18. Januar 2014, 10:24 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener,
liebe Gäste,
ein ganz herzliches Willkommen zu unserem städtischen Neujahrsempfang 2014! Schön, dass Sie mit dabei sind, heute, im schönsten Opernhaus des Reviers, in unserem MiR – an einem Abend, an dem wir gemeinsam Musik und Kabarett genießen wollen. An dem wir einen Vorgeschmack auf das künftige Programm im MiR erhalten und noch einmal auf das noch immer junge und vielversprechende Jahr 2014 anstoßen wollen!
An einem Abend, an dem wir uns auch – denn natürlich soll das mit dazu gehören! –mit unserer Stadt und ihrer Zukunft befassen. An dem wir schauen wollen, wie sich unser Gemeinwesen entwickelt, in der Summe all der kleinen Schritte und Veränderungen, von denen die meisten im Laufe des Jahres ja ein, zwei Zentimeter unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben. Und an dem wir tun wollen, wozu oft kaum Zeit bleibt: Die langen Linien betrachten – und uns darüber verständigen, wie und in welche Richtung wir unsere Stadt bewegen und gestalten, 2014 und darüber hinaus. Und zu diesem Anlass dürfen wir auch einmal innehalten und selbstbewusst das in den Blick nehmen, was wir bisher geleistet haben.
Die Entwicklung unserer Stadt ist ein großes Gemeinschaftswerk, sie lebt vom direkten wie indirekten Beitrag vieler Frauen und Männer. Und Sie alle, meine Damen und Herren, sind ja auch in der einen oder anderen Form für unser Gemeinwesen tätig: Ob als Mandatsträger im Rat der Stadt oder in den Bezirksvertretungen; ob als unsere Vertreter in den Parlamenten von Bund und Land; ob Sie in Unternehmen und Gewerkschaften mit für Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen sorgen; ob Sie ehrenamtlich oder beruflich in Verbänden und Vereinen engagiert sind, in Kultur und in Bildungseinrichtungen, in den Kirchen, Glaubensgemeinschaften oder im Sport. Und deshalb freue ich mich sehr, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.
Mit Ihrer Arbeit tragen Sie zur Lebensqualität der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener bei – und das tun Sie in einer Zeit des Um- und Aufbruchs. In einer Stadt, die eine fast unglaubliche Wandlung hinter sich hat und sich noch immer in einer spannenden Entwicklung befindet. Die nicht wie manch andere einer seit Jahrzehnten starren Linie folgt, Jahr um Jahr mit den immer gleichen Schritten. Sondern in einer Stadt, die sich über dramatische Wendepunkte hinweg behaupten musste – und behauptet hat. Die sich neu erfunden hat und weiter neu erfindet. Die den Verlust von über 50.000 Arbeitsplätzen allein im Bergbau erlebt hat. Das Wort „Strukturwandel“ hat sich dafür eingebürgert – und ist doch nur eine harmlose Umschreibung. Aber mit diesem Struktur-Bruch beginnen großartige Um- und Aufbauleistungen. Leistungen, die noch nicht abgeschlossen sind, die weiter von uns verlangt werden.
Deshalb möchte ich Sie einladen, heute gemeinsam zu schauen und zu diskutieren, wie weit wir gekommen sind – und was wir noch anpacken können, gerade in jenem Bereich, der den Strukturwandel vorantreibt: der Wirtschaft. Zudem möchte ich Sie einladen, sich für diesen Weg Anregungen von einem der besten Kenner der Wirtschaft im Ruhrgebiet zu holen. Unser Gast ist ein erfahrener Energiemanager, mit beruflichen Stationen auch in Gelsenkirchen; er war Bundeswirtschaftsminister und Vorstandschef der Evonik AG. Inzwischen ist er Vorsitzender der RAG-Stiftung und dort dafür zuständig, den Strukturwandel zu einem guten Ende zu führen. Sehr geehrter Herr Dr. Müller, ich freue mich, dass Sie erneut unser Gast sind!
Meine Damen und Herren,
wie also verändert sich Gelsenkirchen? Schauen wir zunächst auf das vergangene Jahr, denn 2013 sind mehrere Ergebnisse unserer langfristigen Anstrengungen sichtbar geworden. Aus dem Foyer des MiR können wir auf das stadtbildprägende Gebäude blicken, das 2013 wieder in die Gelsenkirchener City zurückgekehrt ist. Wir hatten das Hans-Sachs-Haus ja mal bei einem Neujahrsempfang als Herz unseres Gemeinwesens dargestellt; das war wenige Tage nachdem wir es überhaupt erst wieder in den Besitz der Stadt bringen konnten. Und nun schlägt dieses Herz wieder regelmäßig! Hinter der uns allen bekannten Backstein-Fassade des alten Hauses ist ein neues entstanden, ein architektonisch beeindruckendes Gebäude, das das Erbe des alten klug weiterführt. Die Eröffnungstage im Spätsommer haben das große Interesse der Gelsenkirchener auf sich gezogen, was mich sehr gefreut hat. Und nun freue ich mich darüber, dass sich das fortsetzt. Denn nun, über vier Monate später, können wir sagen, dass dieses Haus tatsächlich eine lebendige Mitte unserer Gelsenkirchener Stadtgesellschaft wird. Weil dort nicht nur Rat und Verwaltung ihren Sitz haben, sondern auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden oder die Bürgerinnen und Bürger sich auf einen Kaffee treffen!
Weitere wichtige Projekte der Stadterneuerung sind 2013 zum Abschluss gekommen: Wir entwickeln den Stadtnorden wie den Süden gleichermaßen und haben in Buer nach der Umgestaltung und Belebung der Domplatte die Kulturmeile eröffnet. Die Arbeiten am Heinrich-König-Platz werden 2014 fortgesetzt, die Ebertstraße bis zum Hans-Sachs-Haus wird neu gestaltet, ehe sich die Arbeiten dann auch auf den Bereich zwischen Hans-Sachs-Haus und Musiktheater ausdehnen. Südlich des Hauptbahnhofs haben wir 2013 den Umbau der Fußgängerzone abgeschlossen. Und etwas weiter an der Bochumer Straße wollen wir von diesem Jahr an – dafür können wir jetzt auch auf die Unterstützung des Landes zählen – die Heilig Kreuz-Kirche als Baustein für eine erfolgreiche Quartiersentwicklung Schritt für Schritt zu einem Zentrum für Begegnungen und Veranstaltungen entwickeln – damit dieses großartige Haus künftig auch so in den Stadtteil ausstrahlt, wie es seinem Potenzial entspricht!
Aber es lohnt sich auch ein Blick abseits der Innenstädte. Im Stadtquartier Graf Bismarck etwa, auf dieser wunderbar zwischen Wald und Wasser gelegenen Fläche, beziehen nach jahrelangen Arbeiten der Aufbereitung und Erschließung weitere Familien ihre Häuser – und die ersten Unternehmen siedeln sich dort an. 2014 wird auf diesem früheren Kraftwerksgelände erkennbar, was das heißt – der gebaute Strukturwandel.
Doch wenn wir nun so viel über den Strukturwandel sprechen – dann lohnt es sich vielleicht, sich die neue Wirtschafts-Struktur in unserer Stadt einmal genauer anzuschauen. Denn es ist ja eine Struktur entstanden, die sich nicht mehr so bündig benennen lässt wie in den Tagen, als man schon am Bahnhofsfenster – an jenem Fenster, das sich heute am Eingang zur Bahnhofsstraße befindet – ablesen konnte, woran die Gelsenkirchener arbeiten: Kohle und Stahl, Eisen und Chemie, Glas und Bekleidung.
Man muss es ein bisschen abstrakter machen. Vielleicht so: Aus der von Großbetrieben dominierten Struktur ist erstens eine kleinteiligere, zweitens eine von Vielfalt geprägte Struktur geworden. Eine Struktur, die zwar auch von einigen größeren Unternehmen getragen wird, vor allem aber von vielen kleineren und mittleren. Von Unternehmen der industrienahen Dienstleistungen, der Gesundheits- und Wohnungswirtschaft, der Nahrungsmittelproduktion, von Unternehmen in den Bereichen Mobilität und Ressourceneffizienz. Und getragen wird sie auch von etlichen Unternehmen, die zuvor für den Bergbau tätig waren und sich dann als veritable Künstler des Übergangs bewiesen haben. Die einst tief unter Tage Schächte mit Luft versorgt haben – und heute Flugzeugkabinen in mehreren tausend Metern Höhe. Die früher Kohle-Förderbänder laufen ließen – und nun Zahnradbahnen in den Alpen und Rotoren von Windrädern.
Ich könnte noch etliche Beispiele nennen; ich könnte auch Unternehmen aufzählen, die sich in vorbildlicher Weise sozial engagieren und im Klimaschutz hervortun. Aber der Akzent soll ja heute nicht auf einzelnen Firmen oder Namen liegen – sondern auf dem Gesamtbild. Auf einem Gesamtbild, für das jedoch charakteristisch ist, dass viele sehr erfolgreiche, langlebige Betriebe dazu gehören. Darunter auch mancher Hidden Champion – der bloß deshalb in der Öffentlichkeit nicht so präsent ist, weil er eben Zwischen- und nicht Endprodukte fertigt.
Mit Blick auf diese neue Wirtschaftsstruktur passt es sehr gut, dass wir in diesem Jahr zu unserem Neujahrsempfang erstmals nicht den einen Sponsor haben, sondern gleich drei Sponsoren. Und dazu passt, dass alle drei Logistik-Unternehmen sind. Dass sie Unternehmen einer Mittler-Branche sind, die Investitions- und Konsumgüter zu uns bringen und dafür sorgen, dass unsere Waren in die Welt gelangen. Dass sie Märkte, Käufer und Konsumenten finden. Diese Branche macht unsere kleinteiligere und vielfältigere Wirtschaftsstruktur erst möglich – und die drei Gelsenkirchener Logistik-Unternehmen Gelsen-Log, Loxx sowie die Spedition Minor, sie machen nun heute diesen Abend möglich. Darum möchte mich ganz herzlich bedanken: bei Ihnen, Herr Brockt von der Firma Loxx; bei der Familie Minor, und Ihnen, Herr Köllmann – sowie allen, die auf und hinter der Bühne zum Gelingen dieses Empfangs beitragen – ein ganz herzliches Dankeschön!
Aber kommen wir noch mal zum Wandel der Wirtschaftsstruktur zurück. Auf zwei Aspekte möchte ich da besonders hinweisen: Zum einen auf die Tatsache, dass unsere neue Wirtschaftsstruktur weniger abhängig ist von den Konjunkturen und Entwicklungen einzelner Branchen und Märkte als die alte. Sie ist weniger verwundbar. Unsere Wirtschaft ist – um es klar zu sagen – robuster geworden. Das ist eine Stärke, die gerne übersehen wird – und dennoch wichtig ist.
Zum anderen beobachten wir, dass die mittelständischen Betriebe Arbeitsplätze schaffen – auch wenn das im Laufe des Jahres weniger Aufsehen erregt als der Verlust von Stellen, gerade in Großunternehmen. Unter dem Strich überwiegen jedoch die neuen Arbeitsplätze deutlich. Jahr für Jahr kommen tausend sozialversicherungspflichtige Stellen hinzu, und das in diesem Umfang bereits seit 2006. Seitdem verzeichnet das Landesdatenamt IT.NRW einen stetigen Zuwachs, seitdem gab es keinen Stillstand oder gar Rückschritt. Im Gegenteil, die Dynamik hat sogar zugenommen!
Und so haben wir auch die Arbeitslosigkeit in unserer Stadt deutlich gesenkt, von 25 Prozent im Jahr 2005 auf zeitweise unter 14, aktuell 15 Prozent. Natürlich ist das – und das sage ich in aller Offenheit – noch nicht zufriedenstellend. Natürlich sind wir längst nicht da, wo wir hinwollen. Zumal wir feststellen müssen, dass der Beschäftigungszuwachs die Quote nicht so zügig wie gewünscht vermindert. Auch eine gute städtische Wirtschaftspolitik und große Vermittlungsanstrengungen können nicht jeden in Lohn und Brot bringen – und das, obwohl wir in Gelsenkirchen fast schon das Optimum leisten, wie es der Vize-Chef des Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, am Dienstag noch erklärt hat. Deshalb war und ist der „Gelsenkirchener Appell“ so wichtig: Wir müssen Gelsenkirchener Erwerbslosen auf einem sozialen Arbeitsmarkt Chancen und Perspektiven bieten! Dafür aber brauchen wir die Unterstützung aus Düsseldorf und Berlin – und darum war es gut, dass so viele diesen Appell unterzeichnet haben!
Meine Damen und Herren
wenn wir über den Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen nachdenken, dann sollten wir bedenken, wo wir herkommen. Und wir sollten darauf achten, dass wir die Gegenwart nicht mit einer verklärten Vergangenheit vergleichen. Denn wir alle – selbst jene, die eigentlich zu jung dafür sind – haben ja irgendwie die Sechziger-Jahre als Idealzustand im Kopf: Das brummende Ruhrgebiet, die rauchenden Schlote, Vollbeschäftigung und volle Innenstädte. Auch ich komme ja so langsam in ein Alter, in dem man häufiger mal sagt: „Tja, das war früher schon besser...“ Aber war es das? Die Arbeit unter Tage, in den Walzwerken und am Hochofen – war die nicht eigentlich vor allem ungesund und erschöpfend? Der Himmel über der Emscher – war der nicht meist gelb-grün bis grau? Und wissen Sie noch, wie gelb die frischgewaschenen Kleider waren, wenn sie von der Leine kamen, damals, in der guten alten Zeit?
Nein, Gelsenkirchen wird nicht so bald wieder der Standort der größten Fabriken des Landes oder Europas sein. Auch die vor 40 Jahren in den weiteren Blick genommene 400.000 Einwohner-Marke werden wir nicht wieder anvisieren. Wir können keinen Rückwärtsgang einlegen – wir müssen den Blick nach vorne richten. Wir müssen das, was sich in Gelsenkirchen gerade entwickelt, weiter stärken – und vor allem unsere Potenziale vergrößern.
Wir müssen im Grunde das tun, was ein guter Unternehmer auch macht, wenn sein Betrieb in eine schwierige Marktlage gerät – und er mit Zähneknirschen sein bisheriges Eigenkapital zu einem großen Teil abschreiben musste: Wir müssen weiter hart arbeiten – und einen neuen Kapitalstock aufbauen.
Dieses Kapital für unsere Stadt – das kann nicht anders sein: Das sind die Menschen. Und deshalb investieren wir mit viel Einsatz und großem Ehrgeiz in Bildung – in die Köpfe, die uns und unsere Stadt weiter nach vorne bringen. Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen im Vorschulbereich aufgebaut, angefangen bei der Unterstützung von werdenden Eltern schon vor der Geburt ihres Kindes – weil wir wissen, dass jedes kleine Handicap in frühen Jahren alle weitere Lern- und Entwicklungsschritte erschweren kann. Dazu gehört eine intensive Sprachförderung, eine gute Gesundheitsbildung sowie zahllose Bildungselemente, die den Entdeckergeist unserer Kinder aufnehmen, etwa das Forschermobil der Gelsenkirchener Kitas – um nur wenige Beispiele zu nennen.
Dafür findet unsere Stadt große Anerkennung. Sie wissen, dass wir in Fachkreisen zu einem Vorbild geworden sind; dass wir völlig zu Recht eine Modellkommune im Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen!“ sind. Es gibt erste Indikatoren, die schon jetzt signalisieren, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Wie gut wir dastehen, das wurde auch im vergangenen Jahr spürbar, als der Rechtsanspruch für die U-3-Betreuung in Kraft trat und wir sämtliche Wünsche der Gelsenkirchener Eltern erfüllen konnten – ohne jeden Abstrich bei der Qualität. Wir haben im Ruhrgebiet eine Spitzenposition und liegen auch klar über dem Landesschnitt. Und da wir bei manchem Vergleich, bei dem die unterschiedliche Ausgangspositionen ignoriert werden, nicht so gut abschneiden, habe ich das gerne zur Kenntnis genommen…
Diese städtische Bildungspolitik – sie ist wichtig, weil wir ganz grundsätzlich jeden jungen Gelsenkirchener, jede junge Gelsenkirchenerin mit dem Rüstzeug ausstatten wollen, etwas richtig Gutes aus dem eigenen Leben zu machen. Weil wir allen jungen Menschen in unserer Stadt die Chance auf ein erfolgreiches Leben geben wollen. Und diese Bildungsarbeit ist auch wichtig, um den sozialen Zusammenhalt, dieses kostbare Gut, auch für künftige Gelsenkirchener Generationen zu sichern!
Denn wir wollen mehr, ja eigentlich allen jungen Leuten jene Möglichkeiten bieten, die sich auch Ihnen jetzt bieten – Ihnen nämlich [1. Rang, links], unseren jüngsten Gästen am heutigen Abend – den besten Absolventinnen und Absolventen der Gelsenkirchener Schulen und Berufsausbildungen im vergangenen Jahr! Dank Ihrer Ausbildung stehen Ihnen nun viele Türen offen, und es ist schön, dass Sie heute hier sind. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch zu Ihren hervorragenden Leistungen!
Unsere Betriebe brauchen Ihr Wissen und Ihre Fertigkeiten. Ja, unsere ganze Stadt braucht die Impulse und Ideen gut ausgebildeter Kräfte, ob sie nun als Angestellte tätig sind oder selbst ein Unternehmen gründen. Nur bei einem hohen Bildungsniveau kann die Gelsenkirchener Wirtschaft gedeihen. Und nur durch Bildung können wir die Erwerbslosigkeit signifikant und dauerhaft senken. Das ist meine Überzeugung – und das ist der über Jahre von fast allen Fraktionen im Rat mitgetragene Gelsenkirchener Konsens. Ich bin froh, dass wir diesen Konsens haben – denn Bildungspolitik ist auf lange Sicht die beste Stadtentwicklungs- und Wirtschaftspolitik!
Meine Damen und Herren,
immer wieder werde ich gefragt, was unser städtisches Großprojekt, unser Leuchtturm ist. Es ist, da gibt es für mich keinen Zweifel, diese Arbeit am Fundament einer guten Zukunft der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener. An einem Fundament, das zusehends mehr Gelsenkirchener Erfolgsbiografien ermöglichen wird – und das dafür sorgt, dass junge Menschen in Zukunft zum Erfolg dieser Stadt beitragen werden. Übrigens nicht allein die heute jungen Menschen. Auch die Chancen der etwas Älteren, sich zu entfalten, neu dazu zu lernen, sich in diesem Gemeinwesen zu engagieren – gerade im Übergang vom Berufsleben in eine möglichst erfüllte Phase danach – auch das zählt mit dazu. Auch daran arbeiten wir und auch da können wir auf richtig gute Fortschritte blicken.
All das mag vielleicht nicht der klassische Leuchtturm sein, den man von weitem sieht und dann Ah! und Oh! ruft. Aber es ist eben auch nicht der eine Turm, der einsam in der Landschaft steht und bei dem man sich fragt, für wen er eigentlich leuchten soll – wahrscheinlich nur zur Erinnerung an den Erbauer.
Nein, mir ist es lieber, wenn wir 2020, 2030 oder 2040 sagen können, dass wir richtig viele Lichtquellen haben, die diese Stadt strahlen lassen. Mir ist es lieber, wenn wir dann in einigen Jahren oder Jahrzehnten zurückschauen und sagen: Ja, diese Stadt hat sich tatsächlich zu einem guten Stück neu erfunden. Sie ist zwar kleiner geworden, was die Einwohnerzahl anbelangt, aber man lebt gut in dieser Stadt. Sie hat zwar nach einem herben Einbruch ihre alte Wirtschaftsstruktur verloren, aber sie hat eine neue entwickelt, die sehr gut zu ihr passt und von sehr gut ausgebildeten Menschen getragen wird – und das, weil Gelsenkirchen eben rechtzeitig auf Menschen gesetzt hat, auf die bestmögliche Ausbildung seiner Kinder und Jugendlichen!
Das ist der Weg, den wir eingeschlagen haben. Das ist ein Weg, für den man einen langen Atem braucht, der nicht sofort den glanzvollen Turnaround herbeizaubert – sondern vielleicht erst 2020 oder 2030. Aber es ist der beste, der einzig seriöse Weg. Und es ist der Weg, den wir auch 2014 gehen wollen. Deswegen wünsche ich Ihnen allen ein gutes, ein gesundes und im besten Sinne bewegendes Jahr 2014 – und der Stadt Gelsenkirchen ein herzliches Glück auf!