28. Mai 2013, 11:57 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenwerks „Schalker Verein“ hat die Gelsenkirchener Skater-Szene ab sofort ein neues Zuhause. Vor dem ehemaligen Erz-/Koks-Hochbunker sind zwischen den zwei ehemaligen Betonfundamenten der Hochöfen mehrere Rampen mit ergänzenden Elementen für Skater entstanden.
Die Anlage spricht unterschiedliche Nutzer-Niveaus an, vom Anfänger bis zum Fortgeschritten. Sie ergänzt den bereits fertig gestellten naturbelassenen Geländeradsport-Parcours auf der ehemaligen Gießhalle und die freien Wiesenflächen vor dem Bunker. Die „Freizeitlandschaft Schalker Verein“ als letzter Bestandteil der Eingangsplätze ist somit fertig ausgebaut.
Schon jetzt wird der Bereich bei gutem Wetter sehr gut angenommen und bereichert wie im Leitprojekt des Stadtteilprogramms Südost angedacht die Freizeit- Naherholungsqualität in den angrenzenden Quartieren des Stadtteils. Die Anlage steht nun auch Schulen, Sportvereinen sowie sonstigen Freizeit- und Sportinitiativen zur Verfügung.
Die Eingangsplätze sind durch die Stadterneuerung im Bereich „Schalker Verein“ mit rund 4 Millionen Euro erstellt worden. Die Skateanlage kostete rund 300.000 Euro.
Die „Freizeitlandschaft Schalker Verein“ entstand 2009/2010 nach diesen neuen Förderbedingen und stellt ein bestmögliches „Engagieren“ mit den baulichen Resten der Hochöfen innerhalb dessen dar, was der Bebauungsplan in seiner Ausgestaltung der Zulässigkeiten auf dieser „Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung“ zulässt (Satzungsbeschluss vom 23.06.2005).
Als Fachplaner für die gesamten Eingangsplätzen inklusiv der „Freizeitlandschaft“ steht die Planergruppe Oberhausen (PGO). Das Büro hat mit den Bochumer Architekten Tor5 im Jahr 2001 das städtebauliche Werkstattverfahren zum „Schalker Verein“ gewonnen und wurde mit dem Konzept der Eingangsplätze 2002 im Landeswettbewerb „Stadt macht Platz - NRW macht Plätze - ausgezeichnet. Für den Skatebereich ist das renommierte Büro DSGN-concepts hinzugezogen worden, dass durch die Profi-Erfahrung der Inhaber und einen engen Kontakt zur „Szene“ gezielte Fachkenntnisse eingebracht hat:
Erläuterung zur Planung:
Für die Gestaltung der Eingangsplätze im Westen auf der Innenstadtseite des neuen städtebaulichen Entwicklungsgebietes Schalker Verein bildet der Bunkervorplatz - mit dem Schwerpunkt Bewegung- vor der denkmalgeschützten, 200 Meter langen Hochbunkeranlage den Abschluss.
Befestigte Flächen im vorderen Bereich der Bunkeranlage und eine Mountainbike-Strecke im Süden auf der ehemaligen Gießereihalle bieten verschiedene Anlässe zur bewegungsorientierten Freizeitgestaltung.
Das neugebaute Skaterangebot fügt sich in die Platzgestaltung des Bunkervorplatzes ein. Das Konzept sieht vor, die bestehenden Betonfundamente, auf denen früher die Hochöfen standen, als Relikte in die Gestaltung einzubeziehen.
Das Skaterangebot verbindet zwei der Fundamente und bindet diese in das Geschehen mit ein. So wurde eine integrative Anlage geschaffen, die sich in die bestehende Gestaltung rund um die industriellen Relikte einfügt.
Die Anlage bietet sowohl Skateboard-Fahrern als auch Inlineskatern, Scooter- und BMX-Fahrern die Möglichkeit ihrem Hobby nachzugehen. Der Skatebereich wurde so konzipiert, dass sie für alle Könner-Klassen anziehend und abwechslungsreich ist. So ist die Anlage für Anfänger attraktiv, da es niedrige Ebenen und Rampen gibt, an denen sie die ersten Tricks sicher erlernen können. Ebenso finden fortgeschrittene Fahrer Herausforderungen in der Anlage, an denen sie sich messen können.
Die Einrichtung für Skater lässt sich allgemein in den Bereich „Miniramp“ und in den Bereich „Ramp-Park“ aufteilen.
Die Miniramp ist alleine durch ihre Breite von 16 Metern etwas sehr Außergewöhnliches. Sie ist eine der größten Beton-Outdoor-Miniramps Deutschlands und somit das Highlight der Anlage. Mit einer Höhe von 1,5 Metern ist sie für Anfänger wie auch für erfahrene Fahrer geeignet. Die Miniramp besitzt neben einer Erhöhung auf 2 Meter, noch eine Bank-Extension (ein Abschnitt ohne radiale Krümmung) und eine Mellow-Extension (ein Abschnitt, der über eine leichte Wölbung auf 2 Meter an- und wieder absteigt). Ebenso wurde ein Wallride (eine Wand mit radialem Übergang) eingeplant, der mit einer Höhe von 4 Meter das höchste Objekt der Anlage ist.
Der Ramppark integriert auf der einen Seite die Rückwand der Miniramp als sogenannte „Backline“. An dieser kann man durch Quarterpipes (Anlaufelement mit radialem Übergang) und Banks (schräge Flächen) Schwung holen. Ebenso ist dadurch ein fließender Wechsel von Miniramp in den Ramp-Park möglich. Auf der anderen Seite wird das bestehende Betonfundament als Anlauffläche genutzt. Im Mittelteil gliedert sich die Anlage auf drei Ebenen mit einer Höhe von 40 bis 80 Zentimetern. Der Höhenunterschied wird durch Geländer und schrägen Mauern, so genannten Ledges mit unterschiedlichen Höhen, verbunden.
Besonderer Höhenpunkt im Ramp-Park ist ein Hausdach (zwei gegenüberliegende Schrägen, die einem Hausdach ähneln) und ein London Gap (eine Unterbrechung in einer Bank (Schräge), bei der der Fahrer das letzte Stück zur Ebene überspringen muss).
Nach Süden hin bietet eine großzügige Böschungstreppe auf der Nordflanke der Gießereihallenfundamente einen Tribünenort für interessierte Zuschauer und Bewunderer. Sie ist auch Bindeglied zur oberhalb gelegenen Mountainbike Strecke.