30. August 2013, 10:56 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, am „Tag des offenen Denkmals“ ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. Gelsenkirchen beteiligt sich in diesem Jahr mit 16 Objekten an dem europaweit ausgerufenen Tag, der traditionsgemäß alljährlich am zweiten Septembersonntag und unter einem bundesweit einheitlichen thematischen Schwerpunkt stattfindet. In diesem Jahr steht der 8. September 2013 unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“
Das diesjährige Motto findet auch bei uns in Gelsenkirchen viele Ansätze. Damit steht 2013 ein Thema im Mittelpunkt, das einen außerordentlich weiten Interpretationsspielraum hat und sich auf fast alle Denkmale und Denkmalgattungen beziehen lässt. Das Motto greift die zentralen Fragestellungen der Denkmalpflege auf, die es verdienen an dem Tag mit besonderer Intensität öffentlich diskutiert zu werden: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt "bequeme" Denkmale? Es gibt viele Gründe, unter diesem Gesichtspunkt in diesem Jahr den Blick auf ein paar „unbequeme“ Denkmäler, aber auch auf andere sehr interessante und gut wiederhergestellte Gebäude zu lenken.
Nicht jedes Gebäude kann und muss erhalten werden. Jedoch ist für jede Gesellschaft eine gründliche Auseinandersetzung und bewusste Entscheidung darüber, welche Denkmale wir schützen oder abreißen und aus welchen Gründen, notwendig, um unsere Vergangenheit in all ihrer Vielfalt und Schönheit, ihrem Zauber aber auch ihrer Brutalität und Gewalt für künftige Generationen als unser Erbe sichtbar zu bewahren. Jedes Denkmal hat eine einzigartige Geschichte, einen einzigartigen baulichen Zustand und steht räumlich in einem einzigartigen Kontext.
Insbesondere der demografische Wandel, der Strukturwandel und die damit verbundenen Migrationsbewegungen bzw. auch die allgemeine Wirtschaftslage sind in unserer Region oft Anlass, ein Denkmal als „unbequem“ zu empfinden. Beispielsweise sind nicht mehr benötigte Industriestandorte eine Herausforderung an die Denkmalpflege.
In Gelsenkirchen öffnen folgende 16 Objekte ihre Pforten:
1. Zeche Bergmannsglück,
10 – 14 Uhr, Bergmannsglückstraße 30,
Führungen alle 30 Minuten
2. Wohnhausgruppe Liebfrauenstraße,
14 – 17 Uhr, Liebfrauenstraße 43 – 55
3. Evangelische Stephanuskirche,
12 – 18 Uhr, Westerholter Straße 92/94,
Führungen in der Zeit von 12 bis 14 Uhr, Orgelspiel und biblische Lesung zu jeder vollen Stunde
4. Schalthaus Schalke,
14 – 17 Uhr, Hohenzollernstraße
An den ersten vier Objekten erläutern Denkmalpfleger in fachkundigen Führungen und Vorträgen an konkreten Beispielen ihre Aufgaben und Tätigkeiten.
5. Schloss Horst
11 – 18 Uhr, Turfstraße 21,
Führungen um 12, 14 und 16 Uhr
6. Rathaus Buer
10 – 18 Uhr, Goldbergstraße 12,
Führungen zu jeder vollen Stunde,
Teilnehmerkarten ab Montag, 2. September 2013, im Bürgercenter im Rathaus Buer
7. Evangelische Apostelkirche,
10.30 – 18 Uhr, Horster Straße 35
8. Evangelische Christuskirche,
11.30 – 18 Uhr, Trinenkamp 46,
Führung um 15.00 Uhr, Vortrag „Neue Nutzung alter Kirchen“ von 16.30 bis 17.15 Uhr
9. Bahnbetriebswerk Bismarck
10.30 – 16 Uhr, Grimbergstraße 18,
Führungen um 11, 13.30 und 15 Uhr
10. Heilig Kreuz Kirche,
11–13 & 15–18 Uhr, Bochumer Straße 115, Führungen nach den Einführungskonzerten um 11 und 15 Uhr
11. Zeche Consolidation,
11 – 18 Uhr, Bismarckstraße / Klarastraße,
von 13 bis 18 Uhr Kurzführungen
12. Kita Niefeldstraße,
12 – 16 Uhr, Niefeldstraße 18a
13. Verwaltungsgericht,
11 – 17 Uhr, Bahnhofsvorplatz 3,
Führungen zu jeder vollen Stunde
(Treffpunkt Bibliothek)
14. Schacht 2 – Zeche Hugo,
10 – 18 Uhr, Brößweg 34,
Führungen alle 30 Minuten
15. Haus Lüttinghof,
15 – 17 Uhr, Lüttinghofallee 3,
Führungen durch die restaurierte Burg
Die Kaue, Zeche Hugo,
ab 10 Uhr, Brößweg,
Führungen zu jeder vollen Stunde
Weitere Informationen zu den einzelnen Orten, zu Programm und Führungen im Internet unter www.gelsenkirchen.de.
Dieser Tag ist eine gemeinsame Aktion der zuständigen Ministerien der Bundesländer, der Landesdenkmalpfleger, der Landesarchäologen, der kommunalen Spitzenverbände, des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, der Landeskirchen, des Deutschen Heimatbundes, der Deutschen Bürgervereinigung sowie vieler Kreise, Städte, Gemeinden, Verbände, Vereine, privater Denkmaleigentümer, Bürgerinitiativen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Landauf und landab werden Baudenkmale, archäologische Stätten und historische Gartendenkmale für jedermann zugänglich gemacht.