29. November 2022, 13:24 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Interventionsteam EU-Ost der Stadt Gelsenkirchen hat nach Hinweisen aus der Bevölkerung und aufgrund eigener Erkenntnisse am vergangenen Donnerstag (24. November) vier Häuser in Rotthausen überprüft. Das gemischte Team aus Kommunalem Ordnungsdienst (KOD), Verkehrsüberwachungsdienst (VÜD), Baubehörde und Wohnungsaufsicht der Stadtverwaltung Gelsenkirchen, Arbeitsverwaltung (IAG), Energieversorger, Polizei und Sprachmittlern führte dabei umfangreiche Kontrollen durch. Im Detail konnten folgende Verstöße festgestellt werden:
In einem Haus in der Schonnebecker Straße wurden durch die ELE aufgrund von Zahlungsrückständen zwei Stromzähler gesperrt. Da sich ein Gaszähler aufgrund seiner Verplombung nicht sperren ließ, wurde dieser wegen Zahlungsrückstanden ausgebaut.
Im ganzen Treppenhaus war ein deutlicher Gas-Geruch wahrzunehmen. Innerhalb der Räumlichkeiten stellte der KOD wegen akuter Brandgefahr bzw. Sauerstoffunterversorgung einen gasbetriebenen Terrassenofen (Heizpilz) sicher. Zudem wurde eine illegal errichtete Verkabelung zwischen der Wohneinheit des 3.Obergeschosses (DG) und der stromlosen Erdgeschosswohnung festgestellt.
Bei einer Familie wurde ein nicht gemeldetes elfjähriges Mädchen angetroffen. Dieses sei eigenen Angaben nach von Rumänien über Italien nach Deutschland eingereist und habe noch nie eine Schule besucht. Wegen offensichtlicher Kindeswohlgefährdung erfolgte ein Hinweis an das Jugendamt.
Die Bauordnung leitet aufgrund diverser Mängel im Treppenhaus gegen den Eigentümer ein bauordnungsrechtliches Verfahren ein. Ferner wird die illegale Nutzung des Spitzbodens zu Wohnzwecken untersagt. Durch das IAG wurde aufgrund eines nicht angegebenen Einkommens ein Sozialleistungsmissbrauch festgestellt.
In einem Haus in der Karl-Meyer-Straße wurden im Treppenhaus mehrere Mängel festgestellt. Auch hier wird dieser zur Beseitigung aufgefordert.
In einem Haus in der Mechtenbergstraße berichteten die Bewohner von einem Schimmelpilzbefall. Bei der Begehung wurden neben zwei Erwachsenen auch 6 minderjährige Kinder angetroffen, darunter ein Kleinkind sowie ein Säugling. Alle Personen verfügen über keinen festen Wohnsitz im Inland. Gegen die beiden Erziehungsberechtigten werden wegen Meldeversäumnis Bußgeldverfahren eingeleitet. Für die Kinder gibt es augenscheinlich keine Versorgungsartikel. Auch waren weder Kleidung noch adäquate Lebensmittel vorhanden. Zwei schulpflichtige Kinder haben die Schule eigenen Angaben nach noch nie besucht. Da auch die hygienischen Zustände unzureichend waren, wurde das Jugendamt entsprechend informiert.
Weiterhin stießen die Dienstkräfte von KOD und Polizei in dem leerstehenden und geöffneten Nebenraum des Dachgeschosses auf ungeöffnete, originalverpackte und etikettierte Waren aus den Sortimenten von Textilien, Haushaltsgeräten, Werkzeugen und Beauty-Produkten. Die Kripo wird hierzu ein Strafverfahren einleiten.
In einem anderen Haus in der Mechtenbergstraße entdeckten die Mitarbeiter der Wohnungsaufsicht einen akuten Befall der Wände durch Schimmelpilz und leiten gegen den Eigentümer ein wohnungsaufsichtsrechtliches Verfahren ein.
Die Bewohner des illegal bewohnten Dachgeschosses mussten ihre Wohnung unmittelbar verlassen. Es wird geprüft, ob der Vermieter aufgrund der unsachgemäßen Vermietung für die erforderlichen Umzugskosten herangezogen werden kann.
Im Umfeld der kontrollierten Objekte wurden durch den VÜD insgesamt 32 Verwarnungen ausgesprochen. Zudem führte der VÜD im Zuge der Objektprüfungen insgesamt 7 Abschleppmaßnahmen wegen Verkehrsbehinderung durch.