16. Mai 2013, 12:07 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen setzt seine Montagsreihe „Oscar 2013“ fort. Am Pfingstsonntag, 19. Mai um 12.30 Uhr sowie am Pfingstmontag, 20. Mai, um 18 und 20.30 Uhr läuft im Schauburg Filmpalast „The Master“ von Paul Thomas Anderson. Die chilenisch-französisch-US-amerikanische Produktion „¡No! – Adios Señor Pinochet“ von Pablo Larrain steht am Dienstag, 21. Mai um 18 und 20.30 Uhr in der Schauburg sowie am Mittwoch, 22. Mai um 19.30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf auf dem Programm.
Obwohl Bezüge zur Scientology-Gründungsgeschichte bestehen, versteht sich Paul Thomas Andersons „The Master“ vorzüglich fotografierter und beeindruckend gespielter Film eher als ein subtiles, vielschichtiges Charakterdrama, das ein eindringliches Bild der US-Gesellschaf in der Nachkriegszeit zeichnet und dabei kritisch die Voraussetzungen beleuchtet, die der Entstehung eines religiösen Kults Vorschub leisten können. Nominiert für drei „Oscars“ 2013 in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ (Joaquin Phoenix), „Bester Nebendarsteller“ (Philip Seymour Hoffman) und „Beste Nebendarstellerin“ (Amy Adams); ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Venedig 2012 mit dem „Silbernen Löwen“. — Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs treibt der amerikanische Ex-Soldat Freddie Quell (Joaquin Phoenix) ziellos durchs Leben. Seine Alkohol- und Sexsucht verhindern immer wieder die gesellschaftliche Reintegration. Halt findet der latent aggressive junge Mann erst beim charismatischen Intellektuellen und selbsternannten Philosophen Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman), der eine eigene, rasch wachsende Glaubensgemeinschaft gegründet hat. Freddie steigt zu Lancasters rechter Hand auf – bis ihm langsam Zweifel an den Lehren und Methoden des „Meisters“,
Gedreht im TV-Format der 1980er-Jahre, in das sich das verwendete Archivmaterial wunderbar einfügt, blickt Pablo Larraíns „¡NO!“ aus der Perspektive eines zunächst völlig unpolitischen Werbespezialisten auf die letzten Wochen der Pinochet-Diktatur, um eine ebenso kluge wie leichtfüßige und packende David-gegen-Goliath-Geschichte zu erzählen, die bei allem Humor nie den ernsten Hintergrund aus den Augen verliert. Nominiert für einen „Oscar“ 2013 in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“; ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Cannes 2012 mit dem „Art Cinema Award“, dem Hauptpreis der Reihe „Quinzaine des Réalisateurs“. — Chile 1988: Auf internationalen Druck lässt Augusto Pinochet eine Volksabstimmung über die Fortführung seiner Präsidentschaft durchführen. Sämtliche Prognosen sagen den klaren Sieg des Diktators voraus, der Staat und Medien seit vielen Jahren kontrolliert. In dieser scheinbar aussichtlosen Situation engagiert die Spitze der Opposition den jungen Werbefachmann René Saavedra (Gael García Bernal), obwohl er bisher mehr mit Erfrischungsgetränken als mit Politik zu tun hatte. Unter schwierigen Bedingungen konzipiert der kreative Experte eine knalligbunte Kampagne, die schon bald die Bevölkerung begeistert, aber auch Gegenmaßnahmen des unerbittlichen Pinochet-Regimes provoziert.