22. Juni 2021, 16:31 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Marc Chagall, Michal rettet David, 1960. Bildrechte: VG Bild-Kunst, 2021
GE. Anlässlich des Jubiläumsjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund 1000 Veranstaltungen ausgerichtet. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.
Gelsenkirchen bietet zu diesem Jubiläum Konzerte, Vorträge, Lesungen und vieles mehr. Das Kunstmuseum präsentiert im Grafikkabinett die Ausstellung „Marc Chagall – Die Bibelillustration“ und gestaltet ein ausführliches Begleitprogramm mit Führungen in deutscher und russischer Sprache, Ausstellungsgesprächen mit Frau Neuwald-Tasbach, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, sowie mit Kreativprogramm für Kinder.
Im Grafikkabinett sind zehn Originallithographien Marc Chagalls zu sehen, in denen er sich intensiv mit dem Alten Testament oder vielmehr der Hebräischen Bibel, dem Tanach auseinandersetzte.
Bildwelt von Erzählungen geprägt
Chagall, der der Sohn weißrussischer chassidischer Juden war, reiste 1910 erstmals nach Paris und freundete sich dort mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern der Avantgarde an. Während des ersten Weltkriegs lebte er wieder in Weißrussland, bevor er vor der Oktoberrevolution nach Berlin floh, wo er einige Zeit arbeitete und lebte und hier die Technik der Lithographie erlernte.
Seit den 1930-er Jahren hatte Chagall sich mit Darstellungen des Tanach beschäftigt. Eine Studienreise nach Palästina und die Ermutigung seines Freundes und Verlegers Ambroise Vollard hatten ihn zu dieser Arbeit angeregt, die er dann jedoch erst 1956 vollendete. Die intensive Auseinandersetzung mit der Bibel, die nach Chagalls Angaben schon in seiner frühen Jugend begann, erkennt man in den Werken deutlich. Nicht nur die spezielle Auswahl der Themen, sondern auch die sehr detailreiche und ausdrucksstarke Darstellung zeugt davon. Seine Bildwelt ist nicht nur von den Darstellungen des Tanach geprägt, sondern auch von der jüdisch-chassidischen Erzähltradition, die er immer wieder als wichtige Quelle seiner Inspiration kundtat.
Die Ausstellung ist bis zum 29. August 2021 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei!
Der Pressemeldung ist ein Foto beigefügt, der Bildnachweis lautet: Marc Chagall, Michal rettet David, 1960 © VG Bild-Kunst, 2021.