23. Mai 2012, 11:13 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Herzlich willkommen zu unserer Fachtagung zur Familienbildung – und herzlichen Dank Ihnen, Herr Deters, dass wir diese Tagung in den Räumen von Gelsenwasser ausrichten können! In diesem Tagungsraum – in dem es sonst die Strom- und Wasser- vor- und -entsorgung geht – wollen wir heute Nachmittag darüber sprechen, was wir künftig für junge Eltern und ihre Kinder tun. Wie wir bestehende Angebote noch besser machen und die Bedürfnisse von Familien in Gelsenkirchen noch präziser treffen können.
Obwohl dieser Ort eher ungewöhnlich für unser Thema ist, passt er in meinen Augen doch gut zu unserem Ansatz der präventiven Familienpolitik. Zum einen, weil Gelsenwasser im Rahmen seines bürgerschaftlichen Engagements das Thema Familienbildung unterstützt. Weil das Unternehmen ein Budget zur Verfügung stellt, mit dem etliche gute Ideen gefördert werden können. Zum anderen erlauben die Räume in der siebten Etage dieses Gebäudes aber auch einen weiten Blick über unsere Stadt. Und darum geht es beim Thema Familienbildung ebenfalls: Weitblick zu beweisen und das Richtige für die Zukunft unserer Stadt zu tun.
Wir sehen also von hier oben eine attraktive und vor allem eine sehr grüne Stadt. Eine Großstadt, die nicht überall dicht an dicht gebaut, sondern zum Teil recht weitläufig ist. Und dieser besonderen Struktur unserer Stadt wollen wir auch bei der Familienbildung gerecht werden. Indem wir kurze Wege schaffen – wenn Sie so wollen „quartiersnah“ arbeiten – oder aber gleich zu den Familien hingehen.
Den Anfang haben wir vor sieben, acht Jahren gemacht mit den Hausbesuchen bei Eltern, die gerade ihr erstes Kind bekommen haben. Bei diesen Begrüßungsbesuchen stellen wir die Angebote der Stadt und der freien Träger vor und schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens. Die jungen Familien sollen spüren, dass sie nicht alleine dastehen, sondern echte Partner haben. Im Grunde war das ein richtiger Paradigmenwechsel, den wir hier vorgenommen haben und den viele andere Städte in der Folge nachvollzogen haben. Wir sagen nicht mehr: Wer Hilfe vom Staat oder der Stadt oder den Einrichtungen der Kirchen und Wohlfahrtsverbänden braucht, der wird sie sich schon holen. Nein, wir setzen alles daran, dass sie unsere Hilfe und Unterstützung frühzeitig bekommen – und nicht erst dann, wenn ihnen die Probleme über den Kopf wachsen.
Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam – die Stadt mit ihren zahlreichen Partnern – eine fast lückenlose Betreuungs- und Bildungskette zusammengestellt. Dafür haben wir, haben Sie alle viel Lob und Anerkennung erhalten. Aber damit wollen wir uns nicht begnügen. Wir wollen die einzelnen Abschnitte, die einzelnen Glieder dieser Kette nochmals verbessern. Wir wollen Gelsenkirchener Biografien noch erfolgreicher machen. Und wir wollen überprüfen, ob sie den Bedürfnissen der Eltern weiterhin gerecht werden, denn die Lebenslagen verändern sich ständig. Dazu werden heute die Ergebnisse einer wissenschaftlicher Evaluation und mehrerer Workshops vorgestellt.
Einen aus meiner Sicht entscheidenden Punkt möchte ich zum Schluss noch erwähnen: Die für viele vorbildliche Gelsenkirchener Familienpolitik und die gute Familienbildung wären nicht denkbar ohne die enge Zusammenarbeit der städtischen Stellen mit den Trägern der Familienbildung – mit den beiden katholischen Einrichtungen, dem Elisabeth-Käsemann-Haus, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas und den weiteren Partnern. Wir haben da zum Glück ein gutes, produktives Klima, das wir bewahren und pflegen sollten! Wenn wir in andere Städte schauen, dann sehen wir, dass das keineswegs selbstverständlich ist. Dafür meinen herzlichen Dank – und uns allen eine erkenntnisreiche Tagung! Glück auf!