14. November 2013, 11:36 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Wer gelegentlich mit einem unangenehmen Kratzen im Hals aufwacht, ganze Tage ein komisches Stechen im Rücken spürt oder sich abends schon mal wegen Kopfschmerzen nicht mit seinen Freunden treffen kann – wer all das kennt - und wer tut das nicht? –, der weiß es sehr genau: Für das Gefühl, ein gutes Leben zu haben, ist weniges so wichtig wie körperliches Wohlbefinden.
Erst recht gilt das ab einem gewissen Alter, weil die Anfälligkeit zunimmt, weil Körper und Nervenkostüm im Laufe der Lebensjahre schon so manche Blessur erlitten haben, weil sich die summierten Belastungen dann doch bemerkbar machen.
Ja, die Gesundheit von älteren und älter werdenden Frauen und Männer ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft – sie ist aber auch eines, für das wir heute mehr tun können als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Wir können das, weil wir inzwischen in vielen Städten und Kreisen auch eine ganz andere Seniorenpolitik aufgebaut haben als in der Vergangenheit. Eine deutlich bessere Basis, von der aus wir handeln können.
Wir in Gelsenkirchen beispielsweise haben im vergangenen Jahrzehnt ein relativ dichtes Seniorennetzwerk geknüpft – einen Verbund von professionellen wie auch sehr vielen ehrenamtlichen Kräften. Mit dazu gehören etablierte Größen wie die Wohlfahrtsverbände und Kirchen, aber eben auch neue, etwa die ZWAR-Gruppen, von denen es in sämtlichen Gelsenkirchener Stadtteilen mindestens eine gibt. Inzwischen haben sich auch zwei türkischsprachige ZWAR-Gruppen gegründet, so wie wir überhaupt versuchen, unser Seniorennetz zu öffnen für Einwanderinnen und Einwanderer. Denn die in den 1960er- und 1970er-Jahren zugewanderten Frauen und Männer kommen ja inzwischen auch ins Rentenalter – und nicht alle sind gut darauf vorbereitet. Gerade was ihre Gesundheitsvorsorge und medizinische Betreuung angeht, können wir noch einiges bewegen.
Mit zu unserem Seniorennetzwerk gehören zudem die zahlreichen Seniorenvertreterinnen und Nachbarschaftsstifter, ehrenamtliche Ansprechpartner für ältere Menschen in einem bestimmten Wohnviertel. Das ist eine Idee, die wir hier in Gelsenkirchen entwickelt haben, und die etliche Städte nun ebenfalls umsetzen. Dank dieser Frauen und Männer schaffen wir es, möglichst präsent in den Quartieren zu sein, nah an den älteren Menschen und ihren Anliegen. Diese Nähe und Erreichbarkeit kann beim Aufbau einer noch besseren Infrastruktur für Pflege und medizinischer Versorgung hilfreich sein. Und die persönliche Ansprache und Wertschätzung kann auch dazu beitragen, Menschen vor Vereinsamung, Isolation und einem Mangel an Selbstsorge zu bewahren. Sie zu unterstützen bei einem möglichst gesunden Lebensstil.
Weil das so ist, weil wir in Gelsenkirchen bereits so viel in diese Infrastruktur, in diese Basis investiert haben, ist auch eine Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen hier genau am richtigen Platz. In einer Stadt, in der die Anliegen der Seniorinnen und Senioren sehr ernst genommen werden – und in der wir gespannt sind auf die Anregungen, die wir heute aufnehmen können. Ich wünsche uns allen spannende Vorträge und Diskussionen!
Glück auf!