03. November 2021, 16:06 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Margarethe Zingler (1885-1973) war eine der prägenden Frauen der Gelsenkirchener Sozialdemokratie. In den 1920er Jahren engagierte sie sich als Vorstandsmitglied der Gelsenkirchener Arbeiterwohlfahrt (AWO) und als Stadtverordnete für die SPD. Während der Zeit des Nationalsozialismus musste sie gemeinsam mit ihrem Mann Alfred Zingler in die Niederlande fliehen. Von dort aus unterstützten sie den sozialdemokratischen Widerstand im Ruhrgebiet. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen wurden die beiden verhaftet – Alfred Zingler wurde hingerichtet, Margarethe Zingler musste eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen. Nach ihrer Befreiung im April 1945 kehrte sie nach Gelsenkirchen zurück. Dort war sie an der Wiedergründung der SPD und der Gewerkschaften beteiligt. Auch als langjährige Geschäftsführerin der AWO und Stadtverordnete trug sie wesentlich zum demokratischen Neuanfang in Gelsenkirchen bei. Seit 1987 ist der Gelsenkirchener Hauptmarkt nach ihr benannt.
Dort wird an Margarethe Zinglers Geburtstag, am Samstag, 6. November 2021, um 13 Uhr eine neue Erinnerungsorte-Tafel eingeweiht, die dieser bedeutenden Persönlichkeit der Gelsenkirchener Stadtgeschichte gewidmet ist. Die Enthüllung der Tafel erfolgt durch Elisabeth Ellinghaus (AWO Stiftung Gelsenkirchen) und Taner Ünalgan (SPD Gelsenkirchen-Altstadt). Gemeinsam mit Dr. Daniel Schmidt, dem Leiter des Instituts für Stadtgeschichte (ISG), werden sie Margarethe Zinglers Lebenswerk würdigen.
Der Rat der Stadt hat das Projekt „Erinnerungsorte“ im Oktober 2005 beschlossen. Die Koordination liegt in Händen des ISG. Das Projekt setzt vor allem auf bürgerschaftliches Engagement und vernetzt unterschiedliche erinnerungspolitische Initiativen. Ziel ist es, an historisch bedeutsamen Orten im Stadtraum zusätzliche Informationen in Gestalt von erläuternden Tafeln zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile gibt es in Gelsenkirchen über 200 Erinnerungsorte-Tafeln. Die Erinnerungsorte-Tafel zu Magarethe Zingler ist ein Gemeinschaftsprojekt von AWO, SPD und ISG.