26. September 2013, 13:45 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Bereits seit dem Schuljahr 2007/2008 führt das Kommunale Bildungsbüro (KBB) eine qualifizierte Elternbefragung im Offenen Ganztag (OGS) durch. Die aktuelle Umfrage für das Schuljahr 2012/2013 weist erneut eine hohe Zufriedenheit bei den Eltern aus.
Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Seit dem Auf- und Ausbau der OGS in der Stadt Gelsenkirchen haben wir sehr erfolgreiche familien- und bildungspolitische Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt. Diese werden wir ständig qualitativ prüfen und positiv weiterentwickeln. Auch dem Anspruch, Bildungsbarrieren abzubauen, sind wir sehr viel näher gekommen. Kinder aus benachteiligten Familien sind in der OGS „angekommen“. Das ist ein Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit.“
Gefragt wurde bei der Elternbefragung nach der familiären Situation der OGS-Kinder, zu den Gründen, die zur Anmeldung des Kindes führten sowie zu den Angeboten und ihren Wirkungen auf das Kind. Darüber hinaus besteht für die Eltern die Möglichkeit, Anregungen, Kritik und Lob zu benennen. Für das vergangene Schuljahr liegen über 750 freie Antworten vor.
Die Elternbefragung erfolgte per Post. Die Rücklaufquote liegt dabei erstmalig in allen Stadtbezirken über 40 Prozent, wobei Eltern der niedrigeren Klassen häufiger antworten als Eltern, deren Kinder die höheren Klassen besuchen.
Auf die Frage, warum Eltern in Gelsenkirchen an der OGS anmelden gab es vielfältige Antworten. Für Eltern ohne Migrationshintergrund stand die Berufstätigkeit an erster Stelle, bei Eltern mit Migrationshintergrund war es die Lern- und Hausaufgabenzeit.
Insgesamt steht die Möglichkeit zur Ausübung einer Berufstätigkeit an erster Stelle, gefolgt vom Interesse, dass das Kind Kontakt zu anderen Kindern aufbauen kann und zudem in der Lern- und Hausaufgabenzeit die Möglichkeit erhält, schulische Ziele zu erreichen.
Wenn es um die Förderung geht, die sich die Eltern für ihr Kind wünschen, steht das Sozialverhalten an erster Stelle, Lernverhalten Bewegung und Sprache folgen.
Das höchste Maß an Zufriedenheit herrscht bei zwei für die Betreuungsqualität ganz zentralen Punkten. So beurteilen 93,8 Prozent der Eltern die Einbindung ihres Kindes in die Gruppe als positiv und 89,9 Prozent zeigen sich zufrieden mit dem Verhältnis zwischen ihrem Kind und dem Personal der OGS. Im Vergleich zum Vorjahr werden die Elternangebote zu 5,9 Prozent häufiger im positiven Spektrum bewertet und die Abholzeiten zu 4,7 Prozent.
Auf der anderen Seite zeigen sich 30,1 Prozent der Eltern unzufrieden mit der Gestaltung des Außengeländes (Vorjahr: 25,8 Prozent) und 22,3 Prozent bemängeln das Mittagessen. Im Rahmen der offenen Antwortfelder äußerten sich viele Eltern zu diesen Kritikpunkten. Demnach wünschen sich viele Eltern vor allem gesünderes Essen. Bezüglich des Außengeländes werden teilweise zusätzliche Spielmöglichkeiten gewünscht, teilweise wird kritisiert, dass die OGS-Kinder sich auf öffentlich zugänglichen Schulhöfen aufhalten müssen.
Seit der Einführung der OGS im Jahr 2003 sind die Betreuungs- und Abholzeiten ein breit diskutiertes Thema. So formulierten viele Eltern im Rahmen der freien Antwortfelder den Wunsch nach einer weiteren Flexibilisierung der Abholzeiten, bzw. nach einem Betreuungsbedarf über die regulären Zeiten hinaus. Trotzdem stuft mit 80,9 Prozent die überwiegende Mehrheit der Eltern die Betreuungszeiten als bedarfsgerecht ein.
Ein Qualitätsmerkmal der OGS und ein wichtiger Grund aus Elternsicht ihr Kind in die OGS zu geben, ist die Lern- und Hausaufgabenzeit (LHZ). In den vier Punkten Arbeitsatmosphäre, Austausch über die LHZ, Qualifikation- und Anzahl Fachkräfte zeigen sich zwischen 55,9 Prozent und 63,2 Prozent der Eltern (sehr) zufrieden.
Ein weiteres, in vielen Kommentaren bedachtes Thema ist die Arbeitsatmosphäre in der Lern- und Hausaufgabenzeit. Bemängelt werden erhöhte Lärmpegel und Störungen durch andere Kinder, die sich negativ auf die Konzentration auswirken. Als Reaktion werden vielfach kleinere Lerngruppen, eine bessere Raumaufteilungen und mehr Fachpersonal gewünscht. Das Kommunale Bildungsbüro der Stadt Gelsenkirchen wird dazu verschiedene Fortbildungen und Workshops durchführen. Erstrebenswert sind einheitliche Lern- und Hausaufgabenkonzepte, die von allen Beteiligten mitgetragen werden.
Aus Elternsicht ist die Gesamtzufriedenheit mit der OGS in Gelsenkirchen über viele Jahre hinweg immer sehr positiv ausgefallen. So geben 87,2 Prozent der Eltern an, dass ihr Kind gerne zur OGS geht und sogar 88,6 Prozent würdigen die OGS mit ihrer Weiterempfehlung.
Nichts desto trotz gibt es zahlreiche Anregungen, Kritikpunkte und Wünsche zu Angeboten die den Kindern gemacht werden sollten. Oben auf der Liste stehen sportliche Aktivitäten, musikalische Angebote, Werkeln, Kochen und auch Museumsbesuche.
Zum Thema Mittagessen wird angeregt, häufiger „frisches“ und gesundes Essen für die Kinder anzubieten, die Essenssituation kindgerechter zu gestalten und durch gemeinsames Kochen den Kindern das Thema Ernährung näher zu bringen.
Ein wesentliches Anliegen der Eltern ist es, sich regelmäßig mit der Schule und der OGS austauschen zu können. Es werden regelmäßige Elternsprechtage, die auch berufstätige Eltern wahrnehmen können, eingefordert.
Weitere Anregungen und Veränderungswünsche beziehen sich auf den Betreuungsrhythmus, die Betreuungs-/ Abholzeiten, die Räumlichkeiten, die Ausstattung und das Personal.