19. September 2012, 11:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Institut für Stadtgeschichte lädt zu einem Vortrag von Sebastian Felz über Friedrich Grimm am Mittwoch, 26. September 2012, um 19 Uhr in die Dokumentationsstätte“ Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ an der Cranger Straße 323 in 45891 Gelsenkirchen herzlich ein.
Der heute fast vergessene Rechtsanwalt Friedrich Grimm trat fast vier Jahrzehnte lang in politischen Prozessen auf. Seine Karriere begann im Ersten Weltkrieg, danach vertrat er die Ruhrindustriellen bei französischen Kriegsgerichtsverfahren. In der Weimarer Republik wurde er berühmt durch die Verteidigung der „Fememörder“ aus den Reihen der „Schwarzen Reichswehr“. Friedrich Grimm hatte bereits erste Kontakte mit Hitler vor 1933, mit dem er über die Revisionsmöglichkeiten des Versailler Vertrags diskutierte. Nach der „Machtergreifung“ wurde Grimm Reichstagsabgeordneter der NSDAP und Vertreter des NS-Regimes in nationalen und internationalen Prozessen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Rechtsberater der deutschen Botschaft in Paris. Grimm verteidigte Kriegsverbrecher wie Werner Best und beteiligte sich an der Kampagne für eine Generalamnestie von NS-Verbrechen.
Der Vortrag von Sebastian Felz, Münster, beschäftigt sich in erster Linie mit der Instrumentalisierung von Prozessen zur Legitimation von politischen Zielen anhand der Fememordprozesse sowie des „Gustloff-Verfahrens“ 1936 in der Schweiz.