12. Oktober 2022, 15:49 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die „Jeckes“ stehen im Zentrum eines Vortrags der Volkshochschule Gelsenkirchen, der am Mittwoch, 19. Oktober 2022, um 18 Uhr von Historikerin Dr. Marina Sassenberg gehalten wird. Damit sind rund 60.000 deutsche Juden gemeint, die zwischen 1933 und 1939 vor dem Nationalsozialismus ins britische Mandatsgebiet Palästina geflohen sind. Jeckes nannte man sie vermutlich wegen ihrer eleganten Jacketts, die genauso wenig in das neue Land mit seinem extremen Klima passten wie ihre Träger. Überwiegend aus dem deutschen Bürgertum stammend, brachten sie ihre „preußischen Tugenden“ mit: Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit. Die einheimische Bevölkerung reagierte mit Ausgrenzung und Spott. Entsprechend schwer fiel den meisten Jeckes die Gewöhnung an die neue Heimat.
Dennoch fanden sie ihren Ort in dem Gebiet, das als Staat noch gegründet werden musste. Mehr noch: sie schufen Strukturen, bauten auf und hinterließen bleibende Spuren im Land. Aber auch in der deutschen Geschichte schrieben sie ein wichtiges Kapitel, das heute im Zuge internationaler Migrationsbewegungen neu verhandelt wird.
Die Referentin greift in ihrem Vortrag unter anderem auf eigene Forschungszusammenhänge zurück, die sie mehrfach nach Israel führten. Die Veranstaltung ist entgeltfrei und findet im Bildungszentrum, Ebertstr. 19, 45879 Gelsenkirchen statt. Eine vorherige Anmeldung ist unter 0209 169-2508 oder auf www.vhs-gelsenkirchen.de (Kursnummer 222 1306) erforderlich.