11. Januar 2013, 11:11 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Die umfangreichen Baumaßnahmen am Ricarda-Huch-Gymnasium sind so gut wie abgeschlossen. Der Mitteltrakt, die Aula und die Turnhalle erstrahlen in neuem Glanz, eine Mensa und eine Cafeteria wurden gebaut und der Sporthof wieder hergestellt und verbessert.
Diese erheblichen Investitionen sind für den Schulstandort ein großer Gewinn. Oberbürgermeister Frank Baranowski hat heute gemeinsam mit der Schulleiterin Ursula Klee die neuen Räume im Rahmen einer Feierstunde in der Aula der Schule der Öffentlichkeit vorgestellt.
Zur Geschichte des Schulbaus
an der Schultestraße 50
Am 20. Juni 1930 fand der erste Spatenstich für einen Schulneubau auf dem Böhlingshof statt. Das Gebäude hat deutliche Anklänge an den Bauhaus-Stil der 20er Jahre und galt als ein für die damalige Zeit überaus moderner Schulbau.
Entwurf und Bauleitung: Architekt: Josef Franke
Am 16. April 1931 fand die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes für das neue Aloisianum, ein privates katholisches Lyzeum mit Frauenschule und realgymnasialer Studienanstalt statt. Zum Ende des Schuljahres (Weltwirtschaftskrise) zählte das Aloisianum rund 600 Schülerinnen in 18 Klassen.
1939 kaufte die Stadt Gelsenkirchen das Schulgebäude an der Schultestraße von den Franziskanerinnen. Im zweiten Weltkrieg wurden das Erdgeschoss und Teile des Kellergeschosses als Lazarett des Marienhospitals genutzt. In den oberen Geschossen wurde unterrichtet.
Am 6. November 1944 wurde das Schulgebäude durch Bomben weitgehend zerstört.
Am Montag dem 18. März 1946 haben sieben Lehrkräfte für 873 Schülerinnen ohne Bücher und Schreibmaterial den Unterricht unter dem neuen Namen „Ricarda-Huch-Gymnasium“ in der Form von Schichtunterricht wieder aufgenommen.
Erst 1951 begannen die Wiederaufbauarbeiten der Klassentrakte.
Von 1954 bis 1955 wurden der Verwaltungstrakt, die Aula und die Turnhalle gebaut.
Von1977 bis 1980 fand eine Renovierung des naturwissenschaftlichen Flügels bei laufendem Unterricht statt.
Von 1995 bis 1997 entstand ein naturwissenschaftlicher Anbau neu.
Am 1. Oktober 1998 hat der Rat der Stadt eine nochmalige räumliche Erweiterung des Ricarda-Huch- Gymnasiums durch Zuweisung und Umbau des ehemaligen heilpädagogischen Kindergartens Auf Böhlingshof beschlossen. Die starke Nachfrage nach Gymnasialplätzen machte eine Ausweitung des bis dahin drei- auf ein vierzügiges Gymnasiums erforderlich. Nach dem Raumprogramm wurden von 2001 bis 2002 Technikräume, Mehrzweckräume, eine Biblio- und Mediathek und Verwaltungsräume hergestellt und eine durchgängige Computervernetzung des Südflügels mit Anbindung an das Internet installiert.
Das Sanierungsprojekt des
Mitteltraktes 2004 bis 2012
Im Jahre 2004 hat die Schulleitung Ursula Klee dringenden Sanierungsbedarf in verschiedenen Bereichen angemeldet. Benannt wurden der Klassenraumtrakt mit Vernetzung durch ein Medienkonzept, die Toilettenanlage, die Flure und die Haupttreppe sowie die Aula und die Turnhalle.
Erweitert wünschte die Schule die Einführung eines Ganztagskonzeptes. Dazu ergab sich die Notwendigkeit der Installation von Räumen, die zur Mittagessenzubereitung sowie zur Einnahme der Mahlzeiten geeignet sind. Die Verwaltung hat dann mit der Planung und Kalkulation der Maßnahmen begonnen.
Am 20. August 2008 hat die Bezirksvertretung Gelsenkirchen- Mitte durch Beschluss die Verwaltung beauftragt die Gesamtsanierung des Mitteltraktes der Schule, der Aula und der Turnhalle in den Jahren 2008 bis 2011 auszuführen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme wurden auf 3.802.000 € kalkuliert.
Am gleichen Tag wurde auch beschlossen, die Architekturleistung von dem Architekturbüro Klein & Neubürger aus Bochum erbringen zu lassen.
Die Sanierungsarbeiten waren dann so umfangreich, dass diese nicht nur in den Schulferien, sondern bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt werden mussten. Zeitweise mussten auch Klassen in andere Schulbauten ausgelagert werden. Zwischenzeitlich hatte die Schule bereits den offenen Ganztag eingeführt. Die Mittagsverpflegung war auch schon im Provisorium sichergestellt.
Für das Schuljahr 2009/2010 strebte die Schule dann den gebundenen Ganztag an.
Der Ganztag:
Die Errichtung eines Ganztagsgymnasiums am Ricarda- Huch-Gymnasiums wurde von der Bezirksvertretung Gelsenkirchen- Mitte am 9. September 2009 beschlossen.
Im Untergeschoss wurde ein Essbereich mit einer Küche und einem Differenzierungsraum hergerichtet. Neben dem Essbereich wurden noch ein Lagerraum und ein Büro für den Ganztag geschaffen.
Im Eingangsbereich entstand eine Cafeteria mit einem Aufenthaltsraum für die älteren Schülerinnen und Schüler. Die Gesamtkosten für den Ganztagsbereich betrugen 290.000 €.
Im Untergeschoss wurde auch noch der WC- Trakt saniert.
Sanierung Mitteltrakt:
Sechs Klassen konnten den Bauarbeiten ausweichen, in dem sie zeitweise Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule an der Irmgardstrasse nutzten. Die meisten Klassen mussten aber in einem Containergebäude auf dem Schulhof untergebracht werden. Der Baubeginn erfolgte dann in den Sommerferien 2009 mit folgenden Abschnitten:
Neue HeizungAufzug für Menschen mit Behinderung vom Untergeschoss bis zum Dachgeschoss.Rampe zum Untergeschoss für RollstuhlfahrerFassaden und DachsanierungAußenanlagen Sporthof (75.000 € )Pausen WC- NordflügelTurnhalle /Aula /Südflügel
Im Zuge der Bauführung kam es dann zu Mehrbedarfen, die verschiedene Gründe in allgemeinen Preissteigerungen, in der schlechten Gebäudesubstanz oder einer überarbeiteten Planung hatten. Schlussendlich mussten Mehrkosten von 1.692.000 € aufgewendet werden. Die Gesamtkosten betrugen damit 5.494.000 €.
Seit dem 1. August 2012 läuft der Schulbetrieb in den sanierten Gebäudeteilen wieder planmäßig.
Insgesamt konnte ein hochwertiger Standard verwirklicht werden. Die sanierten Räume wurden auch noch durch modernes Mobiliar und technische Infrastruktur (wie z.B. Beamer und Whiteboardtafeln) ergänzt. Die Turnhalle wurde dem heutigen Ausstattungsbedarf angepasst. Die Aula selbst ist zu einem multifunktional nutzbaren kleinen Theater- und Konzertsaal umgebaut worden.
Die akustischen und optischen Voraussetzungen (Ton und Licht) erfüllen jetzt jeden Anspruch der Lehrpläne aber auch der Bedürfnisse von kommunikativen Veranstaltungen.
Zur Schule:
Das Ricarda- Huch- Gymnasium hat aktuell 796 Schülerinnen und Schüler.
Die 3- bis 4-zügig geführte Sekundarstufe 1 wir von 430 Schülerinnen und Schüler besucht. Die Sekundarstufe 2 ist ebenfall 3- bis 4-zügig und umfasst 366 Schülerinnen und Schüler.
An den Planungen für das Sanierungsprojekt waren hauptsächlich die amtierende Schulleiterin Ursula Klee und ihr Stellvertreter Gerhard Blume-Muntenbeck (bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2011)beteiligt. Die Stellvertreter Position wird heute von Rolf Möller ausgefüllt.
Das pädagogische Konzept des Ricarda-Huch- Gymnasiums wurde mehrfach mit Gütersiegeln des Landes NRW hervorgehoben.
Es bestehen bilinguale Klassen: Englisch- Deutsch, Klassen mit mathematisch –naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, eine Lernwerkstatt Fremdsprachen.
Das Ricarda ist UNESCO-Projekt-Schule und führt türkisch als Leistungskurs.
Die anerkannte Wochenzeitschrift „Die Zeit“ widmete der Schule im Februar 2012 einen großen redaktionellen Anteil unter dem Titel „ Eines Gymnasiums der Zukunft“.
Mit 30 anderen Gymnasien in Nordrhein- Westfalen erprobt das Ricarda-Huch-Gymnasium mit dem Programm „Ganz In“ seit zwei Jahren Modelle für den Ganztagsbetrieb an Gymnasien.
Zukünftige Planungen:
Die Sanierung des Haupteingangsbereiches mit der Eingangstreppe muss noch finanziert werden. Die Sanierung des Pausenhofes mit einer Gestaltung, die den Aufenthaltsbedürfnissen einer Ganztagsschule entspricht, wurde mit 100.000 € planerisch begonnen. Eine endgültige Kostenkalkulation muss aber noch erstellt werden.