31. August 2013, 12:38 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Ja, schauen Sie sich ruhig um! Das also ist es. Das ist Ihr neues Haus – das ist unser neues Haus. So sieht es im Inneren aus, das neue Hans-Sachs-Haus. Fast zwölf Jahre haben wir es ja nur von außen sehen können, verborgen hinter Gerüsten und Planen, abgeriegelt von Zäunen. Und einige Zeit davon mussten wir auch mit Zweifeln leben, was denn aus dem alten Gebäude wird, was an seine Stelle kommen kann. Oft genug haben wir uns in der Zwischenzeit anhören müssen: Ach, das Hans-Sachs-Haus, das wird doch nichts mehr…
Heute sehen wir: Es ist doch was geworden! Und wie! Ganz schön ansehnlich ist es geworden, wenn Sie mich fragen. Ja, wir mussten lange auf unser Hans-Sachs-Haus warten. Aber nicht, weil der Bau so lange gedauert hätte. Die meiste Zeit waren wir mit der Abwicklung und Aufarbeitung einer verunglückten Sanierung beschäftigt. Entstanden ist das neue Hans-Sachs-Haus dann letztlich in vier Jahren. Und zwar zu Kosten, die weit geringer waren, als wir sie am Ende der ersten Sanierung befürchten mussten. Zudem haben wir wieder ein Rathaus, in dem wir nicht Mieter sind, sondern das den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gehört – und nicht einer privaten Investmentgesellschaft.
Jetzt ist die Zeit des Wartens vorbei, jetzt stehen wir hier, Sie und ich – und haben die Türen zum neuen Hans-Sachs-Haus aufgestoßen! Um präzise zu sein: Es waren unsere Gelsenkirchener Gesichter, die das getan haben – die Kinder, Frauen und Männer, deren Fotos hier im Atrium hängen – die als Repräsentanten unserer Stadtgesellschaft als erstes eingetreten sind.
Das neue Hans-Sachs-Haus ist da, und es soll – und wird – wie sein Vorgänger ein offenes Haus der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener sein. Es wird der Sitz von Rat und Verwaltung, natürlich. Aber es wird, und ich finde, das macht diese transparente Architektur auch ganz deutlich, kein Rathaus vom alten Schlag. Keines dieser Rathäuser, wo man ehrfürchtig und gebeugt mit seinem Antrag reinschleicht…
Nein, es ist ein einladendes Haus für aufrechte Bürger, mit diesem hellen und lichten Atrium, mit dem Bürgerforum für Veranstaltungen, mit der Stadt- und Touristinfo, mit einem Bistro. Und das ist uns wichtig: Hier sollen Sie, meine Damen und Herren, auch gerne reinkommen, selbst wenn Sie nicht zufällig hier arbeiten oder gerade einen Ausweis abholen wollen!
Offenheit soll das Haus auszeichnen. Hier sind Büros städtischer Dienststellen und Gesellschaften, hier tagt der Rat. Und nicht mehr irgendwo weit abseits, wo es niemand so richtig mitbekommt. Jetzt sind wir wieder in der Gelsenkirchener City. Jetzt findet die kommunale Selbstverwaltung, die lokale Demokratie wieder mitten in der städtischen Öffentlichkeit statt. Und ich bin zuversichtlich, dass das auch etwas bewirkt. Dass dieses Haus zum Mitmachen reizt. Dass dieses transparente und einladende Gebäude noch mehr Menschen dazu bewegt, sich für unser Gemeinwesen zu engagieren – ob im Ratssaal oder außerhalb, da gibt es ja zahllose Möglichkeiten. Denn eins ist ganz klar: Die Demokratie lebt von unserem Engagement. Von den guten Bedingungen aber, die nur unsere Demokratie garantiert, von denen leben wir!
Die Tür zum neuen Hans-Sachs-Haus steht offen. Wir haben sie heute aufgestoßen. Dieser Moment ist zum einen der Abschluss einer langen und manchmal auch dramatischen Geschichte, die ein gutes Ende gefunden hat. Und es ist auch eine Bestätigung und Belohnung für all jene, die möglichst viel von der Architektur der 1920er-Jahre des alten Hans-Sachs-Hauses erhalten wollten. Für alle, die ein lebendiges Haus in der Gelsenkirchener City behalten wollten – und sich dafür mit viel Leidenschaft dankenswerterweise eingesetzt haben!
Zugleich soll dieser Moment aber nicht nur das Schlusskapitel, sondern auch der Anfang, der Beginn einer neuen Geschichte sein. Wir wollen das nutzen und fortschreiben, was wir uns erarbeitet haben. Deshalb freue ich mich, dass Sie unsere Einladung zu den Tagen der offenen Tür angenommen haben, dass Sie heute dabei sind. Und ich möchte Sie herzlich einladen, auch weiterhin unser Hans-Sachs-Haus zu nutzen und aufzusuchen, sich rege an unserem Gemeinwesen zu beteiligen, in dessen Mittelpunkt nun wieder dieses Gebäude steht!
Glück auf!