31. Oktober 2013, 10:43 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Auf „Neue Deutsche Filme“ liegt der Akzent im November-Programm des Kommunalen Kino (KoKi) Gelsenkirchen. Zunächst präsentiert das KoKi in der nächsten Woche am Sonntag/Montag, 3./4. November, im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6, GE-Buer) in seiner Reihe „Filmwunsch“ den französischen Spielfilm „Portugal, mon amour (La Cage Dorée)“. Am Dienstag in der Schauburg und Mittwoch in der Gesamtschule Ückendorf folgt als „Autorenfilm“ der deutsche Spielfilm „Kohlhaas - oder: Die Verselbständigung der Mittel“.
Die Vorstellungen in der Schauburg beginnen grundsätzlich sonntags um 12:45 Uhr sowie montags und dienstags um 18 und 20:30 Uhr. In der Gesamtschule Ückendorf läuft das Programm ab 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
In der Monatsreihe „Neue Deutsche Filme“ zeigt das KoKi „Da geht noch was“ (10./11.11.), „Die mit dem Bauch tanzen“ (12./13.11.), „Zwei Leben“ (17./18.11.), „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ (24./25.11 – Achtung: wegen Über-länge andere Vorstellungszeiten!) und „Ummah – Unter Freunden“ (26.11.). Als „Literatur im Film“ steht am 19./20. November der französische Film „Die schönen Tage“ auf dem Programm.
In seinem Regiedebüt „Portugal, mon amour“ verbindet der junge portugiesisch-französische Schauspielers Ruben Alves geschickt humorvolle und nachdenklich stimmende Momenten zu einer quirligen, leichtfüßigen Culture-Clash-Komödie über gegenseitige Vorurteile. Ein fabelhaftes Leinwandvergnügen, das Franzosen wie Portugiesen auf liebevolle Art den Spiegel vorhält und es bei allem augenzwinkernden Humor vorzüglich versteht, sensibel die unterschiedlichen Gefühlslagen der Hauptfiguren zu beleuchten. — Das portugiesische Ehepaar Ribeiro lebt seit über 30 Jahren in Paris. Maria (Rita Blanco) arbeitet als fleißige Concierge in einem prächtigen Mehrpar-teienhaus, José (Joaquim De Almeida) als allseits geschätzter Vorarbeiter in einer Baufirma. Die stets blendend aufgelegten Ribeiros lieben es, mit anderen Exil-Portugiesen ausgiebige Feste zu feiern, und sie sind bei Nachbarn und Freunden immer zur Stelle, sobald sie gebraucht werden. Niemand möchte die beiden missen, aber deren Rückkehr nach Portugal steht kurz bevor, denn José hat dort ein großes Anwesen samt Weingut geerbt. Wie sollen sie das nur ihrem Umfeld beibringen?
Im gekonnt arrangierten Wechsel zwischen semi-dokumentarischem Making-Of und fertiggestellten, sorgfältig komponierten Schlüsselszenen aus der eigentlichen Kohlhaas-Adaption entwirft Aron Lehmann mit „Kohlhaas – oder: Die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ eine ausgesprochen originelle, intelligente und doppelbödige Tragikomödie über einen eigenwilligen Regisseur, der trotz aller Widrigkeiten an der Realisierung seines ambitionierten Kinoprojekts festhält. Ausgezeichnet beim „Filmfestival Max Ophüls Preis“ 2013 mit dem Publikumspreis sowie mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. — Der ebenso geniale wie verbissene
Regisseur Lehmann (Robert Gwisdek) will tief in der bayerischen Provinz Heinrich von Kleists berühmte Novelle „Michael Kohlhaas“ als opulentes Historiendrama verfilmen. Dumm nur, dass gleich am ersten Drehtag die Finanzierung komplett wegbricht. Davon lässt sich Lehmann aber keineswegs entmutigen. Er bittet das Team, vor Ort zu bleiben und baut sowohl auf die Unterstützung der lokalen Bevölkerung als auch auf die Vorstellungskraft aller Beteiligten. Die Wahrhaftigkeit des Spiels von Lehmanns Ensemble, das ohne professionelle Requisiten auskommen muss, soll genügen, um der Kohlhaas-Vision Glaubwürdigkeit zu verleihen. Schon bald wird mit imaginären Waffen gekämpft und auf Kühen statt Pferden geritten.