22. Januar 2013, 12:38 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Gelsenkirchens Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck reagiert auf den Vorwurf des CDU-Bundestagskandidaten Oliver Wittke, der nach einer Berichterstattung in der WAZ „den Schulfrieden in Gelsenkirchen“ gefährdet sieht. Der Grund: Bildungsdezernent Beck hatte in einem Interview mit der WAZ-Redaktion auf die Frage „Welche Schulformen wird es 2030 Ihrer Meinung nach in Gelsenkirchen noch geben?“ (vgl. WAZ vom 8. Januar 2013) u.a. geantwortet hat: „Die Hauptschulen werden verschwunden sein und die letzten Realschulen auslaufen.“
Dr. Manfred Beck: „Um dies klarzustellen: Der NRW-Schulkonsens ist u.a. deswegen eine große Errungenschaft, weil er die Entwicklung von Schullandschaften ermöglicht, die von der CDU-FDP-Regierung blockiert wurde. Die Einführung der Sekundarschule ist im ländlichen Raum optimal und unter bestimmten Bedingungen auch für Großstädte sinnvoll (z.B. in Hassel). Die wichtigste Grundlage kommunaler schulpolitischer Entscheidungen kann endlich wieder der Elternwille sein!“
Es gehe eben nicht darum, so Dr. Beck, aus ideologischen Motiven an Schulformen und Schulen festzuhalten, die von den Eltern nicht gewollt werden. Es gehe aber auch nicht darum, Schulen schließen zu wollen, die von Eltern gewollt sind! Ohne entsprechende Initiative aus den Schulen selbst heraus würde die Bildungsverwaltung der Stadt Gelsenkirchen bei ausreichenden Anmeldezahlen niemals dem Rat die Schließung einer Schule vorschlagen! Vielmehr ist es ständiges Bestreben der Verwaltung, bei schulpolitischen Entscheidungen einen breiten politischen Konsens zu finden, weil solche Entscheidungen nicht auf dem Rücken von Kindern ausgetragen werden dürfen.
Dr. Manfred Beck: „Die CDU und Oliver Wittke haben lange die Hauptschule hochgehalten. Inzwischen mussten auch sie einsehen, dass diese Schulform von den Eltern nicht mehr gewünscht wird. Inzwischen ist auch bei Herrn Wittke keine Rede mehr von der Hauptschule.“
Bildungsforscher sagen heute ziemlich deutlich, dass Eltern möglichst hohe Abschlüsse für ihre Kinder wünschen. Deshalb werden jene Schulen, die den direkten Weg zur Fachhochschul- und Hochschulreife bieten, von den Eltern bevorzugt gewählt. Das sind Gymnasien und Gesamtschulen. Möglicherweise wird es daneben längerfristig weitere Schulen geben – und dies vielleicht in vielfältiger Form im Lande – die überzeugend ebenfalls den Weg dorthin eröffnen, über den Seiteneinstieg in die genannten Schulen bzw. über die Berufskollegs.
„Persönlich bin ich aber – wie im WAZ-Interview geäußert - überzeugt, dass es 2030 in Gelsenkirchen keine Hauptschule mehr geben wird und dass der Elternzuspruch zur Realschule sehr schnell nachlassen wird, wenn dort das Basisangebot einer Schullandschaft stattfindet, was eben dann der Fall ist, wenn die Hauptschule verschwunden ist“, so Dr. Beck und weiter: „Es gibt also keine Änderung meiner persönlichen Prognose, dass 2030 die letzten Realschulen in Gelsenkirchen auslaufen werden, also spätestens 2029 (in 16 Jahren!) der Rat dieses beschließen wird.“
Dieses alles habe nichts mit Schlechtreden zu tun, sondern ausschließlich mit der aufmerksamen Beobachtung von schulpolitischen Entwicklungen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dr. Manfred Beck: „Dafür wird in Gelsenkirchen niemand ‚in die Schranken’ gewiesen.“