11. Juli 2013, 11:16 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Acht Ruhrgebietsstädte haben jetzt (9. Juli 2013) in Herne die Partnervereinbarung „Vielfalt verbindet. Interkulturelle Öffnung als Erfolgsfaktor“ mit dem Integrationsministerium unterzeichnet. Die Oberbürgermeister, Dezernenten und Beauftragten der Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen verpflichten ihre Städte damit zur interkulturellen Öffnung.
„Die kulturelle Vielfalt in unseren Städten ist eine große Ressource. Deshalb freut es mich sehr, dass gleich acht Ruhrgebietsstädte diese Partnerschaft eingehen“, so die Staatssekretärin im Integrationsministerium, Zülfiye Kaykin bei der Unterzeichnung. „Die acht Städte verpflichten sich damit, die interkulturelle Kompetenz ihrer Beschäftigten zu stärken und die Vielfalt in unserer Gesellschaft als Chance und Zukunftsaufgabe aufzugreifen. Damit unterstützen sie ein wichtiges Anliegen des NRW-Teilhabe- und Integrationsgesetzes“, so Kaykin, die zugleich Schirmherrin der Partnerinitiative ist.
Horst Schiereck, Oberbürgermeister von Herne und Gastgeber der Beitrittsveranstaltung unterstrich in seiner Rede, dass die Integration von Auszubildenden, Nachwuchskräften und Beschäftigten mit Migrationshintergrund für die Städte zusehends an Bedeutung gewinnen würde. „Im Zuge des demografischen Wandels und der Internationalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft brauchen wir eine interkulturelle Personalpolitik um zukunftsfähig zu bleiben.“
Anhand der Partnervereinbarung der „Städtekooperation Integration. Interkommunal“ mit dem Land würden erstmals acht Kommunen gemeinsame Standards zum Umgang mit interkultureller Kompetenz entwickeln, unterstrich Ulrich Ernst, Sozialdezernent aus Mühlheim an der Ruhr und Sprecher der Städtekooperation. Die gemeinsamen Standards seien genau zugeschnitten auf die jeweiligen Einstellungsbereiche und Berufsfelder in der öffentlichen Verwaltung. „Wir brauchen diese Instrumente, um interkulturelle Kompetenz bei Einstellungsverfahren feststellen zu können. Dadurch wollen wir letztlich mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für den öffentlichen Dienst gewinnen“, so Ernst.
Ziel der Partnervereinbarung des NRW-Integrationsministeriums ist eine bessere Abbildung der Einwanderungsgesellschaft in den Verwaltungen. „Wir müssen es schaffen, dass Beschäftigte mit Zuwanderungsgeschichte eine Normalität in den Behörden werden und dass ein kultursensibler Umgang aller Beschäftigten mit einer vielfältiger werdenden Gesellschaft zum Alltagsgeschäft wird. Es geht bei der interkulturellen Öffnung letztendlich um eine Identifikation der Menschen mit den staatlichen und kommunalen Institutionen. Wenn die Bevölkerung in der Stadt bunter wird, muss auch die Behörde um die Ecke bunter werden. Nur dann finden sich alle Menschen darin wieder und gehen gerne zum Amt“, so Kaykin.
Die Partnervereinbarung ist ein zentrales Modul aus dem Maßnahmenkatalog der Landesinitiative „Mehr Migrantinnen und Migranten in den öffentlichen Dienst – Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“. Deren Ziel ist es, den Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund vor allem im öffentlichen Dienst aber auch in Verbänden und Unternehmen zu erhöhen und die interkulturelle Kompetenz zu fördern.
Unterzeichner der Partnervereinbarung „Vielfalt verbindet. Interkulturelle Öffnung als Erfolgsfaktor“ sind angehalten, dem NRW-Integrationsministerium in der Regel einmal im Jahr Bericht zu erstatten über den Entwicklungsstand bei der Umsetzung der verabredeten Maßnahmen. Partner sind bislang unter anderem: Der Paritätische NRW, die Rheinbahn, der WDR, der Landesverband der Volkshochschulen NRW und die Bezirksregierung Arnsberg.
Dr. Manfred Beck erklärte als Vertreter der Stadt Gelsenkirchen anlässlich der Unterzeichnung: „Kulturelle Vielfalt ist ein wesentlicher Motor für die Stadtentwicklung und auch für unsere kommunale Verwaltung, was wir mit unserer aktiven Partnerschaft in der Landesinitiative anerkennen und gezielt fördern. Es gilt die Chancen kultureller Vielfalt für die Stadtgesellschaft nutzbar zu machen.“