26. Januar 2026, 11:58 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Das Interventionsteam EU-Ost der Stadt Gelsenkirchen kontrollierte mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), des Verkehrsüberwachungsdienstes (VÜD), der Wohnungsaufsicht und Bauordnung gemeinsam mit dem Jobcenter (JC) Gelsenkirchen und der ELE am Donnerstag, 22. Januar 2026, mehrere Häuser im Süden der Stadt.
Der überwiegende Anteil aller Wohnungen konnte begangen werden. Insgesamt wurden 15 Personen von Amts wegen abgemeldet.
In einem Gebäude in der Ückendorfer Straße konnten von 34 gemeldeten Personen 28 angetroffen werden. Drei Personen wurden von Amts wegen abgemeldet. Bereits zu Beginn der Kontrolle stellten die Dienstkräfte eine nicht schließfähige Hauseingangstür fest. Zudem waren mehrere Flurlichter im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss defekt. Darüber hinaus wurde ein Wasserschaden festgestellt. Der Eigentümer wird durch die Wohnungsaufsicht zur kurzfristigen Mängelbeseitigung und Instandsetzung aufgefordert.
Da das Gebäude ursprünglich als Hotel genehmigt wurde, ist die Nutzung als Wohnhaus nicht erlaubt. Für alle sechs Wohnungen wurde deshalb eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen.
Bei der Begehung des Hinterhofes wurden diverse Schleppfahrzeuge festgestellt, die mit einer Vielzahl von Altfahrzeugen beladen waren. Da der Hinterhof nicht als gewerbliche Lagerfläche genehmigt ist, prüft die Bauordnung eine Nutzungsuntersagung. Im Rahmen von Halterabfragen konnten zwei Leistungsbezieher ermittelt werden, die ihre augenscheinliche Nebentätigkeit beim Jobcenter nicht als Einkommen angegeben hatten. Wegen Zweifeln an der Hilfebedürftigkeit werden die Leistungen vorläufig eingestellt. Zudem prüft die Gewerbeabteilung ein Verfahren wegen fehlender Gewerbeanmeldung und möglicher Schwarzarbeit.
Ferner wurden drei Personen angetroffen, die dem Jobcenter nicht als Mitglieder einer leistungsbeziehenden Haushaltsgemeinschaft gemeldet waren. Die Kosten der Unterkunft werden angepasst und die Überzahlung zurückgefordert. Wegen unzureichenden Erwerbseinkommens übermittelte das Jobcenter zudem einen Hinweis an die Ausländerbehörde zur Überprüfung der EU-Freizügigkeit. Weiterhin wurden im Hofbereich mit Müll befüllte Transportboxen eines Onlinehändlers festgestellt. Gegen den Verantwortlichen wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen illegaler Abfallentsorgung eingeleitet.
In einem weiteren Objekt in der Ückendorfer Straße konnten von 30 gemeldeten Personen 22 angetroffen werden. Eine Person wurde von Amts wegen abgemeldet. Auch hier war die Hauseingangstür nicht schließfähig. Zudem waren ein Außenfenster im ersten Obergeschoss sowie ein Glaseinsatz im zweiten Obergeschoss beschädigt. Die Wohnungsaufsicht wird den Eigentümer zur Mängelbeseitigung auffordern.
Da die Dachgeschosswohnung nicht zu Wohnzwecken genehmigt ist, leitet die Bauordnung eine Nutzungsuntersagung im gestreckten Verfahren ein. Durch bauliche Veränderungen wurden im ersten und zweiten Obergeschoss Bereiche, die ursprünglich als Durchgangsräume genehmigt wurden, widerrechtlich zu Wohneinheiten umfunktioniert. Auch hierfür erfolgen Nutzungsuntersagungen.
Im Gespräch mit den Bewohnern wurde dem Jobcenter eine unerlaubte Ortsabwesenheit von zwei Personen bekannt, weshalb die Leistungen vorläufig eingestellt werden. Zudem wurde festgestellt, dass eine Mietpartei innerhalb des Gebäudes umgezogen ist, ohne dies mitzuteilen. In zwei weiteren Fällen erfolgen Nachkontrollen wegen des Verdachts auf nicht gemeldete Personen und wegen einer möglichen Verschleierung einer Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft. Aufgrund mehrerer Sperrmüllablagerungen im Hofbereich leitet GELSENDIENSTE ein Verfahren wegen Müll auf Privatflächen ein.
In einem Haus in der Hauptstraße konnten von 21 gemeldeten Personen 20 angetroffen werden. Eine Person wurde von Amts wegen abgemeldet. Bereits bei Ankunft wurde eine massive Verschmutzung des Durchgangs zwischen dem zu kontrollierenden Objekt und dem Nachbarhaus festgestellt. Der einzige Zugang zu den Hauseingängen war durch Taubenkot und Spuren von Schadnagern stark verunreinigt. Der Vermieter wird zur Schadnagerbekämpfung sowie zu Vergrämungsmaßnahmen von Wildtauben aufgefordert.
Im Dachgeschoss stellte die Bauordnung fest, dass der Wohnung der erforderliche zweite Rettungsweg fehlt. Die Wohnung wurde noch am selben Tag geräumt und versiegelt.
Im Anschluss führten KOD und Jobcenter Kontrollen in der Ferdinandstraße durch. Dabei wurden insgesamt zehn Personen von Amts wegen abgemeldet. Zudem übermittelte das Jobcenter in sechs Fällen Hinweise an die Ausländerbehörde wegen des Verdachts der missbräuchlichen Ausnutzung der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit aufgrund unzureichenden Erwerbseinkommens.
Durch den Verkehrsüberwachungsdienst wurden im unmittelbaren Umfeld der überprüften Objekte insgesamt 52 Verkehrsverwarnungen ausgesprochen. Dabei wurden zwei Bußgeldverfahren wegen fehlender oder fehlerhafter Feinstaubplakette eingeleitet. Zudem wurden 12 Abschleppmaßnahmen aufgrund von Verkehrsbehinderungen durchgeführt.
Der KOD fertigte vier Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen des Abstellens nicht zugelassener Fahrzeuge im öffentlichen Raum. In zwei Fällen wurden die Kennzeichen sichergestellt.