14. Juni 2013, 10:20 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Sanierung und der Umbau der Vorburg des Horster Schlosses ist 2008 nach einem Architektenwettbewerb im Jahr 2007 begonnen worden. Wettbewerbsgewinner war das Büro Pfeiffer, Ellermann und Preckel, zuständig für die Planung und Ausschreibung der Hochbaugewerke. Die örtliche Bauleitung wurde von der Stadt Gelsenkirchen übernommen.
Neben den bekannten bautechnischen Herausforderungen bei einem solchen Objekt wie marodes, ausgewölbtes Mauerwerk, Gebäudeschieflage und zu schwach ausgebildete Fundamente ergaben sich noch besondere Anforderungen. Im Bauprozess stellte sich die Notwendigkeit einer vollständigen Entkernung heraus. Dazu mussten die Fassaden aufwändig gesichert werden.
Das innere Holzwerk einschließlich der Dachkonstruktion erwies sich als nur bedingt tragfähig und musste komplett ausgebaut werden. So blieben von dem Gebäude nur noch die Außenwände stehen. Die Mauerkronen mussten für den neuen, mit Bestandsmaterial vermischten Dachstuhl komplett erneuert werden.
Nach den Rohbauarbeiten mit aussteifendem Betonkern (Treppenhaus und Fahrstuhlschacht) ergab sich dann ein umgekehrtes Bauprinzip. Da das Dach mit der teilerneuerten Holzkonstruktionen und stahlbautechnischer Unterstützung zuerst gebaut werden musste, verliefen die Bauarbeiten von oben nach unten.
Der dadurch notwendige Innengerüstbau ließ für die Umsetzung des Innenausbaus nur Arbeiten an den Außenwänden zu. Diesem Umstand ist auch die relativ lange Gesamtbauzeit und der Großteil der Kostensteigerungen geschuldet.
Der technische Ausbau mit Heizungs-, Elektro- und Sicherheitstechnik ist auf einem zeitgemäß sehr hohen Niveau ausgeführt: Es gibt Geothermie (Tiefenbohrungen zur Energieentnahme) für die Flächenheizsysteme in Wand- und Fußboden, programmierbare Lichtsteuerungen und Brand- und Einbruchmeldeanlagen.
Die Remise ist derzeit noch im Bau. Der Bauablauf wurde wegen der Platzfertigstellung eingebremst. Das geplante neue Wegeleitsystem der Gesamtanlage Schloss Horst wird in die Fertigstellung der Grünanlagen eingebunden.
Baukosten:
Die Baukosten nach Architektenwettbewerb waren mit 5.388.000 Euro kalkuliert. Durch die schwierige Situation des Gebäudes sind nach Fertigstellung Mehrkosten von rund 1.100.000 Euro zu erwarten.
Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund förderten das Bauprojekt mit Stadterneuerungsmitteln im Sanierungsgebiet Horst-Mitte mit insgesamt 4.650.400 Euro.