21. Januar 2014, 14:02 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 21. Januar 2014, 14:02 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, hat jetzt fünf Modellregionen benannt, die zeigen sollen, wie durch gezielte Zusammenarbeit in regionalen Netzwerken die Lebensqualität der Menschen vor Ort bis ins hohe Alter gesichert werden kann. Die Stadt Gelsenkirchen erhält dabei den Zuschlag für das Ruhrgebiet. Beworben hatte sich Gelsenkirchen mit dem Projekt „QuartiersNETZ - Ältere als
(Ko-)Produzenten von Quartiersnetzwerken im Ruhrgebiet“.
Oberbürgermeister Frank Baranowski, der persönlich am 8. Oktober 2013 in Berlin das Gelsenkirchener Projekt der Jury mitpräsentiert hat, freut sich über den Erfolg: „Der Zuschlag bedeutet für Gelsenkirchen eine große Chance und zeigt einmal mehr, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; allen voran dem Seniorenbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen, Dr. Wilfried Reckert, für die hervorragende Arbeit und wünsche allen Beteiligten eine erfolgreiche Arbeit in den kommenden vier Jahren.“
Die Fördersumme des Bundesministeriums für Gelsenkirchen beträgt rund 4,6 Millionen Euro. Damit sollen insgesamt sechs Quartiersnetzwerke umgesetzt werden und zwar in Hassel-Nord, Buer-Ost, Schaffrath, Schalke-West, Hüllen und Feldmark-Ost. Über vier Jahre werden in Gelsenkirchen gemeinsame in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft Lösungen entwickelt, die auch in anderen Regionen Deutschlands zur Anwendung kommen. Die in den Gelsenkirchener Quartiersnetzen gewonnenen Erfahrungen werden anschließend auf die übrigen Stadtteile übertragen und an andere Städte des Ruhrgebietes weitergegeben. Von besonderem Interesse werden dabei die gewonnenen Erfahrungen sein, wie ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrer Verschiedenheit zum Motor bürgerschaftlichen Engagements und des sozialen Zusammenhalts gemacht werden können und welche professionellen Begleitstrukturen die Kommunen dazu schaffen müssen.
Das Projekt QuartiersNETZ wird von einem breiten Partnernetzwerk getragen, zu dem neben der Stadt Gelsenkirchen und dem Seniorennetz auch die Fachhochschule Dortmund und die Universität Vechta gehören. Ausgehend von den sich verändernden Bedürfnisse älter werdender Menschen entwickeln die Projektpartner gemeinsam mit interessierten Älteren Ideen und Konzepte, wie ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem angestammten Umfeld leben können. Im Ergebnis des partizipativen Prozesses sollen wohnortnahe Strukturen (Quartiersnetzwerke) entstehen, die es Älteren ermöglichen, sich selbstbestimmt und selbstorganisiert am Leben im Stadtviertel zu beteiligen, Ideen einbringen, Aktivitäten zu entfalten und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten.
Oberbürgermeister Frank Baranowski: „So wie wir im frühkindlichen Bereich als Stadt alle Anstrengungen unternehmen, um dafür zu sorgen, dass es nicht von Geldbeutel, Herkunft und Bildungsgrad der Eltern abhängt, wie sich ein Kind entwickelt, welche Zukunftschancen es hat und letztlich auch, ob es imstande ist, sich einzubringen in eine Stadtgesellschaft, so tun wir das auch im Seniorenbereich. In beiden Fällen knüpfen wir ein Netz in unserer Stadtgesellschaft, durch das niemand fallen soll. Wir haben nun einmal im Ruhrgebiet, in Gelsenkirchen, überdurchschnittlich viele alte und sehr junge Bewohner – häufig aus Zuwandererfamilien. Das ist unsere Herausforderung. Das ist unser Potenzial.“
Das Projekt QuartiersNETZ ist vom Seniorenbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen, Dr. Wilfried Reckert, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern entwickelt worden. Es wurde auf einer Zukunftskonferenz im Juni 2013 in Gelsenkirchen vorgestellt. Dabei wurde das Konzept eines lebenswerten Älterwerdens in Gelsenkirchen vorgestellt. Die Besucher konnten sich aktiv an verschiedenen Workshops, die sich mit den Themen Technik für Dienstleistung und Kommunikation, Interaktion und Soziales Netz beschäftigen, beteiligen. „Schon in den drei Monaten der Projektentwicklung im Spätsommer 2013 haben wir das geschafft, was auch unseren Antrag ausgezeichnet hat und die Umsetzung erleichtern wird: die Gemeinschaft von Wissenschaft und Praxis, von Bürgerinnen und IT-Dienstleistern, von Seniorenwirtschaft und Verwaltung und vor allem die starke Beteiligung von älteren Menschen selbst. Sie sind die Experten in eigener Sache“, so kommentiert Seniorenbeauftragter Reckert die Nachricht aus Berlin.
Weitere Informationen zum Wettbewerb "Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ gibt es im Internet auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.