10. Juli 2013, 10:31 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Geschichte Gelsenkirchens war immer auch eine Geschichte der Zuwanderung. Zu deren bislang wenig ausgeleuchteten Kapiteln zählt die Geschichte der Gastarbeiter, die im Rahmen der Anwerbeabkommen ab 1955 nach Gelsenkirchen kamen. Das Institut für Stadtgeschichte (ISG) beabsichtigt, zu diesem Thema eine Ausstellung zu erarbeiteten, die im neu gestalteten Hans-Sachs-Haus zu sehen sein soll. Dabei wird das ISG von Münsteraner Geschichtsstudenten unterstützt, die im Rahmen der Lehrveranstaltung „Geschichte im Raum gestalten“ unter der Leitung von Dr. Alexander Kraus und mit Unterstützung des Büros für Ausstellungsgestaltung RAUMZEIT drei mögliche Konzeptionen für diese Ausstellung entwickelt. Nach der Einführung durch den Leiter des ISG, Prof. Dr. Stefan Goch, präsentierten die Studierenden ihre ambitionierten Entwürfe am Montagabend in der sehr gut besuchten bluebox an der Ebertstraße einem interessierten Publikum, zu dem neben Vertreterinnen und Vertretern migrantischer Vereine und zivilgesellschaftlicher Organisationen auch Polizeipräsident Rüdiger von Schönfeldt und Bürgermeister Klaus Hermandung gehörten.
Die Konzeptionen verbindet der Leitgedanke, dass sie durch verschiedene Perspektivwechsel für die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Migrantinnen und Migranten sensibilisieren möchten. Dabei legen sie allerdings unterschiedliche Schwerpunkte. Das Konzept „Gelsenkirchen 1956 – Coltan City 2026“ verknüpft die realen Erfahrungen von Menschen, die in den 1950er und 1960er Jahren nach Gelsenkirchen eingewandert sind, mit den fiktiven Erlebnissen von Menschen aus Gelsenkirchen, die sich in einer nahen Zukunft als Gastarbeiter in einem fremden Land verdingen müssen. Der Entwurf „Heimat – Heimisch –Einheimisch“ fragt aus der Perspektive der vier in Gelsenkirchen lebenden Generationen mit Zuwanderungsgeschichte danach, wie sich der Ort zeitlich begrenzter Arbeit zur Heimat wandeln kann. Die Konzeption „Amt für Gastarbeiterfragen“ konzentriert sich auf die Spannungen zwischen der Planung und der Realität von Gastarbeit, den real erlebten Widersprüchen zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Die engagierten und lebendigen Präsentationen mündeten in eine rege und intensive Diskussion. Nachdrücklichen Zuspruch fand nicht nur die Kreativität der drei Projektgruppen, sondern auch die übergreifende Idee, eine Ausstellung zum Thema „Arbeitsmigration nach Gelsenkirchen“ zu realisieren. Die Entscheidung darüber, welches der Konzepte in Zukunft weiter verfolgt wird, liegt nun beim ISG, dass die Öffentlichkeit über den Fortgang der Planungen laufend informieren wird.