25. Juli 2013, 12:21 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Säuglingssterblichkeit in Gelsenkirchen ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. „Das macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, zeigte sich Klaus Mika, Arzt für Innere Medizin, Amtsarzt und Leiter des Referates Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen, mit der Entwicklung zufrieden. Trotzdem sei es in einigen Fällen leider unmöglich, dem Tod eines Kindes zuvorzukommen. Neun Säuglinge starben 2012 im ersten Lebensjahr. Besonders bei Kindern, die mit schweren Erkrankungen oder sehr früh in der Schwangerschaft geboren werden, bestehe ein hohes Risiko, erklärte der Amtsarzt. „Die Zahl auf Null zu drücken, wird deshalb vielleicht nie ganz erreicht werden können. Dennoch müssen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen“, sagte Mika.
Das Statistische Landesamt (IT.NRW) hatte in der vergangenen Woche die aktuellen Zahlen zur Säuglingssterblichkeit 2012 bekanntgegeben. Demnach liegt die Säuglingssterblichkeit in Gelsenkirchen bei 4,3 ‰. Damit konnte die Säuglingssterblichkeit von 2004 mit 10,2 ‰ (23 Säuglinge) mehr als halbiert werden. Eine positive Entwicklung, die zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen im Rahmen des interdisziplinären Netzwerkes „GEsunder Start ins Leben“ greifen. Für die geleistete Arbeit wurde dieses Netzwerk 2010 mit dem Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Zu den Mitgliedern des Netzwerkes gehören Frauen- und Kinderärzte, Geburts- und Kinderkliniken, Jugend- und Gesundheitsverwaltung sowie zahlreiche Dienstleister aus dem örtlichen Gesundheits- und Sozialwesen.
Wichtige Basis für den Erfolg ist die enge interdisziplinäre Kooperation aller wichtigen örtlichen Akteure, aber auch deren hoher Grad an fachlicher Kompetenz und persönliches Engagement. Das Netzwerk arbeitet nach wie vor eng zusammen und begleitet die angestoßenen Maßnahmen fachlich. Darüber hinaus werden bei Bedarf neue Maßnahmen entwickelt.
Zu den bisherigen Maßnahmen und Projekten des Netzwerkes gehören unter anderem der Einsatz von zwei weiteren Familienhebammen, die aufsuchende Betreuung von schwangeren Migrantinnen, mehrsprachige Informationsveranstaltungen und die Reduzierung der Frühgeborenenrate durch eine spezielle gynäkologische Untersuchung. Die kostenlose Vergabe von Babyschlafsäcken an alle Eltern bei der Entlassung aus der Geburtsklinik stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Säuglingen zur Verhütung des immer noch nicht abschließend erforschten plötzlichen Kindstodes dar.