22. Juni 2012, 10:27 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Wo die deutsche Fußball-Elf bei der Europameisterschaft noch hin will, da sind gleich neun Gelsenkirchener Kooperationen gelandet: im Finale. Die Jury des erstmals stattfindenden Ideenwettbewerbs „Kooperation Ruhr“ hat die jeweils zehn besten Bewerbungen in zwei ausgelobten Kategorien ausgewählt.
Die Wettbewerbsbeiträge wollen durch Zusammenarbeit Herausforderungen besser, billiger und effizienter angehen. Dabei fällt bei den Bewerbungen mit Gelsenkirchener Beteiligung eine große Bandbreite der Projekte auf: Von Gesundheit über Bildungsförderung bis hin zum Wohnen und zur Umwelt decken sie die großen Problemstellungen der Zukunft ab.
Die neun Finalisten mit Gelsenkirchener Beteiligung im Überblick:
In der Preis-Kategorie „A“, an der Projekte von Kommunen, Kreisen und kommunalen Einrichtungen teilnehmen konnten, haben es folgende fünf Kooperationen in die „Top 10“ geschafft:
Einer der Finalisten ist das „Last Mile Logistik Netzwerk“, an dem neben Gelsenkirchen auch die Städte Bochum, Hattingen, Herne, Herten und Witten beteiligt sind. Die Städte haben sich zu einer eigenständigen Gesellschaft zusammengeschlossen, um die Stärken des gemeinsamen Standorts im Bereich Logistik gemeinsam weiter zu entwickeln. Ein besonderes Anliegen ist es dabei die Netzwerkbildung innerhalb der Region zu fördern, zu unterstützen und auszubauen.
„Neurovaskuläres Netzwerk Ruhr“ heißt ein weiterer Finalteilnehmer. 35 städtische Krankenhäuser unter anderem aus Gelsenkirchen, Bochum, Essen und Herne wollen in diesem Netzwerk eine Kommunikationsplattform schaffen. Diese soll helfen, Schlaganfallpatienten schneller in entsprechende Fachbereiche zu vermitteln.
Die „Talentmetropole Ruhr“ hat ebenfalls noch Chancen auf den Wettbewerbssieg. Neben der Stadt Gelsenkirchen haben der Kreis Recklinghausen, die Westfälische Hochschule, und die BP Stiftung (Bochum) dieses Projekt in die Wege geleitet. Anlässlich des Fachkräftemangels wollen sie gemeinsam eine Plattform bilden, die Talente im Ruhrgebiet fördert. Dabei sind sich die Kooperationspartner einig: Das Ruhrgebiet verfüge, anders als andere Metropolregionen, noch über erhebliche Talentreserven. Zie l sei es diese Talente unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft und Einkommen der Eltern zu entfalten.
Auch das Projekt „WIR – Wohnen im Revier“ hat es auf die vorderen Plätze geschafft. Kommunale Wohnungsunternehmen der Städte Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Mülheim an der Ruhr und Witten wollen damit langfristig die Lebens- und Wohnqualität im Ruhrgebiet verbessern. In den über 80.000 Wohnungen der kooperierenden Wohnungsunternehmen wohnen rund 200.000 Menschen.
Um den Titel kämpft auch die „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ mit ihren 22 beteiligten Akteure rund um die Emschergenossenschaft. Bis zum Jahr 2020 wollen sie 15 % des Regenwassers aus der Kanalisation abkoppeln und in die Emscher leiten. Dadurch soll die Wasserqualität verbessert und die Abwassergebühren reduziert werden. Denn die Ableitung von Regenwasser in der Kanalisation verursache hohe Kosten: So müssten Abwasserkanäle auf die Spitzenbelastung bei starken Regenfällen ausgelegt werden, wie die „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ berichtet.
In der Preis-Kategorie „B“ waren Kooperationen von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Bürgergruppen zugelassen. Unter den zehn Besten mischt Gelsenkirchen vier Mal mit.
Einer dieser „Top 10“-Beiträge ist der „Gesundheitspark Nienhausen“. Gemeinsam haben Gelsenkirchener und Essener die Schwerpunkte des von der Schließung bedrohten Revierpark Nienhausen neu ausgerichtet. Erholung, Sportangebote und Gesundheitsvorsorge sollen mit dem Gesundheitspark für jedermann zugänglich und erschwinglich sein.
Ebenfalls aus Gelsenkirchen und Essen kommt das Projekt: „KRAY OR DIE“. Die Kooperation führt im Krayer Volksgarten am morgigen Samstag, 23. Juni 2012, ein Jugendkulturfestival durch. Dabei gehe es den Veranstaltern darum, möglichst vielen Akteuren und ehrenamtlichen Mitarbeitern der beteiligten Essener und Gelsenkirchener Jugendeinrichtungen eine Auftrittsplattform zu bieten. Unter anderem treten verschiedene Rockbands und Tanzgruppen auf zwei Bühnen auf.
An einem weiteren Finalprojekt - „MTZ-ProRuhr“ - sind 26 Akteure aus der Ruhrregion beteiligt. Ihr Ziel sei es, die örtlichen Technologie- und Gründerzentren zu vernetzen. Junge wissenschaftliche Talente sollen unter anderem über alternative berufliche Entwicklungsmöglichkeiten informiert und bei der Gründung von Start-Up-Unternehmen unterstützt werden.
Bei „Ruhr Barrierefrei“ – ein weiterer Finalist mit Gelsenkirchener Beteiligung – engagieren sich 59 Akteure. Sie entwickeln ein Internetportal mit Informationen rund um die Barrierefreiheit im Ruhrgebiet, das Hinweise zu Veranstaltungsorten, Sehenswürdigkeiten, Unterkünften, Mobilität und Pflege bereit hält. Menschen mit Behinderungen sollen so ihre Freizeit selbstbestimmt planen können.
Hintergrund zum Wettbewerb
Ruhrgebietsakteure sowie Nachbar-Kommunen waren zur Teilnahme aufgerufen. Bis Ende April 2012 sind insgesamt 123 Bewerbungen eingegangen.
Die endgültigen Gewinner (Plätze 1 bis 5) bleiben bis zur Preisverleihung am Dienstag, 26. Juni 2012 ab 11 Uhr (im Erich-Brost-Pavillon auf Zeche Zollverein), geheim. Die Preisgelder in der Kategorie „A“ reichen von 100.000 Euro (1. Platz) bis hin zu je 20.000 Euro für die Plätze 4 und 5. Der Erstplatzierte in Kategorie „B“ erhält 30.000 Euro. Die Plätze 4 und 5 je 5.000 Euro.