28. Januar 2013, 11:54 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die KoKi-Februar-Hauptreihe unternimmt eine spannende Reise durch die jüngere deutsche Vergangenheit. Ob die erzählten Geschichten nun auf realen Ereignissen basieren oder rein fiktiv sind, alle vier Filme vermitteln ausgesprochen glaubwürdig die Atmosphäre ihrer jeweiligen Zeit – und sie knüpfen interessante Bezüge zur Gegenwart.
Zunächst startet das KoKi jedoch mit „Robot & Frank“ als „Filmentdeckung“ am Sonntag/Montag, 3./4. Februar, im Schauburg Filmpalast und am Mittwoch, 6. Februar, in der Gesamtschule Ückendorf. Als erster Film der „Deutschen Geschichte(n)“ läuft dann am Dienstag, 5. Februar, in der Schauburg „Lore“.
Die Vorstellungen beginnen in der Schauburg generell sonntags um 12.45 Uhr, montags und dienstags um 18 und 20.30 Uhr sowie in der Gesamtschule Ückendorf mittwochs um 19.30 Uhr.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Auf dem Spielplan stehen im Februar noch „Fraktus“ (12./13.), „Der deutsche Freund“ (19./20.) und „Hannah Arendt“ (24./25./26.) als „Deutscher Geschichte(n)“. Weiterhin werden „Cloud Atlas“ (12./13.2.) und „Anna Karenina“ (17./18.2.) als „Literatur im Film“ sowie „Oh Boy“ (26.2.) als „Neuer Deutscher Film“ gezeigt.
Ohne große Science-Fiction-Effekte, dafür mit wunderbar leisem Humor und einem erstklassig agierenden Frank Langella in der Hauptrolle entwickelte Regiedebütant Jack Schreier mit „Robot & Frank“ eine originelle, warmherzige und dezent melancholisch gefärbte Tragikomödie, die anhand der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Mensch und Maschine verschiedene Aspekte des Älterwerdens beleuchtet. Ausgezeichnet beim Filmfestival in Sundance 2012 mit dem „Alfred-P.-Sloan-Preis“. — In nicht allzu ferner Zukunft haben Autos ohne Elektroantrieb, traditionelle Bibliotheken und menschliches Pflegepersonal nur noch nostalgischen Wert. Aus der Zeit gefallen zu sein scheint auch der ehemalige Meisterdieb Frank (Frank Langella), der inzwischen zu einem alten, vergesslicher Eigenbrötler geworden ist. Als ihm sein Sohn zur Unterstützung einen Roboter aufzwängt, reagiert er zunächst äußerst genervt. Allerdings stellt Frank schnell fest, dass die künstliche Intelligenz nicht nur Hausarbeiten erledigen und gesunde Mahlzeiten zubereiten kann. Und so beginnt er, den elektronischen Helfer zu einem diebischen Komplizen umzuschulen.
Cate Shortlands (SOMERSAULT) Verfilmung „Lore“ der Novelle „Die dunkle Kammer“ von Rachel Seiffert blickt auf das unmittelbare Nachkriegsdeutschland durch die Augen eines zutiefst nationalsozialistisch indoktrinierten Mädchens. Die ungewöhnliche Perspektive, die präzisen Figurenzeichnungen und die behutsame, filmisch exzellente Inszenierung verbinden sich zu einem intensiven, fesselnden Drama, das auch eine universelle Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt. Ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Locarno 2012 mit dem Publikumspreis sowie mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. — Süddeutschland im Frühjahr 1945.
Lore (Saskia Rosendahl), die wohlbehütete 15-jährige Tochter eines hohen SS-Offiziers, ist fernab des Kriegsgeschehens aufgewachsen. Als Lores Eltern von den Alliierten verhaftet werden, trägt das Mädchen plötzlich allein die Verantwortung für ihre vier jüngeren Geschwister. Mit ihnen macht sie sich auf den weiten Weg nach Norddeutschland, um bei der Großmutter Schutz zu suchen. Die gefährliche Reise führt die Kinder durch zerstörte Landschaften und konfrontiert sie erstmals mit Hunger, Gewalt und Tod. Unterwegs begegnen sie dem hilfsbereiten jüdischen KZ-Überlebenden Thomas (Kai Malina), der Lores nationalsozialistisches Weltbild endgültig ins Wanken bringt: