29. Mai 2012, 10:06 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen widmet sich im Juni dem „Filmjahr national“ und zeigt Produktionen der vergangene zwölf Monate.
Den Auftakt macht am Sonntag/Montag, 3. und 4. 6. Juni im Schauburg Filmpalast „Die Unsichtbare“ von Christian Schwochow. „Glück“ von Doris Dörrie folgt am Dienstag, 7. Juni im Schauburg Filmpalast sowie am Mittwoch, 8. Juni in der Gesamtschule Ückendorf.
Weiterhin stehen auf dem Programm „Dreiviertelmond“ (10./11. Juni), „Kriegerin „(12./13. Juni), „Türkisch für Anfänger“ (17./18. und 20. Juni), Ruhm (19. Juni), Barbara (24./25. und 27. Juni), „Die vierte Macht“ (26. Juni) und „Russendisko“ (1./2. und 4. Juli). Die Filme laufen alle im Schauburg Filmpalast. Lediglich die Mittwoch-Vorstellungen finden in der Gesamtschule Ückendorf statt.
Der Eintritt kostet 4 Euro für eine Vorstellung bzw. 36 Euro für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
Das packende psychologische Drama „Die Unsichtbare“ von Christian Schwochow (NOVEMBERKIND) erinnert thematisch an Darren Aronofskys BLACK SWAN. Allerdings setzt der deutsche Regisseur auf eine konsequent realistische Erzählung und bleibt nah und unaufgeregt bei der zentralen Frauenfigur, deren schmerzhaften Selbstfindungsprozess die dänische Schauspielerin Stine Fischer Christensen beeindruckend nuanciert erfahrbar macht. Ausgezeichnet unter anderem beim Filmfestival in Karlovy Vary 2011 mit dem Preis für die „Beste Hauptdarstellerin“ sowie mit dem „Deutschen Filmpreis“ 2012 in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ (Dagmar Manzel) und mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“.
Der egozentrische Starregisseur Kaspar Friedmann (Ulrich Noethen) will das (fiktive) Theaterstück „Camille“ mit Schauspielschülerinnen und -schülern auf die Bühne bringen. Überraschenderweise vergibt er die Titelrolle der latent selbst zerstörerischen Femme fatale an die introvertierte und unsichere Fine (Stine Fischer Christensen). Friedmann glaubt, eine Hauptfigur nach seinen Vorstellungen erschaffen zu können, wenn er die persönlichen Brüche und Ängste der jungen Frau offenlegt. Er treibt Fine immer weiter in die ihr so fremde Rolle hinein – und damit in eine tiefe existenzielle Krise, die sich auch auf ihre schwierige Familienkonstellation auswirkt.
Basierend auf Ferdinand von Schirachs Erzählung „Glück“ aus seinem Buch „Verbrechen“ hat Regisseurin Doris Dörrie (KIRSCHBLÜTEN – HANAMI) zwischen bewegenden, dramatischen und grotesken Momenten eine unkonventionelle Liebesgeschichte mit erstaunlichen Wendungen inszeniert, die ihr dazu dient, dem Wesen des Glücks nachzuspüren. „Dörries’ Film ist so verspielt wie authentisch, schockierend wie zärtlich – und gerade deshalb sehenswert.“ (BAZ) Ausgezeichnet mit einem „Bayerischen Filmpreis“ 2012.
Traumatisiert von schrecklichen Erlebnissen während des Bürgerkriegs in ihrem osteuropäischen Heimatland ist Irina (Alba Rohrwacher) nach Berlin geflohen und arbeitet dort illegal als Prostituierte. Auf der Straße lernt sie den obdachlosen Punk Kalle (Vinzenz Kiefer) kennen. Zaghaft nähern sich die beiden einander an, entdecken die Liebe und träumen schließlich vom gemeinsamen Glück – bis Kalle einen toten Freier in Irinas Bett entdeckt und eine drastische Verzweifelungstat begeht.