21. Februar 2014, 09:41 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die „Klimabotschafter“ von „Arbeit und Leben (öAG DGB/VHS)“ und „Prima Klima“ der Volkshochschulen Herten und Gelsenkirchen als Projekte der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.
„Die beiden Projekte zeigen eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland.
„Die beiden Auszeichnungen zeigen, dass wir in Gelsenkirchen auf dem richtigen Weg sind und uns auf den bisherigen Preisen nicht ausruhen“, freut sich Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck. „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine wichtige institutionelle Säule im Bildungsdezernat der Stadt Gelsenkirchen und ein Imagefaktor unserer Stadt geworden“.
Die Klimabotschafter sind ein Projekt der örtlichen Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ von DGB Emscher-Lippe und VHS Gelsenkirchen in Kooperation mit dem Referat Umwelt und der lokalen aGEnda 21. In dem Seminar werden engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv unterstützt, die sich für den Klimawandel in Gelsenkirchen einsetzen wollen. Denn ein erfolgreicher Klimaschutz ist nicht nur von den Aktivitäten der Stadt, der Unternehmer und Institutionen abhängig, sondern auch von der Bevölkerung. Das Projekt wird auch über Gelsenkirchen hinaus wirken, sagt VHS-Direktor Michael Salisch, denn durch die Zusammenarbeit mit der VHS Herten bei der Ausbildung zum Klimabotschafter wurde schon ein Schritt in die Nachbarstadt getan.
Unter dem Motto „Prima Klima“ haben sich die Städte Herten und Gelsenkirchen aufgemacht, um erstmals gemeinsam neue Klimakonzepte für die Zukunft zu entwickeln. Diese interkommunale Zusammenarbeit ist in der Broschüre "Prima Klima“ mit den gemeinsamen Bildungsangeboten beider Volkshochschulen im Bereich Klimaschutz/Umweltbildung aufgegriffen. Neben den eigenen Angeboten werden zudem auch andere vorhandene Klimaschutzaktivitäten vorgestellt und beworben. Die Zusammenarbeit der beiden Volkshochschulen will einen Beitrag leisten, um nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die Angebote sind nicht nur auf die Zielgruppe Erwachsene ausgerichtet, sondern mit der KreativWerkstatt Gelsenkirchen und der CreativWerkstatt Herten auch für Kinder und Jugendliche geeignet.
„Die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Bildungseinrichtungen soll fortgesetzt, ausgebaut und verstetigt werden“, gibt Michael Salisch einen Ausblick auf die kommenden Semester. „Ein gemeinsames BNE-Kursprogramm zur Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung soll jährlich für beide Städte aufgelegt werden.“
Hintergrund
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland bereits über 1.800 Projekte ausgezeichnet: In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll wie um-weltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel. Außerschulische Träger organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. Dies sind nur einige von vielen Beispielen.
UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)
Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.
Anforderungen an Dekade-Projekte
Eine Jury aus Experten entscheidet über die Auszeichnung der Bildungsprojekte. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. So müssen Wissen und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Außerdem ist wichtig: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.