18. Februar 2013, 11:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen beendet seine Monatsreihe „Deutsche Geschichte(n)“ mit dem Dokumentarspielfilm „Hanna Arendt“. Am Sonntag, 24. Februar, um 12:45 Uhr sowie am Dienstag, 26. Februar, um 18 und 20:30 Uhr läuft der Film im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) und am Mittwoch, 27. Februar, um 19:30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190).
Als „Neuer Deutscher Film“ steht am Dienstag, 26. Februar, um 18 und 20:30 Uhr „Oh Boy“ auf dem Spielplan in der Schauburg.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Margarethe von Trottas (ROSENSTRASSE; VISION) eindrucksvolles Porträt der höchst bemerkenswerten politischen Theoretikerin Hannah Arendt (1906-1975), brillant verkörpert von Barbara Sukowa, zeichnet das präzise Bild einer der bedeutendsten weiblichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. „Ein kluger und anregender Film und ein reflektiertes Plädoyer für unbequeme Wahrheiten.“ (aus der Jurybegründung zur Vergabe des FBW-Prädikats „besonders wertvoll“). — Die 1933 aus Deutschland emigrierte jüdische Philosophin und Autorin Hannah Arendt (Barbara Sukowa) nimmt 1961 im Auftrag der amerikanischen Zeitung „The New Yorker“ am Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem teil. Mit der Zielsetzung, den Charakter und die Motivation des berüchtigten NS-Kriegsverbrechers zu verstehen, protokolliert sie akribisch das weltweit für Aufsehen sorgende Verfahren. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit und vielen Diskussionen veröffentlicht sie eine Artikelserie, in der sie Eichmann nicht als Monster beschreibt, sondern als einen „banalen“ Bürokraten, der die grausamen Befehle so sorgfältig wie möglich ausführen wollte. Damit löst sie eine Welle der Entrüstung aus: Hannah Arendt wird beschimpft, geächtet, angefeindet – und sie verliert enge Freunde. Dennoch hält sie an ihrer Sichtweise fest und plant weiterhin die Publikation des Buches „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen“.
Herrlich lakonischer Humor, pointierte Dialoge und atmosphärisch dichte Schwarzweißbilder sind die Eckpfeiler von Jan Ole Gersters famosem Spielfilmdebüt „Oh Boy“, das zwischen komischen und tragischen Episoden nicht nur facettenreich einen melancholischen Flaneur porträtiert, sondern auch einen unverstellten Blick auf die Stadt Berlin und ihre Bewohner wirft. Ausgezeichnet u. a. beim Filmfest Oldenburg 2012 mit dem Publikumspreis. — Seit Niko (Tom Schilling) vor zwei Jahren das Jurastudium an den Nagel gehängt hat, lässt er sich ziellos durchs Leben treiben. Finanzielle Unterstützung erhält er immer noch von seinem ahnungslosen Vater – bis dieser die Wahrheit herausfindet und dem Endzwanziger kurzerhand den Geldhahn zudreht. Doch das ist erst der Auftakt zu einem turbulenten Tag, an dem Niko eigenwilligen Charakteren begegnet und absurde Situationen erlebt: Eine sonderbare Schönheit namens Julika (Friederike Kempter) konfrontiert ihn mit den Wunden der gemeinsamen Vergangenheit, sein neuer Nachbar schüttet ihm bei Schnaps und Buletten sein Herz aus, und in der ganzen Stadt scheint es keinen "normalen" Kaffee mehr zu geben.