06. November 2013, 10:56 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In seiner Monatsreihe „Neuer Deutscher Film“ präsentiert das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag/Montag, 10./11. November, im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6, GE-Buer) den Spielfilm „Da geht noch was“. Der Dokumentarfilm „Die mit dem Bauch tanzen“ läuft am Dienstag, 12. November, in der Schauburg und am Mittwoch, 13. November, in der Gesamtschule Ückendorf (GSÜ; Bochumer Straße 190, GE-Ückendorf).
In der Schauburg beginnen die Vorstellungen am Sonntag um 12:45 Uhr sowie am Mon- und Dienstag um 18 und 20:30 Uhr. Die Mittwochsvorstellung in der GSU kann ab 19:30 Uhr besucht werden.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Kinodebütant Holger Haase trifft in „Da geht noch was“ stets den richtigen Ton, wenn er zwischen witzigen und berührenden Momenten eine charmante Tragikomödie entwickelt, die im Rahmen einer prominent besetzten, turbulenten Familiengeschichte pointiert Generationenkonflikte beleuchtet und dabei unaufdringlich die Erkenntnisvermittelt, dass es für einen Neuanfang nie zu spät ist. Ausgezeichnet mit dem FBW-Prädikat „wertvoll“. — Seit geraumer Zeit beschränkt Conrad (Florian David Fitz) die Besuche bei den Eltern auf ein absolutes Minimum. Vater Carl (Henry Hübchen) ist nämlich ein mürrischer alter Knochen, der ständig an Conrad und seiner Frau Tamara (Thekla Reuten) herumnörgelt. Deren pubertierender Sohn Jonas (Marius V. Haas) sieht die Stippvisiten ganz pragmatisch: Für die gute Laune greift er von Papa zusätzliches Taschengeld ab. Völlig überraschend verkündet Mutter Helene (Leslie Malton) nun, dass sie Carl nach 40 Ehejahren verlassen hat. Sie bittet Conrad um einen Botengang ins Elternhaus – mit ungeahnten Folgen. Dort versinkt Carl ebenso in leeren Bierdosen wie in jeder Menge Selbstmitleid. Und als er sich auch noch eine Verletzung zuzieht, müssen Conrad und Jonas zu allem Überfluss vorübergehendbei ihm einziehen.
Wenn man dem Klischee Glauben schenkt, ist der Prozess des Älterwerdens gerade für Frauen eine echte Krux: der Körper erschlafft, Hitzewallungen lauern auf Schritt und Tritt, die Antifaltencreme wird zum wichtigsten Kosmetikartikel. In Würde altern mag ja noch angehen, aber in Schönheit? Bleibt also etwa nur, den Lauf der Zeit hinzunehmen, die Fettpolster unter einem weiten Pulli zu verstecken und Trübsal zu blasen? Keineswegs, wie eine Gruppe von begeisterten Hobbybauchtänzerinnen aus der Eifel eindrucksvoll in dem Film „Die mit dem Bauch tanzen“ unter Beweis stellt. Ein Mal pro Woche legen die Damen der Generation 50 plus die Alltagskleidung ab, ziehen sich bunte Kostüme an und lassen die Hüften kreisen und die Bäuche rollen. Zudem strotzen sie nur so vor Selbstbewusstsein – sehr zum Erstaunen der Dokumentarfilmerin Carolin Genreith. Liebevoll, (selbst)ironisch und mit einer leicht koketten Panik bezüglich des eigenen Alters porträtiert die knapp 30-jährige deutsche Regisseurin einige diese bemerkenswerten Frauen, darunter auch ihre Mutter. Genreith gelang „ein wirklich sehenswerter, witziger und warmherziger Film über die Lust am Leben, die Schwierigkeiten der Wechseljahre und die Kunst, die Angst vor dem Alter mit einem gekonnten Hüftkick in die Flucht zu schlagen.“ (DOKUKANAL) Ausgezeichnet beim „Festival des deutschen Films“ 2013 in Ludwigshafen mit dem Publikumspreis.