14. März 2013, 10:54 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 14. März 2013, 10:54 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Am Mittwoch, 20. März, um 19:30 Uhr referiert Martin Domke, Leiter des Eine Welt Zentrums Herne, im Kulturraum „die flora“ an der Florastraße 26 zum Thema „Demokratische Republik Kongo: Reich an Ressourcen, arm an Menschenrechten“. Sein Vortrag ergänzt die laufende Fotoausstellung „Vergewaltigung als Kriegswaffe“, die noch bis 22. März im Kulturraum gezeigt wird.
In der Demokratischen Republik Kongo leben etwa 70 Millionen Menschen. Das Land ist damit ungefähr so groß wie Westeuropa und gehört zu den ärmsten Nationen der Welt. Seit vielen Jahren gibt es nationale und internationale Bestrebungen, demokratische Strukturen zu schaffen und die nahezu unlösbar scheinenden Konflikte innerhalb der politisch und „ethnisch“ verfeindeten Interessengruppen zu entschärfen.
Doch statt des ersehnten Friedens leiden die Menschen weiter unter den gewalttätigen Auseinandersetzungen, Massakern, Überfällen, Plünderungen und Vergewaltigungen.
Wer jeweils für die Gewalttaten und deren Eskalation verantwortlich ist, ist hier kaum zu durchschauen. Je nach Perspektive werden Regierungstruppen, Milizen, Rebellengruppen oder Fremdstaaten für die gigantischen Probleme im Land verantwortlich gemacht. Die endlose Spirale des Hasses bedeutet für die Männer und Frauen ein Leben in Angst und Not. „Zu den bislang schon 1,2 bis 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen kamen aufgrund der jüngsten Kämpfe noch einmal 200.000 Menschen“, weiß Martin Domke.
Das Auswärtige Amt beklagt die Lage in der DR Kongo: Die Hoffnung auf einen funktionierenden Rechtstaat ist längst gestorben. Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Es gibt weder eine hinreichende Versorgung mit Nahrung und gutem Trinkwasser noch ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitswesen.
Willkür und Korruption in Justiz, Polizei und bei den Streitkräften sind an der Tagesordnung. Die Folgen der Gewalt sind verarmte Flüchtlinge, die den Kampf ums tägliche Überleben nicht selten verlieren, und Kriegsprofiteure, die kein Interesse haben, diesen Zustand zu beenden.
Pfarrer Martin Domke reist regelmäßig zu den kirchlichen Projektpartnern in die Region. Sein Vortrag vermittelt Informationen aus der Geschichte und Politik des Landes und beleuchtet auch die Rolle des europäischen Machteinflusses. Wissen um die Ursachen der Not schafft die Grundlage für die notwendige Solidarität mit den leidenden Menschen im Kongo.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Veranstalter sind der Kulturraum „die flora“ und die Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen in Kooperation mit der Aktion Weitblick. Infos unter (0209) 169-9105 und www.die-flora-gelsenkirchen.de.