21. März 2013, 13:43 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Am 21. März 2013 ist es soweit: Die Verwaltung legt dem Rat der Stadt den Entwurf des Jahresabschlusses für das Jahr 2012 vor.
Seit der Reform der kommunalen Rechnungslegung in NRW wird bei den Städten „doppelt gebucht“ und jährlich bilanziert. Am Ende eines Geschäftsjahres stellt die Stadt dann einen Jahresabschluss auf.
Wo vor einigen Jahren in den Städten nur Einnahmen und Ausgaben betrachtet wurden, findet man heute im städtischen Jahresabschluss die Ergebnis- und Finanzrechnung, die Bilanz, den Anhang und den Lagebericht.
Eines ist bereits vor Lektüre des städtischen Jahresabschlusses klar: Gelsenkirchen steht finanziell nicht gerade rosig da. Im Schatten der Berichterstattung hinsichtlich entfallender Gewerbesteuerzahlungen stellt sich das Defizit mit rd. 154 Mio. € um annähernd 45 Mio. € schlechter dar als geplant.
Doch auf der anderen Seite stehen den rd. 1,2 Mrd. € Schulden auch hohe Vermögenswerte gegenüber.
Die Stadt Gelsenkirchen hat bereits 2006 auf das sogenannte „Neue Kommunale Finanzmanagement“ umgestellt und für die Eröffnungsbilanz aufwändig das städtische Vermögen gezählt und bewertet.
„Der einzige Unterschied zwischen der Inventur im Supermarkt und der Inventur in einer Großstadt sind die Dimensionen“, so Stadtkämmerer Dr. Georg Lunemann. „Überspitzt gesagt: Im Supermarkt zählt und bewertet man Einkaufswagen, Mehl und Zucker – bei einer Stadt sind es Straßen, Schulgebäude und Grünflächen“.
Unter dem Strich steht in der Bilanz der Stadt Gelsenkirchen der Wert von über 2,5 Mrd. €. Das hört sich nach viel an – und das ist es auch –, doch das städtische Vermögen ist nur selten finanziell verwertbar.
Ein Beispiel: Die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener nutzen täglich die Straßen und Plätze ihrer Stadt. Doch trotz des einen oder anderen Schlaglochs, alle Straßen Wege und Plätze in Gelsenkirchen zusammen sind knapp 442 Mio. € wert. Aber selbst wenn die Stadt ihre Straßen zum Kauf anbieten würde (was sie nicht will): Man würde sicher keinen Käufer finden.
Die städtische Bilanz listet aber noch weitere Werte auf.
Die unbebauten Grundstücke der Stadt sind insgesamt rd. 250 Mio. € wert – darunter die Grünflächen (78,4 Mio. €), Ackerland (33,6 Mio. €), Waldflächen (9,2 Mio. €) und sonstige Flächen (128,8 Mio. €).
Alle städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie die Schulen bringen zusammen den Wert von rd. 360 Mio. € in die Bilanz zum 31.12.2012. Hinzu kommen noch städtische Wohngebäude (12,1 Mio. €) und sonstige Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäude (184,4 Mio. €) wie beispielsweise das Rathaus oder das Hans-Sachs-Haus.
Kunstgegenstände und Kulturdenkmäler schlagen mit rd. 14,6 Mio. € zu Buche.
Große Teile des Anlagevermögens bilden sich jedoch auch in den Bilanzen der städtischen Tochterunternehmen ab, beispielsweise die Zoom-Erlebniswelt oder die Schwimmbäder.
Für Interessierte ist der Entwurf des Jahresabschlusses 2012 auf der Internetseite der Stadt Gelsenkirchen verfügbar, in diesem Jahr zum ersten mal in Form eines optisch ansprechenden und übersichtlichen PDF-Portfolios.
Weitere Informationen unter: http://www.gelsenkirchen.de/de/Rathaus/Mitteilungen/Staedtischer_Haushalt/