05. September 2013, 11:04 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In seiner Monatsreihe „Neue Wege“ zeigt das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag, 8. September (12:45 Uhr) und Montag, 9. September (18 und 20:30 Uhr) im Schauburg Filmpalast sowie am Mittwoch, 11. September (19:30 Uhr) in der Gesamtschule Ückendorf den Spielfilm „Tango libre“ von Frédéric Fonteyne. Als „Filmentdeckung“ steht am Dienstag, 10. September, um 18 und 20:30 Uhr in der Schauburg „Just the Wind (Csak a szél)“ von Bence Fliegauf in ungarischer Sprache und deutschen Untertiteln auf dem Programm.
Dem belgischen Regisseur Frédéric Fonteyne (EINE PORNOGRAPHISCHE BEZIEHUNG) gelang mit „Tangro libre“ ein unkonventioneller, vielschichtiger und zutiefst bewegender Film, in dem sich die Schicksale einiger grundverschiedener Charaktere mehr und mehr im Rhythmus des argentinischen Tangos verknüpfen. Ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Venedig 2012 mit dem „Spezialpreis der Jury“ (Sektion „Orizzonti“).
Der prinzipientreue Gefängniswärter Jean-Christophe (François Damiens) führt ein streng reglementiertes Leben, das nur von der wöchentlichen Teilnahme an einem Tangokurs aufgelockert wird. Dabei begegnet er eines Tages der selbstbewussten und leidenschaftlichen Alice (Anne Paulicevich), durch die er das Wesen des Tangos erstmals wirklich zu verstehen scheint. Völlig überraschend sieht er die Tanzpartnerin kurz darauf im Gefängnis wieder, wo sie gleich zwei Insassen besucht: ihren Ehemann und ihren Geliebten. Obwohl es die Bestimmungen verbieten, hält Jean-Christophe Kontakt zu Alice, die ihn absolut fasziniert. Schon bald bricht er weitere Regeln, und auch hinter Gittern geschehen ganz erstaunliche Dinge.
Basierend auf einer realen Mordserie, der in Ungarn 2008/2009 acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Regisseur Bence Fliegauf ausgesprochen authentisch die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. Die exzellente Kamera bleibt stets ganz dicht an den Figuren und macht so ihre zunehmende Atemlosigkeit geradezu physisch erfahrbar. Ausgezeichnet u. a. bei der Berlinale 2012 mit dem „Silbernen Bären“ („Großer Preis der Jury“) sowie mit dem „Amnesty International Filmpreis“.
Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell: In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind unerkannt entkommen, niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, versucht, den Tag nach dem Verbrechen so normal wie möglich zu verbringen. In einem Klima fortwährender Demütigung und Diskriminierung bleibt jedoch die Angst vor einem neuen Übergriff allgegenwärtig. Abends rücken die Familienmitglieder noch enger zusammen als sonst. Sie hoffen darauf, dem Hass und der Verfolgung entgehen zu können – bis ihnen bewusst wird, dass die nächtlichen Geräusche nicht nur vom Wind stammen.