06. Juni 2013, 11:16 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen setzt seine Monatsreihe „Filmjahr national“ fort. Der Dokumentarfilm „Vergiss mein nicht“ läuft am Sonntag, 9. Juni, um 12:45 Uhr und am Montag, 10. Juni, um 18 und 20:30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) sowie am Mittwoch, 12. Juni, um 19:30 Uhr in der Gesamtschule
Ückendorf (Bochumer Straße 190). Am Dienstag, 11. Juni, um 18 und 20:30 Uhr steht der dokumentarische Spielfilm „Hannah Arendt“ auf dem Programm in der Schauburg.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Regisseur David Sieveking (DAVID WANTS TO FLY) kehrt ins elterliche Haus zurück und übernimmt für einige Wochen die Pflege seiner an Demenz erkrankten Mutter Gretel. Dadurch ermöglicht er Vater Malte, der sich seit Jahren aufopferungsvoll um die geliebte Ehefrau kümmert, einen dringend notwendigen Erholungsurlaub. Die Zeit mit Gretel hält David in bewegten Bildern fest: Plötzlich ist er Sohn, Betreuer und Dokumentarfilmer in einer Person. Davids Gegenwart wirkt vitalisierend auf Gretel, die trotz zunehmender Orientierungslosigkeit endlich wieder Eigeninitiative entwickelt und neue Lebensfreude zeigt. Nach und nach lernt David die Mutter besser kennen und entdeckt ihre bewegte Vergangenheit. Ausgezeichnet u. a. mit einem „Hessischen Filmpreis“ 2012 („Bester Dokumentarfilm“) sowie mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“.
Margarethe von Trottas (ROSENSTRASSE; VISION) eindrucksvolles Porträt der höchst bemerkenswerten politischen Theoretikerin Hannah Arendt (1906-1975), brillant verkörpert von Barbara Sukowa, zeichnet das präzise Bild einer der bedeutendsten weiblichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. „Ein kluger und anregender Film und ein reflektiertes Plädoyer für unbequeme Wahrheiten.“ (aus der Jurybegründung zur Vergabe des FBW-Prädikats „besonders wertvoll“). Ausgezeichnet mit zwei „Deutschen Filmpreisen“ 2013 in den Kategorien „Bester Spielfilm“ (Filmpreis in Silber) und „Beste Hauptdarstellerin“. — Die 1933 aus Deutschland emigrierte jüdische Philosophin und Autorin Hannah Arendt (Barbara Sukowa) nimmt 1961 im Auftrag der US-Zeitung „The New Yorker“ am Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem teil. Mit der Zielsetzung, den Charakter und die Motivation des berüchtigten NS-Kriegsverbrechers zu verstehen, protokolliert sie akribisch das Verfahren und veröffentlicht nach zwei Jahren intensiver Arbeit und vielen Diskussionen eine Artikelserie, in der sie Eichmann nicht als Monster beschreibt, sondern als einen „banalen“ Bürokraten. Damit löst sie eine Welle der Entrüstung aus: Hannah Arendt wird beschimpft, geächtet, angefeindet – und sie verliert langjährige Freunde.