03. Juli 2013, 10:34 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In einem aktuellen Bericht des „Deutschen Bündnis Kindersoldaten“ heißt es: „Sie müssen sich an Kampfhandlungen beteiligen, sie übernehmen Boten- und Kochdienste, müssen schwere Lasten tragen, viele von ihnen werden sexuell missbraucht, gefoltert und ermordet.“ Schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten gibt es zurzeit weltweit.
Eine Gelsenkirchener Schulklasse will dagegen etwas unternehmen und hat Oberbürgermeister Frank Baranowski angeschrieben mit der Bitte um Unterstützung bei der Aktion „Rote Hand“. Die Klasse 6 a/b des Leibniz-Gymnasiums bekam nun Post aus dem Rathaus. „Da auch ich den Einsatz von Kindern als Soldaten verurteile, komme ich gerne Eurer Bitte um Unterstützung nach“, schreibt der Oberbürgermeister und hat sogleich verschiedene Maßnahmen eingeleitet, welche die Aktion „Rote Hand“ in Gelsenkirchen weiter bekannt machen sollen.
Rote Hände als Protest wurden zum ersten Mal am 12. Februar 2002 eingesetzt, als das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft trat. Dieser Tag ist seitdem ein weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Das Zusatzprotokoll verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in Kriegen und Konflikten als Soldaten. Auf Druck einiger Staaten, darunter Deutschland, wurde eine Ausnahme bei dem Verbot zugelassen: Staatliche Armeen dürfen Freiwillige ab 16 Jahren werben. Die Bundeswehr macht von dieser Ausnahme Gebrauch und rekrutiert jedes Jahr zahlreiche Minderjährige. Zudem werden laut Bericht in Deutschland Freiwillige mit einem Mindestalter von 17 Jahren als Soldat oder Soldatin in die Bundeswehr aufgenommen, um eine militärische Ausbildung zu beginnen. Ein Ausschuss der Vereinten Nationen (UN) hat vor diesem Hintergrund angeregt, dass Deutschland ebenfalls das Mindestalter für die Rekrutierung in die Bundeswehr auf 18 Jahre anhebt, um den rechtlichen Schutz von Kindern insgesamt zu erhöhen.
Das Symbol der roten Hand wurde von einem Bündnis internationaler Menschen- und Kinderrechtsorganisationen, der „Coalition to Stop the Use of Child Soldiers“, heute Child Soldiers International (CSI) genannt (www.child-soldiers.org), für die weltweite Kampagne gegen den Missbrauch von Kindersoldaten eingeführt. Im März 2013 sammelte die Klasse 6 a/b auf der Hochstraße 288 Handabdrücke in Gelsenkirchen.
„Sobald sich bei einer Veranstaltung in Gelsenkirchen die Möglichkeit ergibt, werde auch ich einen Handabdruck als Zeichen gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten abgeben“, schreibt Oberbürgermeister Frank Baranowski der Schulklasse. Darüber hinaus hat der OB unter anderem Folgendes in die Wege geleitet: Die fünf Kinderbeauftragten der Stadt sowie die Jugendzentren und Bauspielplätze werden in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen die Aktion aufgreifen. Die im Kinder- und Jugendforum Südost engagierten Kinder und Jugendlichen werden sich in ihrer nächsten Sitzung mit der Aktion „Rote Hand“ beschäftigen.
Darüber hinaus wird das Referat Erziehung und Bildung (Jugendamt) mit den Vertreterinnen und Vertretern der freien Verbände, die ebenfalls in der Jugendarbeit tätig sind, über eine Beteiligung an der Aktion sprechen.