19. März 2014, 11:48 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 19. März 2014, 11:48 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Als „Neuen Deutschen Film“ präsentiert das Kommunales Kino (KoKi) Gelsenkirchen den 156-minütigen Abenteuerfilm „Medicus“ zu vorverlegten Spielzeiten, nämlich am Sonntag, 23. März um 12 Uhr sowie am Montag, 24. März, um 17 und 20 Uhr im Schauburg Filmpalast. In der Monatsreihe „Extremsituationen“ läuft „The Act of Killing“ am Dienstag, 25. März um 18 und 20.30 Uhr in der indonesischen bzw. englischen Fassung mit deutschen Untertiteln ebenfalls in der Schauburg. In der gleichen Reihe steht am Mittwoch, 26. März, um 19.30 Uhr auf dem KoKi-Programm in der Gesamtschule Ückendorf der dänische Spielfilm „Die Jagd“.
Dass auch abseits der Hollywood-Industrie opulente Historienfilme möglich sind, stellt die aufwendige deutsche Kinoadaption des populären Romans von Noah Gordon eindrucksvoll unter Beweis. Regisseur Philipp Stölzl hat aus der Vorlage ein bildgewaltiges, emotionales Abenteuerepos geformt, das die wendungsreiche Geschichte vor imposanten Kulissen erzählt. Ausgezeichnet mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“. — Im 11. Jahrhundert fasst der junge Engländer Rob Cole (Tom Payne) den Entschluss, nach Persien aufzubrechen, um in der Metropole Isfahan beim weltberühmten Arzt Ibn Sina (Ben Kingsley) Medizin zu studieren. Auf der langen, strapaziösen Reise lauern zahlreiche Gefahren und Herausforderungen. Rob muss persönliche Opfer bringen und sich zuweilen den Weg erkämpfen. Angetrieben vom unbändigen Willen, sein Ziel zu erreichen, versucht er, allen Widrigkeiten zu trotzen.
„The Act of Killing“ greift lang zurück liegende Gräueltaten auf und konfrontiert sie mit den damaligen Tätern: In Indonesien ist es nach dem Militärputsch von 1965 zu einem grausamen Massenmord an vermeintlichen Kommunisten gekommen. Bis zu einer Million Menschen sollen den Todesschwadronen zum Opfer gefallen sein. Die teilweise aus der Zivilbevölkerung stammenden Täter wurden nie strafrechtlich verfolgt. Unterstützt von korrupten Politikern, haben sie sogar noch heute Macht und Einfluss. Der Dokumentarfilmer Joshua Oppenheimer konnte einige der Verantwortlichen dazu bewegen, die Verbrechen vor der Kamera als Filmszenen nachzuspielen. Voller Eifer suchen sie Schauspieler, lassen Kostüme entwerfen und diskutieren mögliche Szenarien. Sie sehen sich schon als Kinostars, die der Welt den „gerechten“ Kampf gegen die Kommunisten zeigen. Je weiter das Projekt voranschreitet, desto mehr reden die Männer über ihre Gräueltaten – und beginnen sie langsam zu reflektieren. Ausgezeichnet u. a. mit einem „Europäischen Filmpreis“ 2013 in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“; nominiert für einen „Oscar“ 2014 in der gleichen Kategorie.
In „Die Jagd“ gerät der frisch geschiedene Kindergärtner Lucas (Mads Mikkelsen) durch das Verhalten der fünfjährigen Klara (Annika Weddenkopp), dem Kind des Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), in Verdacht, sie misshandelt zu haben. Sein Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm), der gegen seinen Willen bei Lucas' Ex-Ehefrau lebt, hält zu ihm. Im weiteren Verfahren stellt sich Lucas' Unschuld heraus. Er wird aber trotzdem vom ganzen Dorf angefeindet. Lucas kann aber wieder arbeiten, und auch Theo lässt die alte Freundschaft wieder aufleben. Bei einer Jagd wird Lucas aber offensichtlich zur Zielscheibe. — "Die Jagd" wurde anlässlich seiner Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2012 mit dem Preis für den Besten Darsteller sowie mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Außerdem gewann der Film den Europäischen Filmpreis für das Beste Drehbuch und wurde in vier weiteren Kategorien nominiert.