28. November 2012, 11:16 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Recht ist als abstraktes Gebilde schwer zu fassen. Dennoch ist es gerade für Kinder wichtig, ihre Rechte zu kennen und diese auch zu verstehen. Sie geben ihnen schließlich die Chance, ihre vorhandenen Träume auch umsetzen zu können. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde nun mit der gemeinsamen Kinderrechtsaktion von Familienzentren in Gelsenkirchen und der englischen Partnerstadt Newcastle gemacht.
Im Städtischen Familienzentrum Rotthauser Markt behandelten die Erzieher- und Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern im Rahmen verschiedener Angebote über zwei Wochen lang ein schwierig darzustellendes Thema: Recht. In Gesprächen, Rollenspielen, Foto- und Bastelaktionen wurde versucht, den Kindern den Begriff anschaulich zu vermitteln. Zentrale Fragestellung war hierbei: Was ist Kindern wichtig, um glücklich zu sein und wie helfen Rechte den Kinder dabei, ihre Ziele zu erreichen? Wünsche und Träume standen in den Gesprächen im Vordergrund. Jedoch sollten die Kinder auch begreifen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Recht – was einem zusteht – und dem, was man will. Thematisiert wurde in diesem Rahmen beispielsweise auch das Recht auf Geheimnisse: Was möchte ich für mich behalten und was sollte oder darf ich vielleicht nicht verheimlichen? Dazu haben die Kinder ihre Geheimnisse aufgeschrieben. Die Briefe wurden anschließend mit Wachs versiegelt und in einer Kiste deponiert. Diese wird nun in der Einrichtung bis zum nächsten Jahr aufbewahrt. „Die Kiste wird dann wieder hervorgeholt und die Kinder entscheiden selbst, ob ihre Geheimnisse geheim bleiben oder ob der Brief wieder geöffnet wird“, sagte Karen Wippich, Leiterin des Familienzentrums Rotthauser Markt.
Zum Abschluss der Aktion wurde ein kurzer Film gedreht und es gab eine Liveschaltung via Internet zwischen den Einrichtungen in Gelsenkirchen und Newcastle. Dort wurden an diesem Tag ebenfalls entsprechende Aktionen umgesetzt. „Die Kinder waren alle ganz aufgeregt“, sagte Karen Wippich, die als Dolmetscherin die Fragen der Kinder übersetzte. Am letzten Tag packten die Kinder zudem ein Päckchen mit dem Video sowie den Bildern und Materialien, die bei den Aktivitäten entstanden sind. Dabei haben sich die Kinder viele Gedanken darüber gemacht, was ihre englischen Freunde wohl noch gerne haben möchten: Neben Weingummi, einer selbst genähten Puppe und einigen Kugelschreibern durfte auch etwas vom FC Schalke 04 nicht fehlen. Nachdem das Päckchen nun auf dem Weg ist, warten alle gespannt auf ein Paket aus der englischen Freundschaftseinrichtung Westerhope Village Nursery aus Newcastle.
In Gelsenkirchen beteiligten sich an der Aktion neben dem Familienzentrum am Rotthauser Markt ebenfalls sechs weitere städtische Familienzentren: Freiligrathstraße, Plutostraße, Hugostraße, Braukämperstraße, Mühlenstraße und Munscheidstraße. Auch in diesen Einrichtungen wurde das Thema in vielen Aktivitäten spielerisch vermittelt. Es wurde gesungen, gelesen, gegessen, gebastelt, Theater gespielt und vieles mehr, um das Thema kindgerecht aufzuarbeiten. In den Aktionen erfuhren die Kinder, was zum Beispiel die Rechte auf gewaltfreie Erziehung, auf Spiel und Freizeit oder auf Schutz vor Ausbeutung bedeuten.
Hintergrund der Aktionen bildet die Kinderrechtskonvention, die von den Vereinten Nationen 1989 ins Leben gerufen wurde und die weltweit die Grundlagen dafür legt, dass Kinder gesund, gerecht und geschützt aufwachsen können. Seit 1992 ist diese auch in Deutschland gültig. Bis auf die USA und Somalia haben alle 192 Staaten der Erde diese Vereinbarung unterzeichnet. Somit gelten die Kinderrechte, die sich daraus ableiten, für über zwei Milliarden Kinder.