08. April 2013, 11:41 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In der neuen, 9. Staffel der Projektionen-Filmreihe des Kulturraums „die flora“ (Florastraße 26, 45879 GE-Altstadt) läuft am Montag, 15. April, um 19:30 Uhr der Dokumentarfilm „Das Ding am Deich“ von Antje Hubert (Deutschland 2012, 96 Minuten).
1973 versetzten die Pläne zum Bau eines Atomkraftwerks die Bewohner der kleinen Elbgemeinde Brokdorf in Aufruhr. Ihr Protest, der bald von AKW-Gegnern aus ganz Deutschland getragen wurde, hielt 13 Jahre lang die Republik in Atem. 1986, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, ging das Atomkraftwerk ans Netz. Danach wurde es ruhig in der Marsch, und nur noch wenige Dorfbewohner hielten an ihrem Widerspruch fest. Mit Neugier auf diese Menschen und ihren Alltag mit einem AKW vor der Haustur machte sich Antje Huber auf in den abgelegenen Landstrich. Ein Jahr lang umkreiste sie das „Ding am Deich“ und tauchte mit den Erinnerungen der widerständigen Anwohner und altem Filmmaterial ein in eine bewegende Vergangenheit. Doch dann wird die Geschichte von der Gegenwart auf eine Weise eingeholt, die niemand erwartet hatte: Zuerst beschließt die Bundesregierung längere Laufzeiten für alle AKW, und nur wenig später bebt in Japan die Erde …
Zeitzeugengespräche und eine Fülle von Archivmaterial zeigen den beharrlichen Kampf der Protagonisten um Demokratie und Mitbestimmung.
Ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2012 als „Bester Dokumentarfilm“:
„Die Regisseurin begleitet die engagierten, liebenswerten Protagonisten in ihren Erinnerungen und aktuellen Protestaktionen. Damit zeichnet sie sensibel und hoch emotional ein Stück Lebensweg, der durch den beharrlichen Kampf um Demokratie und politische Mitbestimmung geprägt ist. Die kontinuierliche Dokumentation über diesen langen Zeitraum sowie die Fülle an Archivmaterial und Zeitzeugengesprächen machen den Film zu einem in dieser Art einmaligen Zeitzeugendokument der jüngeren deutschen Geschichte.“ (Jury Begründung DEFA-Stiftung)
Der Eintritt beträgt 3,50 €, ermäßigt 3,00 € (Schüler/-innen, Student/-innen, Auszubildende und Schwerbehinderte nach Vorlage des Ausweises)
Der Film ist der Auftakt zur 9. Staffel der Projektionen-Filmreihe mit dem, Schwerpunkt „Gesellschaftskonflikte: Atom, Asyl & Bürgerproteste“ im Kulturraum „die flora“. Diese Filmreihe ist zugleich ein Beitrag zum Projekt „Steinbruch:Demokratie“ im Rahmen von „Gelsenkirchen erinnert sich: Vor 80 Jahren - was war 1933 und was bedeutet das für heute?“ Weitere Termine: „Revision“ von Philip Scheffner (Deutschland 2012) am 13.05.2013 und „Friede Freude Eierkuchen“ von Miriam Pucitta und Michael Chauvistré (Deutschland 2012) am 10.06.2013.
Weitere Informationen telefonisch (0209) 169 - 9105 und unter www.die-flora-gelsenkirchen.de.
Redaktionelle Anmerkung: Fotodatei Ding.jpg (© die thede) anbei.