linie auch um einen Perspektivwechsel, um einmal ganz anders auf schulische Lernprozesse zu schauen“, erläutert Schellnock.
Und schnell stellte sich bei den Lehrkräften, die an diesem Tag in die Schülerrolle schlüpften, die Erkenntnis ein: Es geht nicht immer um ein perfektes, fertiges Produkt. Auf dem Weg dorthin sind viele kreative Entwicklungsschritte zu meistern.
Initiiert wurden die Fortbildungen vom Apple Premium Education Partner Cancom, der Medienberatung und dem Medienzentrum Gelsenkirchen. Sie sollen das Zusammenspiel zwischen iPads und den Digital Making Geräten verdeutlichen und zeigen, wie man sie im Unterricht einsetzen kann, so dass eine ganz neue Art von Unterricht entsteht, die den Schülerinnen und Schülern Spaß macht und gleichzeitig effektiver ist als bloßes Auswendiglernen von Inhalten.
Die geschulten Lehrkräfte sollen in ihren Kollegien als Multiplikatoren dienen. Auch die Medienberaterinnen der Bezirksregierung Münster stehen ihnen dabei zur Seite, falls Fragen auftauchen. Weitere Informationen gibt es über die Internetseite www.schulministerium.nrw/innovative-schul-und-unterrichtsentwicklung-digital-making-places.
***Hinweis an die Redaktionen: Zu dieser Presseinformation stellen wir Bildmaterial zum Download bereit. Die Bildrechte liegen bei der Stadt Gelsenkirchen/Katharina Fleissner.