29. April 2013, 12:01 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Nachdem das KoKi in den vergangenen Monaten schon einige Gewinner und Kandidaten der diesjährigen „Oscar“-Verleihung vorgestellt hat, wird im Mai die Reihe der wichtigsten „Oscar“-Filme nun mit sieben Produktionen komplettiert, die sich allesamt durch ihre außerordentliche inszenatorische und schauspielerische Qualität empfehlen.
Den Auftakt machen am kommenden Wochenende „Liebe“ von Michael Haneke (5./6. Mai - Schauburg) und „Flight“ von Robert Zemecki (7. Mai – Schauburg, 8. Mai – Gesamtschule Ückendorf). Die Vorstellungen beginnen zu den üblichen Zeiten, also Sonntag um 12.45 Uhr sowie Montag und Dienstag um 18 und 20 Uhr (Schauburg) und schließlich am Mittwoch um 19 Uhr (Gesamtschule Ückendorf).
In der Monatsreihe laufen ferner „Les Miserables“ (12./13. Mai), „Zero Dark Thirty“ (14. Mai), „The Master“ (15./19./30. Mai), „¡No! – Adios Señor Pinochet“ (21./22. Mai) sowie „Searching for Sugar Man“ (28./29. Mai.). Außerdem wird am 26./27. Mai die Literaturverfilmung „Nachtzug nach Lissabon“ gezeigt.
Inszenatorisch virtuos entwarf der mehrfach prämierte österreichische Regisseur Michael Haneke (DIE KLAVIERSPIELERIN; CACHÉ; DAS WEISSE BAND) mit „Liebe“ ein intensives, schonungslos realistisches und absolut packendes existenzialistisches Drama, das nicht zuletzt dank der brillanten schauspielerischen Leistungen von Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva noch lange nachhallt. Ausgezeichnet u. a. mit einem „Oscar“ 2013 in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ sowie beim Filmfestival in Cannes 2012 mit der „Goldenen Palme“. — Der pensionierte Musikprofessor Georg (Jean-Louis Trintignant) und die ehemalige Klavierlehrerin Anna (Emmanuelle Riva), beide über 80 Jahre alt, sind ein gut situiertes, glücklich verheiratetes Ehepaar. Sie genießen den gemeinsamen Ruhestand und begegnen sich mit Zärtlichkeit und Wertschätzung. Dann aber erleidet die stolze Frau kurz hintereinander zwei Schlaganfälle – der Beginn eines unaufhaltsamen Verfalls. Obwohl die Situation zunehmend prekärer wird, kümmert sich Georg aufopferungsvoll um seine geliebte Anna, denn er hat ihr nach einer missglückten Operation versprochen, sie nie wieder in ein Krankenhaus oder gar in ein Pflegeheim zu bringen.
Robert Zemeckis’ (CAST AWAY – VERSCHOLLEN; FORREST GUMP) „Flight“ ist definitiv kein pathetisches Heldenstück, sondern ein fesselndes, emotionales und dichtes Charakterdrama um Schuld und Verdrängung, das vor dem Hintergrund eines spektakulären Flugzeugunglücks präzise den psychologischen Befindlichkeiten der von Denzel Washington ausgesprochen authentisch verkörperten Hauptfigur nachspürt. Nominiert für zwei „Oscars“ 2013 in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ und „Bestes Originaldrehbuch“. — Durch ein ebenso halsbrecherisches wie brillantes Manöver gelingt es Kapitän Whip Whitaker (Denzel Washington), sein in höchste Gefahr geratenes, vollbesetztes Flugzeug notzulanden. 96 der 102 Passagiere überleben. Die Medien feiern den Piloten als Held, doch dann beschuldigt ihn eine Untersuchungskommission, dass er während des Flugs unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben soll. Whitaker bestreitet den Vorwurf – und gerät immer mehr unter Druck. Schließlich muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen: Entweder er lügt weiterhin und bewahrt so seinen Ruf, oder er blickt der Wahrheit endlich ins Auge und bekennt sich zur Sucht.