07. August 2013, 10:45 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Als Autorenfilm präsentiert das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag, 11. August (12:45 Uhr), und am Montag, 12. August (18:00 und 20:30 Uhr) den US-amerikanischen Spielfilm „Before Midnight“. In der Ulrich-Seidl-Monatsreihe läuft am Dienstag, 13. August (18:00 und 20:30 Uhr) der Spielfilm „Paradies: Glaube“.
Alle Filme werden im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) gezeigt. Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Nach BEFORE SUNRISE und BEFORE SUNSET entwickelt Regisseur Richard Linklater im dritten Teil der fiktiven filmischen Langzeitstudie die Geschichte von Celine und Jesse konsequent weiter und beobachtet präzise die aktuelle Lebenssituation der sympathischen, ausgesprochen authentischen Charaktere. Dabei werden zwischen humorvollen und ernsten Momenten nicht nur die individuellen Seelenzustände transparent, sondern es vermitteln sich auch universelle Erkenntnisse über Paarbeziehungen. Offizieller Beitrag zum Wettbewerbsprogramm (außer Konkurrenz) der Berlinale 2013. — 1994 ist es in Wien zur ersten Begegnung zwischen der Französin Celine (Julie Delpy) und dem US-Amerikaner Jesse (Ethan Hawke) gekommen. Neun Jahre später folgte ein ereignisreiches Wiedersehen in Paris. Seitdem sind die beiden ein Paar und mittlerweile auch Eltern von Zwillingstöchtern. Während des gemeinsamen Sommerurlaubs 2012 auf der griechischen Halbinsel Peloponnes wird Celines und Jesses Glück auf eine harte Probe gestellt. Zunächst scheinen lediglich kleinere Unstimmigkeiten die Stimmung ein wenig zu trüben, doch schon bald offenbaren und vertiefen sich die gravierenden Probleme ihrer Beziehung. Kann eine romantische Nacht im Hotel die Liebe retten?
Im zweiten Teil der PARADIES-Trilogie untersucht Ulrich Seidl die Folgen von fanatischer Religiosität anhand der Geschichte einer fundamentalistischen Christin, die in einen tiefen Glaubenskonflikt gerät. Entstanden ist ein noch lange nachhallender, inszenatorisch wie schauspielerisch beeindruckender Film, dem souverän der Wechsel zwischen komischen und bedrückenden Szenen gelingt. Ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Venedig 2012 mit dem „Spezialpreis der Jury“. — Anna Maria (Maria Hofstätter), die Schwester der Wienerin Teresa aus PARADIES: LIEBE, ist eine erzkonservative Katholikin. In ihrem von Kruzifixen und Heiligenbildern übersätem Haus rutscht sie auf Knien betend über den Boden und peitscht sich zuweilen selbst aus, um die Sünden der Welt zu sühnen. Während der Urlaubszeit wandert sie, ausgestattet mit einer Marienstatue, durch die Nachbarschaft und versucht, vor allem Immigranten zum christlichen Glauben zu bekehren. Am nächsten steht sie Jesus Christus, zu dem sie eine durchaus irdische Liebe empfindet. Eines Tages kehrt Anna Marias Ehemann (Nabil Saleh), ein querschnittsgelähmter Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurück und fordert seine „Rechte“ als Ehemann ein. Es entbrennt ein absurder, gnadenloser privater Kleinkrieg um Ehe und Religion.