17. August 2012, 12:23 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Referat Erziehung und Bildung der Stadt Gelsenkirchen hat in den Sommerferien wieder Sprachcamps für Grundschulkinder aus Zuwandererfamilien durchgeführt.
Zum Abschluss präsentieren die Kinder an jedem Standort Eltern, Lehrern und Freunden ihre Ergebnisse. Der zentrale Abschluss mit der Verabschiedung aller 165 teilnehmenden Kinder findet statt am
Samstag, 18. August 2012, von 14 bis 16 Uhr,
im Zirkus auf Hof Holz,
Braukämperstraße 80, 45889 Gelsenkirchen.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen.
Nachdem die Zirkusvorstellung „Auf der Suche nach Atlantis“ die Zuschauer in eine imaginäre Welt entführt hat, wird Bürgermeisterin Gabriele Preuß gegen 15.45 Uhr allen Kindern und den Eltern aus dem Sprachcamp Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme überreichen.
Hintergrund:
In Gelsenkirchen haben Sprachfördercamps schon Tradition. In Kontinuität seit 2004 veranstaltet das Referat Erziehung und Bildung dieses kompensatorische Stützinstrument zur Sprachförderung von Grundschulkindern mit Zuwanderungsgeschichte, das bei vielen Eltern zu einem begehrten und beliebten Ferienangebot avanciert ist.
165 Kinder aus 20 Grundschulen und deren Eltern profitieren von diesem Angebot zum Ende der Sommerferien.
Zu Beginn der Sommerferien verreisen viele Kinder mit ihren Eltern. Viele Familien mit Zuwanderungsgeschichte fahren in ihre Heimatländer und besuchen ihre Familien. Dann tritt die deutsche Sprache in den Hintergrund. Das trifft genauso auf die Kinder zu, die zuhause bleiben. So oder so, die Kinder werden hauptsächlich in ihrer Muttersprache kommunizieren. Nach den Ferien benötigen diese Kinder dann mehr Zeit in der Schule, um wieder beim schulischen Lernen Schritt zu fassen.
Genau hier setzt das pädagogische Konzept des Sprachcamps an. Durch die Teilnahme am Sprachcamp wird dieser Ferieneffekt vermieden. Die teilnehmenden Kinder erweitern nachgewiesener Maßen ihre deutsche Sprachkompetenz und sind fit, wenn die Schule wieder beginnt:
Auf einer außergewöhnlichen Sprachreise trainieren sie sich in der deutschen Sprache und durchleben in fiktiven Welten und imaginären Rollen eine abenteuerliche Zeit.
An drei verschiedenen Standorten treten die Kinder ihre Sprachreise an. Im Theater Consol geht es mit dem Motto „drunter, drüber, durch - märchenhaft durchs Sprachcamp“. Auf dem Ziegenmichelhof ist wieder „der Igel los“, der sich auf eine abenteuerliche Zeitreise (Steinzeit, Ritterzeit etc.) begibt. Auf dem Hof Holz suchen die Kinder circensisch nach „Atlantis“.
Die jeweilige Rahmenhandlung ist unterschiedlich, das Sprachförderkonzept aber gleich. Die Projektarbeit wird kombiniert mit einer täglich zweistündigen systematischen Sprachförderung, die dem Prinzip eines linguistisch fundierten Konzeptes für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) folgt.
Ein ausgewogenes Konzept zwischen Spiel und Spaß einerseits und Anstrengung und Lernen andererseits sorgt für große Motivation und ausdauernde Begeisterung. Denn die Teilnahme ist freiwillig und alle Kinder kommen erfahrungsgemäß vom ersten bis zum letzten Tag ins Sprachcamp.
Diese (kultur)pädagogischen Methoden helfen den Kindern, Sprache ganz ungezwungen zu erlernen. Beim Einüben eines Theaterstückes, bei der Probe von Akrobatik und Zauberei oder beim Färben und Filzen von Wolle sind die Möglichkeiten und Anlässe zu sprechen grenzenlos aber auch Vorraussetzung für das Gelingen eines Projektes. Die im morgendlichen zweistündigen Sprachunterricht erlernten sprachlichen Strukturen können dabei angewandt und gefestigt werden. Darüber hinaus erfordert das ganztägige Leben in der Campgemeinschaft Absprachen und Vereinbarungen, d.h. soziale Fähigkeiten werden ebenfalls geschult.
Auch die Eltern der Kinder sind eingeladen, am Sprachcamp teilzunehmen. Dazu bietet die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) täglich ein zweistündiges Elternbegleitseminar an.
Parallel zu ihren Kindern üben auch die Eltern sich in der deutschen Sprache. Im Blickpunkt des Elternseminars steht darüber hinaus die Frage, wie Eltern ihre Kinder beim Sprachenlernen unterstützen können, denn Sprache ist bekanntermaßen der Schlüssel zur Integration.
Als freiwilliges Angebot in den Ferien leistet das Sprachcamp in diesem Sinne einen wertvollen Beitrag.
Gute Konzepte in der Sprachförderung zeigen nachweisbare Erfolge, benötigen aber auch einen Etat. Deshalb ist es erfreulich, dass dieses Projekt kontinuierlich seit 2004 durch Landesmittel gefördert wird.