22. Mai 2013, 11:26 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In seiner Reihe „Literatur im Film“ präsentiert das Kommunales Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag, 26. Mai, um 12:45 Uhr sowie am Montag, 27. Mai, um 18 und 20.30 Uhr im Schauburg Filmpalast den Spielfilm „Nachtzug nach Lissabon“ von Bille August. Der Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ von Malik Bendjelloul beschließt dann die KoKi-Monatsreihe „Oscar 2013“. Der Film wird am Dienstag, 28. Mai, um 18 und 20:30 Uhr in der Schauburg sowie am Mittwoch, 29. Mai, um 19:30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf gezeigt.
Vor der malerischen Kulisse der portugiesischen Hauptstadt verwebt Bille Augusts prominent besetzte Kinoadaption „Nachtzug nach Lissabon“ des populären Romans von Pascal Mercier „geschickt verschiedene Zeitebenen und Schicksale zu einer komplexen, atmosphärisch dichten Mischung aus Charakterstudie, Drama und historischem Thriller.“ (FILM AKTUELL) Ausgezeichnet mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. — Der Schweizer Lehrer Raimund Gregorius (Jeremy Irons) rettet eine Portugiesin, die sich von der Berner Kirchenfeldbrücke stürzen will. Kurz darauf verschwindet die mysteriöse Frau – zurück bleibt nur ihre Jacke und darin ein Buch des portugiesischen Arztes Amadeu de Prado. In dem Buch entdeckt Raimund ein Zugticket, das ihn nach Lissabon führt, wo er den Autor ausfindig machen will. Vor Ort stößt er auf Teile eines Puzzlespiels voller politischer und emotionaler Intrigen. Seine abenteuerliche Reise überwindet Zeit und Raum, berührt Fragen der Geschichte, der Philosophie, der Medizin, der Liebe – und sie wird zur befreienden Suche nach dem wahren Sinn des Lebens.
Anfang der 1970er-Jahre veröffentlichte der amerikanische Folk-Singer-Songwriter Sixto Rodríguez, Sohn mexikanischer Immigranten, zwei von der Kritik gefeierte Alben, die in den USA so gut wie niemand hören wollte. Nach dem verheerenden kommerziellen Misserfolg verschwand er aus dem Musikgeschäft. Es heißt, er habe völlig verzweifelt bei einem Konzert Selbstmord begangen. Jedenfalls besagt das ein Gerücht aus Südafrika, wo Rodríguez unbemerkt von der übrigen Welt zum absoluten Superstar avancierte – bis heute ist er dort berühmter als Elvis oder die Rolling Stones. Seine politischen und gesellschaftskritischen Texte beeinflussten in dem damals isolierten Land eine weiße Anti-Apartheid-Bewegung, die nach Vorbildern für den Protest suchte. Mitte der 1990er-Jahre haben sich zwei südafrikanische Rodríguez-Fans daran gemacht, das wahre Schicksal ihres Idols zu ergründen. Zu welchen überraschenden Erkenntnissen sie gekommen sind, zeigt Malik Bendjellouls faszinierender, facettenreicher und formal beeindruckender Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“, der eine schier unglaubliche Geschichte schildert. „Spannend wie ein Krimi, bewegend wie ein Drama und mitreißend wie ein Konzertfilm.“ (SZ EXTRA) Ausgezeichnet u. a. mit einem „Oscar“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ und einem „British Academy Award“ in der gleichen Kategorie (beide 2013).