09. Januar 2014, 11:10 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In der wissenschaftlichen Vortragsreihe des Museums Schloss Horst „Renaissance und mehr“ referiert am Dienstag, 14. Januar, um 19 Uhr im Kaminzimmer von Schloss Horst (Turfstraße 21) Dr. Bernd Thier, Stadtmuseum Münster, über „Krieger, Kaiser, Kinder - Neue Forschungen zur Rekonstruktion der verlorenen renaissancezeitlichen Innenausstattung von Schloss Horst“. Die Veranstaltung ist eintrittsfrei.
Schloss Horst ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance in Norddeutschland. Von seiner kunsthistorisch einmaligen Innenausstattung haben sich nur einige steinerne Reliefs, Skulpturen sowie die Kamine erhalten. Die langjährigen Ausgrabungen der 1990er-Jahre förderten jedoch zahlreiche keramische Fundstücke zu Tage, die von der renaissancezeitlichen Innendekoration der 1560/1580er-Jahre stammen. Die Tonreliefs und Kacheln zeigen mythologische Szenen mit Helden, Tugenden und Kriegern, aber auch tanzende und musizierende Kinder sowie römische Kaiserporträts. Der Vortrag, mit zahlreichen Bildern illustriert, stellt die bruchstückhaft erhaltenen Funde in den Zusammenhang mit zeitgleichen Bauausstattungen und gibt einen Einblick in die neuesten Forschungen zur Rekonstruktion der ehemaligen Ausstattung des Schlosses im späten 16. Jahrhundert. Schloss Horst bietet hierbei die seltene Möglichkeit der fächerübergreifenden Untersuchungen von Seiten der Archäologie, der Kunstgeschichte, der Geschichtswissenschaft und sogar der Numismatik.
Der Referent, Dr. Bernd Thier, geboren 1965, studierte an den Universitäten Münster und Freiburg Ur- und Frühgeschichtliche Archäologe, Mittelalterliche Geschichte, Volkskunde und Kunstgeschichte. 1992 promovierte er über die Frühmittelalterliche und Neuzeitliche Keramik des Elbe-Weser-Mündungsgebietes. Nach verschiedenen Forschungsprojekten ist er seit 1997 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Stadtmuseum Münster beschäftigt und hat dort zahlreiche Ausstellungen zu historischen und kunsthistorischen Themen realisiert. Als Autor publiziert er zur münsterischen Stadtgeschichte, Mittelalter- und Neuzeitarchäologe, Sachkultur der frühen Neuzeit sowie zur Numismatik. Seit 2010 ist er Mitglied der Altertumskommission für Westfalen.