11. Juli 2012, 10:57 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Stadt Altenberg im Erzgebirge nimmt den zehnten Jahrestag des so genannten Jahrhunderthochwassers zum Anlass, um an die Überschwemmungen zu erinnern und gleichzeitig den vielen Spendern und Helfern zu danken. Überflutete Häuser, überschwemmte Straßen und weggerissene Brücken, das war die Situation vor zehn Jahren in Altenberg. Bei allem Unglück brachte die Flutkatastrophe 2002 aber auch eine Welle der Hilfsbereitschaft - unter anderem aus Gelsenkirchen - über die rund 8500 Einwohner zählende Stadt in Sachsen.
Viele Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen waren einem städtischen Spendenaufruf gefolgt und sammelten bei der Aktion „Brücken von Mensch zu Mensch - Brücken für Altenberg“ rund 100.000 Euro. Herausragende Einzelposition war dabei unter anderem eine Spende des in Gelsenkirchen-Rotthausen beheimateten Unternehmens Pilkington: Mit 25.000 Euro finanzierte die Firma die Wiederherstellung einer ganzen Brücke in Altenberg. Neben Geld wurden auch verschiedene Sachleistungen gespendet. So hat ein Gelsenkirchener Unternehmen (PeinigerRöRo) eine neue Brücke über die Rote Weißeritz errichtet, mit der die Bundesstraße B 170 und die Kläranlage Altenberg verbunden wurden.
Thomas Kirsten, Bürgermeister der Stadt Altenberg, attestiert den Gelsenkirchenern zehn Jahre nach der Katastrophe in einem Schreiben an Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Sie haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass wir in der damaligen Zeit den Optimismus nicht verloren haben und Sie haben unseren Einwohnern die Hoffnung gegeben, dass wir gemeinsam das Aufbauwerk schaffen werden.“
Der Brückenschlag von Mensch zu Mensch, von Gelsenkirchen nach Altenberg hallt also nach. Die „Brücken“ haben gehalten.
Nach zehn Jahren Aufbauarbeit scheinen die Schäden überwiegend beseitigt zu sein. Dennoch sind Hochwasser, Helfer und Spender nicht in Vergessenheit geraten. Die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Naturkatastrophe findet statt am Sonntag, 12. August 2012, ab 10 Uhr,
im Ortsteil Kurort Kipsdorf der Stadt Altenberg.
Hintergrund:
Die Rote Weißeritz, die durch Altenberg fließt, hat am 12. und 13. August 2002 alles mitgerissen, was sich ihr in den Weg stellte: Bäume, Autos, ganze Häuser. Die fortgerissenen Massen stapelten sich vor Brücken auf und rissen auch diese mit, so dass nach dem Berghochwasser von den ehemals 35 Brücken Altenbergs nur noch vier begehbar waren. Und auch sonst waren die Schäden verheerend (über 16 Millionen Euro in den fünf am stärksten betroffenen Ortsteilen).
An den Aufräumarbeiten war das Technische Hilfswerk von Gelsenkirchen von Anfang an tatkräftig beteiligt. Auch Auszubildende von GELSENGRÜN - heute GELSENDIENSTE – haben freiwillig und engagiert vor Ort bei den ersten Notinstandsetzungen geholfen. Die jungen Leute gaben letztlich den Anstoß zur Aktion „Brücken von Mensch zu Mensch - Brücken für Altenberg“. Nach ihrer Rückkehr haben sie dem damaligen Oberbürgermeister Oliver Wittke berichtet, dass die Einwohner vom öffentlichen Leben abgeschnitten seien, weil komplette Ortszuwegungen unpassierbar seien. Der Oberbürgermeister nahm diese Eindrücke zum Anlass, um die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener in einem Spendenaufruf um Hilfe zu bitten.
Schon damals zeigten die Altenberger ihre Dankbarkeit über die entgegengebrachte Solidarität und Hilfsbereitschaft: Eine zentrale Brücke in Altenberg trägt seitdem den Namen der Stadt Gelsenkirchen. Außerdem erinnert auch eine Gedenktafel an die Spenden- und Einsatzbereitschaft der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener.